Titel

ZUSATZZAHL DREIZEHN

Leseprobe

Urheber
Henry Gerhard

Verlag
BoD Norderstedt
Bindung
Paperback
Seitenzahl
156
Sprache
Deutsch
Format
12 x 19 cm
ISBN
978-3-8370-2045-8
Preis
€ 10,13 (je nach Anbieter zzgl. Porto)

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Die Familie Hausmann liegt tot in ihrem neuen Haus in der Bergstrasse. 

Warum mussten die fünf Menschen sterben? Welche Rolle spielt der ehemalige Bundesaußenminister Gerald Wenger? 
Offiziell übt er eine Beratertätigkeit für die staatliche Lottogesellschaft Bayern-Lotto aus. Warum trifft er sich aber regelmäßig mit Sven Wille, dem Computer-Spezialisten der Bayern-Lotto, heimlich an einem hermetisch abgesicherten Ort? 

Fragen über Fragen. Kriminaloberkommissar Rudolf Reuter und die Erdinger Mordkommission tappen noch völlig im Dunkel. 
Joe Brunner will nur seine Exfrau zurückgewinnen. Ohne es zu ahnen, ist er plötzlich den Mördern der Hausmanns auf der Spur. Der Ernst der Lage wird ihm erst bewusst, als der Kuhfänger eines schwarzen VW Touareg sich seitlich in seinen BMW bohrt. 

Nach „Schüsse an der Heimatfront“ der neue Krimi von Henry Gerhard. Und der zwielichtige Gerald Wenger ist natürlich wieder mit dabei.

Leseprobe

1. Hausbesuch (Mai 2008)

Bergstrasse 18. Der Routenplaner hatte nicht zu viel versprochen. Die Hausnummer 18 war das letzte Haus am Hang und lag etwas abseits, da die Grundstücke Bergstrasse 11 bis 17 in diesem Neubaugebiet noch nicht bebaut waren. Noch freute sich Familie Hausmann über die freie Lage ihres Bauplatzes. In wenigen Minuten würde Familie Hausmann sich wünschen, etwas näher an den Nachbarn zu wohnen. Etwa in Rufweite?

Familie Hausmann, das waren Ernst und Brigitte Hausmann und ihre beiden Töchter Karoline (13 Jahre alt) und Janine (16 Jahre alt) sowie der 19-jährige Sohn Ludwig. Wastl, ein Rauhaardackel komplettierte den Haushalt.

Um 20.30 Uhr fuhren die beiden schwarzen Limousinen mit vorschriftsmäßigem Tempo 30 in die Bergstrasse ein. Der Rohbau der Hausnummer 12 war unbeleuchtet. Samstagabend um diese Zeit hatten die Häuslebauer ihre Arbeiten schon eingestellt. Unauffällig stellte Markus Ried den schweren Mercedes in die offene Doppelgarage von Hausnummer 12. Paul Schwarz fuhr an den teils unberührten, teils mit Baugruben versehenen Bauplätzen von Nummer 11 bis 17 weiter bis zu seinem Ziel, Hausnummer 18.

„Gregor, Du bleibst im Wagen, Motor aus! Viktor, Du gehst zur Rückseite des Hauses! Herbert, Du kommst mit mir!“, teilte Paul Schwarz sein Team in einem ruhigen Befehlston ein. Gregor Lenk, Viktor Jurek und Herbert Gerber waren schon seit einiger Zeit im Team von Paul Schwarz und hatten sich mittlerweile an seine Kommandosprache gewöhnt. Der kleine Knopf im Ohr sagte Paul Schwarz, dass die Mannschaft von Markus Ried in Stellung gegangen war.

 „Los geht’s!“, flüsterte Paul und drückte den Klingelknopf mit der Aufschrift „Hausmann“. Im Flur ging Licht an. Die Tür öffnete sich vorsichtig einen kleinen Spalt.

 „Ja, bitte? Wer ist da?“, fragte eine erwachsene Frauenstimme.

„Frau Hausmann? Guten Abend. Ich heiße Paul Schwarz und das ist mein Kollege Herbert Gerber. Wir sind von der Gewinnbenachrichtigung der Bayern-Lotto. Sie haben den Jackpot geknackt! Wissen Sie das schon?“

„Nein! - Keine Ahnung. Was heißt Jackpot geknackt? Ich hatte meinem Mann eigentlich verboten, Lotto zu spielen. Wir brauchen jeden Cent für den Hausbau“, erwiderte Brigitte Hausmann verdutzt.

Im Hintergrund hörte man die Stimme von Thomas Gottschalk im Fernsehen, wie er als nächsten Show-Act die Gruppe „Take that“ ankündigte. Heute war wieder einmal „Wetten dass?“-Abend.

