Titel

Über die Liebe

Leseprobe

Urheber
Michelle Klemm

Printbook / Ebook

Verlag
epubli /
Bindung
Paperback
Seitenzahl / Dateigröße
188 / --- KB
Sprache 
Deutsch
Format
Din A5 hoch / ---
ISBN / ASIN
978-3-8442-7931-3 / ---
Preis
€ 14,50 (je nach Anbieter zzgl. Porto) / € ---

Internet
www.aljona-poems.de.tl

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Was ist Liebe?
Die Gedichte und Erzählungen in diesem Buch versuchen eine Antwort auf diese Frage zu finden. Sie berichten über die Liebe auf den ersten Blick, zerbrochene Träume und Hoffnungen, Sehnsüchte sowie die tiefen Gefühle und die Herausforderungen in einer langjährigen Beziehung. Sie zeigen die Liebe in ihrer Vielschichtigkeit, erzählen von Begegnungen und Trennungen, heißen und kalten Nächten, Freude und Traurigkeit. Auch wenn sie schmerzt, so ist die Liebe doch immer wieder schön.
Was wäre das Leben ohne sie?


Leseprobe

Was ist Liebe?

Liebe ist ein Gefühlschaos,
man muss es sortieren.
Liebe ist Angst
davor ihn zu verlieren.
Liebe ist wagemutig,
man ist zum Sprung bereit.
Liebe ist Träumen von der Zukunft,
einer Zukunft zu zweit.

Liebe ist Poesie,
wenn ein Liebender Gedichte schreibt.
Liebe sind Tränen in der Nacht,
wenn die andere Hälfte des Bettes leer bleibt.
Liebe ist, auf Wolken zu schweben
und doch nicht völlig abzuheben.
Liebe muss lernen,
nach einem Streit auch zu vergeben.

Liebe zerbricht,
wenn Eifersucht sie begleitet.
Liebe ist ein Versprechen:
bis dass der Tod sie scheidet.
Liebe ist eine Erinnerung,
weil man die erste nie vergisst.
Meine Liebe bist du,
weil du einfach wundervoll bist.

***

Kirschblütentraum

Still steht er in jenem Garten,
verharrend in Erinnerung.
Auf dem Tisch die Teekanne
erzählt von alten Zeiten stumm,
von seiner Liebsten, die vor Jahren
sein Herz eroberte im Sturm.

Leise fällt der zarte Schnee,
so wie's einst die Blüten taten;
viel zarter, schöner noch war SIE,
alle Männer um SIE warben,
ein Augenaufschlag reichte schon,
brachte jeden zum Verzagen.

Voller Anmut war ihr Tanz,
bezaubernd, beinah feengleich,
kostbar war ihr Festgewand,
das Haar geschmückt mit Spangen reich.
Wenn SIE das Shamisen spielte,
lauschten Erd- und Himmelreich.

Er erinnert sich sehr gut,
wie sie hier zur Teezeit scherzten,
SIE schenkte ein so elegant,
oft wünschte er aus tiefstem Herzen,
SIE wäre nur für ihn bestimmt...
Noch heut bereitet es ihm Schmerzen.

Das Schicksal hat es so gewollt,
dass ein andrer SIE bekam.
Was immer SIE für ihn empfunden,
auf Liebe kam es hier nicht an.
SIE hatte nicht das Recht zu wählen,
wen SIE sich gewünscht zum Mann.

Viele Jahre sind vergangen,
nie wieder hat er SIE gesehn.
Er ist an diesen Ort gekommen,
um im Geist zurückzugehn,
die Teekanne hat ihm geholfen -
Wer ließ sie nur allein dort stehn?

Immer noch fall'n leise Flocken,
auf dem Tisch ein Hauch von Weiß,
auch der Deckel ist bezuckert,
nur um den Bauch zieht sich ein Kreis,
als wäre SIE noch immer da,
als wär der Tee darin noch heiß.

***

Ja

Ja - zwei Buchstaben
ein kleines Wort
von großer Bedeutung
Ja zueinander sagen
das ist leicht
dahinter steht jedoch
eine gewaltige Aufgabe
Denn ein Ja
das heißt eigentlich
für immer Du
nicht nur mit
sondern auch für
den anderen leben
eigene Interessen hintanstellen
gemeinsam Konflikte lösen
und Kompromisse schließen
Ja heißt schlussendlich
eine einzige Liebe
von der man
auch noch viele
Jahre später nie
genug bekommen kann

Willst du es?
Bist du dir
darüber wirklich klar?
So sag es
aus tiefstem Herzen:
Ja!

***

Heiraten

Zwei Herzen, die zueinander finden,
lassen sich nicht mehr los,
sie wollen sich nun ewig binden,
ihre Liebe ist grenzenlos.

Ein Traum in Weiß
und ein stattlicher Mann,
es ist der größte Liebesbeweis,
den ein Paar erbringen kann.

