Titel

Übelungen

Leseprobe

Urheber
Peter Pitsch

Verlag
Wortgewaltig
Bindung
Paperback
Seitenzahl
68
Sprache
Deutsch
Format
21 x 15 cm
ISBN
978-3-9403-7206-2
Preis
€ 9,50 (je nach Anbieter zzgl. Porto)

Internet
www.peter-pitsch-schriftsteller.com

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Texte von absurder Tragik und einer schmerzlichen Direktheit. ´Übelungen´ richtet sich an Fans einer modernen, unromantischen Lyrik, die von der Darstellung des Hässlichen, Traurigen und Grotesken nicht abgeschreckt werden. Ein lyrisches Ich beobachtet und erzählt - gnadenlos und schnörkellos prasseln die Eindrücke auf den Leser ein. Einem expressionistischen Feuerwerk gleicht diese Gedichtsammlung, in der Tod und Krankheit, Prostitution und Gewalt, Angst und urbane Hoffnungslosigkeit herrschen. Der Mensch wird zum Spielball in dieser von ihm selbst geschaffenen Welt und muss kämpfen, um nicht in ihr unterzugehen. Peter Pitsch ´Übelungen´ mischt das Feine mit Groteskem, das Schöne mit Hässlichem und lässt so zeitgenössische Lyrik entstehen.

Leseprobe

GEISTER  

Hockst du vor dem Café am Trafalgar Square oder ein anderer?

Unter der Farblosigkeit eines wolkenverhangenen Nachmittags

laufen Leute über das Trottoir zielstrebig mit eingeübter

Nonchalance, jeder auf seinem eigenen Trip, zwanzig Grad

überm Gefrierpunkt, gurrende Tauben und der Schädel von

einem Zwiespalt umkreist.

Am maroden Faden baumelt dein Verstand seit frühen Jahren,

an ausgestopften Tagen ohne Aufbegehren, vom Wissen geplagt

ein substanzloses Leben über Programme und Rituale definiert

eine Tour auf Schienen, planmäßig die Enge durchmessend

Entgleisung als einzige Möglichkeit ins Dasein auszubrechen

 

---------------------------------Zerbröckelung

der-----------------------------------------------------------------

--------------------------------------------------------Person

 

"Ist der Platz noch frei?" fragt eine Stimme aus nächster Nähe

und du hebst die Stirn aufgeschreckt aus dem Befremden und

plötzlich - in den Gedanken des Anderen - findest du dich wieder

zweigeteilt mitten im Niemandsland inmitten zweigeteilt.  

 

UNTER STROM  

Gegenüber ein Flaschenmeer und mein zerkratztes Spiegelbild

in schummriges Spelunkenlicht getaucht auf der letzten Station

nächtlicher Wanderung, wenn Grenzen zwischen Gedanke und

ausgesprochener Wirklichkeit zu einem Mahlstrom zerlaufen.

Die Stripperin an meiner Seite hält vor müder Eitelkeit ihre Lider

halb gesenkt, ehe sie das Glas kippt sitzt auf ihrem Hocker

der Tod, schneidet mir ins Wort mit dem Skalpell der Erinnerung.

 

Zeit aufzubrechen, den Rest schmachvoller Stunden vor dem

Fenster der Spektakel zu verbringen, darin monströse Insekten

fühlerzuckend die Plasmaschirme rammen - ein Festmahl

hingestreckter Leiber vor orgastischen Bildern erstarrt (beim

Verdrängen unheimlicher Taten), Lebensmodelle aus

Hollywood dröhnen durchs Hirn gleich Echos, Kurzschlüsse

desselben Programms ohne spürbare Variationen, noch beim

Einschlafen summen alle Fernbedienungen der Welt eine

berauschende Monotonie durch den Äther des Morgens.  

 

THEATER  

Rein in die andere Haut

ich mime wen ihr wollt

ob Lakai, ob Klown

ich bin´s für euer Geld

ihr, hinter den Lichtern:

breites Aufgebot

schadenfroher Gestalten

euphorisch vor Entsetzen

wenn ein Possenreißer

(der Schose überdrüssig)

den Souffleur erschlägt.

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