„Falsche Antwort, Frau Hausmann!“, dachte Herbert Gerber und schlug ihr mit einem Baseballschläger aus dem Halbdunkel heraus kraftvoll auf die Stirn. Ohne einen Laut sackte sie am Hauseingang bewusstlos zusammen. Herbert hatte sie im Fallen noch aufgefangen und vor der Haustür abgelegt. Mit zielstrebigem Schritt gingen Paul und Herbert durch den Flur zur geschlossenen Wohnzimmertür. Als beide das Wohnzimmer betraten, sahen sie in drei überrascht dreinblickende Augenpaare.

 „Der Sohn fehlt!“, schoss es Paul durch den Kopf. Die offene Terrassentür war vielleicht die Lösung des Rätsels? Die Mündung von Pauls Pistole zeigte auf Ernst Hausmann.

„Guten Abend, Herr Hausmann. Sie haben heute im Lotto gewonnen. Das können wir nicht zulassen. Geben Sie uns den Lottoschein und Sie sind uns wieder los!“

„Was meinen Sie mit - ‚im Lotto gewonnen’ und - ‚Lottoschein hergeben’?“, stotterte Ernst Hausmann.

„Herr Hausmann, ich wiederhole noch einmal für Sie. Sie haben heute im Lotto gewonnen und das können wir nicht zulassen. Also geben Sie mir Ihren Lottoschein!“, wiederholte Paul Schwarz in ruhigem Ton.

„Mal langsam! Ich habe zwar die Ziehung der Lottozahlen heute nicht gesehen, also weiß ich gar nicht, ob ich etwas gewonnen habe. Aber wenn ich gewonnen habe, gebe ich Ihnen doch nicht meinen Lottoschein. Dann können Sie ja meinen Gewinn kassieren. Das lasse ich garantiert nicht zu! Und jetzt rufe ich die Polizei!“, und dabei zitterte Ernsts Stimme immer mehr.

Paul Schwarz nickte Herbert nur kurz zu. Mit einem Ruck packte Herbert die ältere Tochter bei den Haaren und riss sie zu Boden, knebelte sie mit einem mitgebrachten Taschentuch und fesselte ihre Hände mit einem Kabelbinder auf den Rücken. Dank Herberts Geschicklichkeit dauerte die Aktion nur wenige Sekunden. Die jüngere Tochter saß - starr vor Schreck - auf dem Sofa und konnte nicht einmal schreien.

Aber Ernst Hausmann war hochgesprungen und wollte Herbert attackieren. Pauls Fußtritt in den Unterleib hatte er deshalb nicht kommen sehen. Ernst krümmte sich vor Schmerzen auf dem Boden. Paul band ihm die Arme auf den Rücken und die Beine zusammen. So konnte Herbert „in Ruhe“ auch noch die zweite Hausmann-Tochter fesseln.

„Aber wo war der Sohn?“, ließ es Paul keine Ruhe. Plötzlich - ein Knurren an der Terrassentür. Der Rauhaardackel stürzte sich sofort auf Herbert. Wastl wollte wohl die Töchter des Hauses beschützen. Herbert wich aber flink aus und stieg dem Hund mit einem Fuß ins Kreuz. Mit seinem Messer stach Herbert blitzschnell seitlich in den Hundehals und zog die Klinge quer durch bis die Halswirbelsäule das Messer stoppte. Ein paar Mal zuckte Wastl noch in seiner Blutlache, dann war es ruhig.

„Warum haben Sie das gemacht? Warum haben Sie den Hund getötet? Was wollen Sie von uns?“, fragte Ernst Hausmann mit bebender Stimme. Er zitterte am ganzen Körper. Die beiden Töchter kauerten ängstlich neben dem Sofa.

„Herr Hausmann, Sie haben nicht richtig zugehört! Sie haben heute Abend den Jackpot geknackt. Und Sie geben mir jetzt Ihren Lottoschein!“, sagte Paul immer noch in ruhigem Ton.

„Sie meinen den 17-Millionen-Euro-Jackpot? Und Sie wollen meinen Lottoschein?“, stammelte Ernst.

„Herr Hausmann, Sie hören immer noch nicht zu! Geben Sie mir den Lottoschein!“, und dabei wurde Pauls Stimme etwas bestimmter.

„17 Millionen Euro! Und Sie glauben, ich gebe Ihnen meinen Lottoschein?“

„Ich glaube es nicht. Ich weiß es! - Herbert!“

In diesem Augenblick zog Herbert die kleine Hausmann zu sich heran und …

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