Verwandte und Freunde kommen,
geben sich die Klinke in die Hand.
Nur ein "Ja" schon hat es begonnen:
ein Abenteuer - Ehe genannt.

Alles Gute für diese Zukunft
wünschen wir euch von Herzen,
eine Mischung von Liebe und Vernunft
kann auch mal Tiefschläge verschmerzen.

***

Gewitterregen

Trübe Gedanken, kann nicht verstehen -
fühl mich verlassen, will nicht mehr gehen.

Tausende Fragen, die Antwort ist fern -
bedrückende Stille, schon seit gestern.

Lauter Donner die Stille zerreißt -
donnernde Worte haben die Herzen vereist.

Blick hinaus in den Regen, selbst der Himmel weint -
das Bild verschwimmt, Träne mit Regentropfen vereint.

Die Luft kühlt ab, die Schwüle schwindet -
das Aug' wird trocken, Herz wieder zum Herzen findet.

***

Wenn du wieder weg bist

Sie lag wach auf dem Sofa. Immer wieder schloss sie die Augen, aber es half nichts, sie konnte einfach nicht einschlafen. Die letzten Tage waren ziemlich aufregend gewesen. Und nicht nur das, zum ersten mal seit dem Unfalltod ihres Mannes hatte sie das Gefühl, glücklich zu sein. Aber es war auch alles sehr verwirrend. Sie fragte sich, wie die ganze Sache weitergehen würde. Schließlich konnten die drei nicht ewig bei ihr bleiben, irgendwann mussten sie zurück nach Hause fahren, sonst würde es am Ende noch Probleme mit dem Vermieter geben. Das war schon eine verrückte Geschichte. Es war ein regnerischer Donnerstag gewesen, ihr letzter Arbeitstag vor dem Urlaub und den Feiertagen. Natürlich war es wieder später geworden, wie üblich an solchen Tagen. Sie war auf dem Heimweg gewesen und hatte sich geärgert, dass sie am Morgen zu Fuß gegangen war, statt das Auto zu nehmen. Der letzte Bus war längst abgefahren, sodass sie im strömenden Regen hatte nach Hause laufen müssen. Zumindest hatte
 sie immer ihren Schirm dabei, nur half der nicht gegen die nassen Füße. Sie hatte es fast geschafft, in fünf Minuten wäre sie am Ziel gewesen, als sie in der Seitenstraße, die sie gerade passierte, eine Schlägerei bemerkte. Im ersten Moment war sie wie erstarrt und wusste nicht, ob sie weglaufen oder sich einmischen sollte. Es war eine ziemlich unfaire Sache, zwei Typen prügelten und traten auf jemanden ein, obwohl ihr Opfer bereits am Boden lag. Sie war nur eine Frau und ganz allein; um die Uhrzeit und bei dem Wetter war niemand auf der Straße unterwegs. Aber konnte sie denn einfach wegsehen? Dann ging alles ganz schnell. Sie konnte sich selbst nicht mehr wirklich erinnern, was sie gerufen hatte, wahrscheinlich war es so etwas wie "Hilfe!" oder "Ich rufe die Polizei!" gewesen, vielleicht aber auch etwas anderes. Zuerst befürchtete sie, dass die Männer gleich auf sie losgehen würden. Aber dann, wie durch ein Wunder, kamen aus der Straße hinter ihr Leute angerannt. Und die Schläger
 nahmen reiß aus. Das nächste, an was sie sich !
 erinnert
e, war, dass sie neben dem jungen Mann, der so brutal zusammengeschlagen worden war, stand; ihr Schirm war ihr irgendwie abhanden gekommen. Die beiden anderen Männer, die ihr zu Hilfe geeilt waren, knieten neben dem am Boden Liegenden und redeten in einer fremden Sprache, auf ihn ein. Sie schienen das Opfer zu kennen. Wenn sie sich jetzt an die Szene erinnerte, klopfte ihr Herz erneut wie verrückt. Die darauf folgenden Minuten waren ihr wie eine Ewigkeit vorgekommen. Sie hatte einfach nur dagestanden und beobachtet, was weiter geschah. Der Mann lebte noch, sah aber ziemlich schlimm aus. Einer seiner Freunde half ihm aufzustehen. Der Regen prasselte auf die vier nieder. Plötzlich wandte der andere Mann sich ihr zu. Er hatte ihren Schirm aufgehoben und reichte ihn ihr. Er sprach jetzt Englisch, bedankte sich und fragte, ob sie ok wäre. So langsam kam sie wieder zu sich, versicherte ihm, dass mit ihr alles in Ordnung sei. Er ging wieder zu seinen Freunden. Den Verletzten stützend,
 schickten sie sich an zu gehen. Auf der Kreuzung blieben sie jedoch stehen und sahen sich unschlüssig um, so als wüssten sie nicht, welchen Weg sie nehmen sollten.

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