Titel

Todes-Wind, Samtpfote auf Mörderjagd

Leseprobe

Urheber
Manu Wirtz

Verlag
BoD Norderstedt
Bindung
Paperback
Seitenzahl
156
Sprache
Deutsch
Format
12 x 19 cm
ISBN
978-3-8391-5307-9
Preis
€ 11,90 (je nach Anbieter zzgl. Porto)

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Was macht eine ganz normale Hauskatze außer jagen, spielen und fressen? Wenn sie in der Eifel lebt, geht sie auf Mörderjagd! 

Kaum hört die Katze Jule von dem Mord an einem Freund, will sie den Fall aufklären! Aber wer ist der Mörder? Ist es der Bauer mit Rachegelüsten gewesen? Oder der korrupte Landrat? Oder die Windenergiefirma, die hinter dem Stück Land her ist, das dem Toten gehörte? Da macht Jule eine sensationelle Entdeckung, die sie auf die Spur des Mörders bringt!

Leseprobe

»Sie haben von der leidigen Mordgeschichte bestimmt gehört.«

»Sicher, es wird im Kreis über nichts anderes mehr geredet«, schnaubte Wohlgemuth. 

Er hatte Benneke den Kontakt zu Karl-Heinz Vogel hergestellt, nachdem er mitbekommen hatte, wie der sich nach Windenergieanlagen erkundigte.

Benneke sprach weiter: »Es war klug von Ihnen, Herrn Vogel von unserer Firma zu überzeugen. Schließlich haben alle Seiten bisher von diesem Geschäft profitiert.« 

Jan Benneke lehnte sich weiter in den Sessel hinein. 

»Nach dem Vertrag, den wir mit Herrn Vogel hatten, gehört nach seinem Tod das Grundstück nun unserer Firma. Unser Rechtsbeistand hat bereits die Umschreibung des Grundstücks eingeleitet.

«Landrat Wohlgemuth mache tellergroße Augen, mit dieser Geschwindigkeit hatte er nicht gerechnet. »

Herrje, der Mann ist ja noch nicht mal unter der Erde. Er liegt immer noch in der Gerichtsmedizin. Konnten Sie nicht wenigstens die Beerdigung abwarten?«, rief er aus.

Benneke schüttelte nur den Kopf. »Wir planen eine Erweiterung der Anlagen. Es stehen im Moment drei Windräder da, wir wollen weitere drei aufstellen in den nächsten zwei Jahren.«

Wohlgemuth wusste genau, dass so eine Erweiterung weit über das hinausging, war im Regionalplan vorgesehen war und pfiff leise durch die Zähne. 

»Wir sollten aufpassen, dass es hier nicht bald so aussieht wie an
der A1 bei Euskirchen. Die Bürgerinitiative gegen die 58 Massenbebauung von Windkrafträdern hat lange Zeit Ruhe gegeben. Aber auch nur, weil wir damals zugesagt haben, dass es keine weiteren Windanlagen in Walsdorf mehr geben wird. Wenn das bekannt wird, geht das Geschrei erst richtig los.«

Benneke beugte sich nach vorne und sah den Landrat tief in die Augen. 

»Eben! Hindern Sie den zuständigen
Fachausschuss daran, eine negative Empfehlung an die regionale Planungsgemeinschaft auszusprechen«, sagte er brutal direkt.

Wohlgemuth holte tief Luft. »Das ist eine massive Einmischung. Das kann mich Kopf und Kragen kosten, wenn das rauskommt.«

»Dann müssen Sie dafür sorgen, dass es nicht rauskommt «, konterte Benneke rasch. »Die Details will ich nicht wissen. Nur das Ergebnis zählt. Sie sagen mir nur, wie viel pekuniäre Überzeugungsleistung dafür nötig ist und wer gegebenenfalls mit ins Boot geholt werden muss. Nur halten Sie den Kreis klein. Sie kennen das Sprichwort: Wenn zwei es wissen, ist es schon kein Geheimnis mehr.«

Wohlgemuth winkte mit der Hand ab. »Ich bin ein alter Hase in der Politik. Ich mache keine Fehler.« 

Der Landrat blickte auf seine Uhr und Jan Benneke nahm das als Zeichen für das Ende der Besprechung. Er stand auf und knöpfte sein Jackett zu. 

