Titel

Unheilbar krank - die größte Chance meines Lebens

Leseprobe

Urheber
Ina Christiane Sasida

Verlag
BoD Norderstedt
Bindung
Paperback
Seitenzahl
272
Sprache
Deutsch
Format
Din A5
ISBN
978-3-8370-8065-0
Preis
€ 17,90 (je nach Anbieter zzgl. Porto)

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Der Schock kam über Nacht. Abends noch gesund – am nächsten Morgen krank.  

Nach endlos scheinender Zeit im Krankenhaus dann die Diagnose: Autoimmunerkrankung und die Mitteilung, dass diese Krankheit nicht heilbar ist. Der Körper zerstört sich selbst und es ist nicht aufzuhalten.  

Für eine allein erziehende Mutter mit drei Kindern war diese Diagnose eine einzige Katastrophe. Wie sollte es nun weitergehen? War man seinem Schicksal wirklich hoffnungslos ausgeliefert? Ich wollte es einfach nicht glauben. Es musste doch einen Ausweg aus diesem Dilemma geben. Ich machte mich auf die Suche und habe dabei Erstaunliches gefunden. Am Ende sogar mich.

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Oh verdammt, was war denn das? Ich war gerade aufgewacht und sah auf die Uhr. Es war drei Uhr morgens, mein rechter Unterarm tat höllisch weh und ich hatte in Daumen, Zeige- und Mittelfinger kein Gefühl mehr. Ich lag auf meiner Schlafcouch im Wohnzimmer, das seit meiner Scheidung auch gleichzeitig mein Schlafzimmer war, und wusste im Moment nicht so richtig was mit mir eigentlich los war. Aber er war da, dieser brutale, höllische Schmerz in meinem rechten Unterarm. Ach, dachte ich, da bist du wohl sehr unglücklich drauf gelegen. Ich setzte mich im Bett auf und schüttelte den Arm aus, so als wenn er eingeschlafen wäre. Aber so war es nicht. Ich wusste das eigentlich auch, denn es war irgendwie ein anderer Schmerz. Aber man probiert eben mal ein bisschen dies und das, vielleicht ist dann ja alles gleich vorbei und man kann das tun, was man um diese Uhrzeit wahrscheinlich am liebsten tut, nämlich weiterschlafen. Ich saß also bestimmt eine halbe Stunde im Bett und schüttelte

 meinen Arm. Und während ich so schüttelte und schüttelte, dachte ich so über die letzten Wochen nach. War es vielleicht doch ein bisschen zu viel, was ich in der letzten Zeit gearbeitet hatte? War mein Körper vielleicht ganz einfach nur überlastet? Nun gut, wir waren vor gut sechs Wochen umgezogen. Ich hatte unsere und die Wohnung meiner Mutter alleine renoviert. Naja, vielleicht nicht ganz alleine, schließlich hatten die Kinder ja auch geholfen. Ach so, die Kinder, die hatte ich doch fast vergessen zu erwähnen. Es waren drei. Meine beiden Töchter und mein Sohn. Die Mädels waren damals 17 und 13 und mein Sohn gerade mal neun Jahre alt. Es war Anfang März, als wir die Schlüssel zu unseren neuen Wohnungen erhalten hatten. Superglücklich hatten wir sie zwei Wochen vorher angeschaut. Es war genau das, was wir gesucht hatten. Zwei Wohnungen in einem Haus, eine für uns und eine für meine Mutter, nicht weit weg von dort, wo wir vorher gewohnt hatten. Alles war fast beim Alten geblieben.

 Die Kinder mussten nicht einmal die Schule wechseln.

Auch die Freunde waren die Gleichen geblieben. Meine Mutter war zufrieden, schließlich konnte sie nach wie vor die alten Bekannten treffen und auch der Friedhof, auf dem sich das Grab meines Vaters befand, war nur etwa einen Kilometer von uns entfernt. Alles prima. Nach all den Wochen, in denen wir nach einer neuen Bleibe suchen mussten, schließlich war uns ja wegen „Eigenbedarf“ gekündigt worden, hatte es nun endlich geklappt. Meine Mutter, sie war immerhin auch schon 78, hatte sich wieder etwas beruhigt. Sie hatte in der letzten Zeit immer wieder gesundheitliche Probleme. Warum? Aus Angst darüber, dass wir vielleicht keine zwei Wohnungen zusammen finden würden und jeder irgendwo anders hinziehen musste. Irgendwie war ihre Angst ja verständlich, schließlich wohnten wir schon seit 15 Jahren zusammen in einem Haus. Und seit mein Vater gestorben war hatte sie ja nur noch mich und die Kinder. Aber war es wirklich normal, so eine Panik vor dem Alleinsein? Eigentlich hätte es mir zu

 denken geben sollen. Vor allem, da sie in unserer neuen Unterkunft zwar wohl ein eigenes Wohnzimmer, eine Küche und auch eine Dusche hatte, ihr Schlafzimmer jedoch hatte sie in unserer Wohnung. Naja, es war nicht gerade eine glückliche Lösung, aber es ging. Die Freude darüber, zusammen wohnen zu können, war größer als irgendein Gedanke daran, dass dieses nahe Zusammensein auch Probleme mit sich bringen könnte. Soweit waren alle glücklich und zufrieden.

Doch was war mit mir? War ich auch glücklich und zufrieden? Einerseits ja, schließlich hatte ich jetzt wirklich meine Traumwohnung, aber andererseits kostete diese Traumwohnung auch die doppelte Miete als bisher. War es doch schon bisher finanziell immer eng, wie sollte ich denn dann bloß jetzt diese ganze Sache auf die Reihe bringen? Wenn ich darüber nachdachte wurde mir ganz schlecht. Gut, ich hatte natürlich meine Arbeit und auch noch den einen oder anderen Nebenjob, aber das hatte ich ja bisher auch. Ich konnte rechnen wie ich wollte, Tatsache war, dass diese Wohnung verdammt viel Geld kostete und ich nicht wusste, wie wir über die Runden kommen sollten. Und dass mein Auto in gut neun Monaten so gut wie keine Chance hatte, einen neuen TÜV-Stempel zu bekommen, daran mochte ich jetzt aber noch überhaupt nicht denken. Oder etwa doch? Machte sich in meinem Hinterkopf nicht manchmal so ganz leise ein komisches Gefühl breit? Hatte ich nicht in letzter Zeit öfters einmal

 Magenbeschwerden? Woher kamen die denn? Ach Unsinn, mir ging es doch blendend. Ein wenig überarbeitet, das vielleicht schon, aber sonst? Nein, das konnte nicht sein. Ich doch nicht. Schließlich hatte ich bisher immer alles geschafft. Ich war zweimal geschieden, allein erziehend mit drei Kindern und hatte immer dafür gesorgt, dass genügend von allem da war. Wir sind in Urlaub gefahren wie jede andere „komplette“ Familie auch und auch sonst fehlte es den Kindern an nichts. Da ich immer die gesamte Kleidung der Kinder und auch meine eigene komplett selber genäht hatte, konnte ich natürlich eine Menge Geld sparen, worum ich in meinem Bekanntenkreis auch immer sehr beneidet wurde. Doch wie viele Nächte ich mir damit um die Ohren geschlagen hatte, konnte sich wohl kaum jemand vorstellen.

Und nun lag ich in meinem „Bett“, hatte diesen komischen Schmerz und dachte nach.

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