»Ich werde mich bald auf Ihrem Handy melden«, sagte er zum Abschied und reichte Wohlgemuth die Hand. »Danke, ich finde selbst hinaus.«

Landrat Helmut Wohlgemuth blieb alleine im Büro zurück und sah sich den Scheck auf dem Schreibtisch noch einmal an. Er machte ein sehr zufriedenes Gesicht.

Dann wendete er sich einem Gemälde an der Wand hinter ihm zu. Die Ölmalerei zeigte eine Bauernszene bei der Ernte.

Zu meinem Erstaunen konnte er den Bildrahmen aufschwenken und ein Safe wurde sichtbar. Er fing an, schief und völlig unmusikalisch ein Lied zu summen.

Er tippte eine Kombination ein und öffnete den Safe. Dann nahm er den Scheck vom Schreibtisch und legte ihn hinein.

Leider hatte ich nicht die Tastenkombination des Safes erkennen können, da der Mann mit seinem dicken Körper das Blickfeld versperrte. 

Er schloss den Safe wieder zu und schwenkte das Bild zurück auf seinen
Platz. Er summte noch lauter und ging lächelnd aus dem Büro. Ich atmete erst einmal tief auf und dachte

einen Augenblick nach.

Leise schlich ich mich zur offenen Türe und zischte in den Flur: »Jaaaaackiiiiiiiii«.

Ein schwarzer Kopf erschien gegenüber und mit zwei Sätzen war mein Bruder bei mir.

»Wo ist er hin?«, fragte ich ihn aufgeregt.

»Richtung Schlafzimmer. Ich nehme an, schon wieder mal umziehen. Der verbraucht mehr Klamotten am Tag als ein Model.« Wir schlichen uns zum Schreibtisch.

»Was war denn los? Erzähl mal«, drängelte er.

»Später«, sagte ich und blickte zum Bild empor.

»Weißt du, wie der Safe aufgeht?«

»Ich weiß, in welcher Reihenfolge man die Tasten drücken

muss, wenn du das meinst. Hab ich schon oft beobachtet.«

»Na, dann komm mal mit, du bist ab sofort Panzerknacker«, grinste ich und sprang mit einem Satz auf das Sideboard unter dem Gemälde.

Mein schwarzer Bruder mir hinterher. Wir versuchten zu zweit, mit unseren Krallen unter den Bildrahmen zu kommen.

Es hielt an einem Magnetschnäpper fest. Erst nach einer Weile gelang es mir, in eine Lücke eine Pfote zu schieben und durch die Hebelwirkung den Rahmen zu lösen und zur Seite zu schwenken. Der Safe war ein Stückchen über unseren Köpfen in der Wand eingebaut. Wir mussten uns also auf die Hinterpfoten stellen.

Ich überließ meinem Bruder jetzt das Weitere. Er reckte sich und mit der Pfote drückte er verschiedene Knöpfe auf der Tastatur. Aber seine Tatzen waren zu breit, er drückte jedes Mal auch die Nachbarknöpfe mit und so kamen wir nicht an den Inhalt ran.

»So geht das nicht. Versuch es nur mit einer Kralle«, sagte ich leise zu ihm.

Er stellte sich noch mal auf die Hinterbeine und fing konzentriert von vorne an. Eine rosa Zungenspitze schaute dabei aus seinem Maul heraus. 

Er drückte die Tastenkombination nun mit der Kralle ein und es funktionierte.

Nach kurzer Zeit gab es ein klackendes Geräusch und die Safetüre sprang ein paar Zentimeter auf. Jacky schob seine Nase in den Spalt und drückte die Türe ganz auf.

Sofort streckte ich mich auf die Hinterpfoten und suchte nach dem Scheck von vorhin. Er lag im Fach ganz obenauf. Ich zog ihn mit meinen Krallen aus dem Safe und er segelte langsam zu Boden.


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