Titel

TANTRAFEE
Geschichte(n) einer Tanta-Masseurin


Leseprobe

Urheber
Iris Bücker

Verlag
BoD Norderstedt
Bindung
Paperback
Seitenzahl
156
Sprache
Deutsch
Format
12 x 19 cm
ISBN
978-3-8391-3181-7
Preis
€ 14,95 (je nach Anbieter zzgl. Porto)

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"Tantrafee" erzählt aus dem Leben der Autorin, ihren Weg von der Sekretärin zur Tantra-Masseurin und einzelne Geschichten, die sie in ihren Tantras mit den Gästen erlebt hat.


Leseprobe

Der Tantra-Guru  

„Nun zeig mir einfach mal, wie du bisher mit Schwänzen umgegangen bist … dazu sagen wir hier übrigens „Lingam“ … sagte er. „Also bisher habe ich überhaupt gar keine Schwänze massiert …“ Ich saß zwischen seinen angewinkelten kalkweißen Kackstelzen und hatte seinen schlappen „Lingam“ in den Fingern. Sanft, ganz sanft begann ich ihn zu kneten, auf dass es steif werde. „Richtig so?“ „Nimm mal den Lingam am unteren Schaft in die Hand und dann berührst du die Eichel ganz sanft, indem du sie mit dem Finger umkreist…“ Wenn er wüsste, dass sein bestes Stück noch wenige Minuten zuvor, als ich seine Rückseite massierte, in akuter Gefahr war“, dachte ich. Denn als ich ihn in Bauchlage massieren sollte, war mir die glitschige Ölflasche aus den Fingern geflutscht und als ich danach greifen wollte, wäre ich fast zwischen seinen Beinen auf diesen langen sehr rötlichen Sack getreten – um Sackhaaresbreite.  

„Ich mag dich nicht!“ sagte er schon beim nächsten Termin, „du bist ein lauter Mensch und laute Menschen mag ich nicht.“ Ich war wie vor den Kopf gestoßen. Meistens rede ich etwas lauter, weil mein linkes Ohr taub ist. Aber dass mich deswegen jemand nicht mag? „Es ist zwar beeindruckend, dass du jetzt 1 Jahr trocken bist, aber wir (damit meinte er seine Lebensgefährtin) trauen dir nicht zu, dass du das auch auf Dauer weiter schaffst.“  

Nun, in dieser Hinsicht blies er ins gleiche Horn wie meine Therapeuten in der Suchtklinik, die ebenfalls keinen Pfifferling auf mich gaben.

Während meiner Lernzeit verschwand meine Neurodermitis an Händen und Füßen komplett und auch mein Weichteil-Rheumatismus wurde weniger.  

Bereits nach 3 Wochen Training kam ein überraschender Anruf vom Guru: „XY ist krank, kannst du bitte in nächster Zeit ihre Termine übernehmen?“ Tja, und so begannen meine ersten eigenen Tantra-Massagen in seinen Räumen.  

Gleich der erste Gast war der Berufsschullehrer meiner Tochter, wie sich nach der Massage im Gespräch herausstellte, weil er aus meiner Heimatstadt kam. Der arme Kerl fuhr 160 km, um seine Anonymität zu wahren und traf ausgerechnet auf mich. Ein Jahr später übrigens noch einmal in meiner Wohnung, weil er mich im Internet nicht erkannt hatte und ich ja in einem anderen Ort arbeitete als der Guru.

 Was Tantra für mich ist …  

Tantra ist sein,

wer und wie Du bist,

Dich berühren lassen

und berühren,

Dich annehmen

wie Du bist ...

mit Liebe und Respekt ...

(Zitat)

Tantra hat in unserer westlichen Kultur eine verwirrende Vielfalt von Bedeutungen bekommen. Je nachdem, wer den Begriff gebraucht und wer zuhört, werden die unterschiedlichsten Assoziationen geweckt. Unter dem Begriff „Tantra“ werden auch mittlerweile die verschiedensten, oft unseriösen, Dinge angeboten.  

Der Begriff „Tantra“ stammt aus dem Sanskrit und bedeutet soviel wie „Weben“ und „Ausdehnen“. Interpretationen, was miteinander verwoben wird und was sich wie wohin ausdehnt, gibt es für jeden Bedarf.  

Für mich und im Sinne meiner Arbeit ist Tantra die Verbindung von Spiritualität und Sinnlichkeit bzw. Sexualität. Tantra ist eine aus Indien kommende, uralte Lebensphilosophie, die sehr viel Respekt für alles Lebendige beinhaltet; dabei wird unter anderem auch die sexuelle Natur des Menschen respektiert.  

Der Körper ist der Tempel der Seele, und die sexuelle Energie ist die stärkste und ursprünglichste Quelle für Lebensfreude und Kraft, die wir haben.  

Wir befassen uns mit der sexuellen Energie als einem von vielen Aspekten des Menschseins. Meiner Arbeit liegt das Verständnis der Einheit von Körper, Gefühlen, Geist und Seele zugrunde.  

Das Abspalten der sinnlichen Lust als etwas, das irgendwie peinlich, schmutzig und schlecht ist, soll überwunden werden. Männer und Frauen werden hier in einem sehr liebevollen Rahmen durch Meditation und Berührung auf eine sinnliche Reise durch ihren Körper geschickt und bekommen einen neuen Zugang zu ihrer Lebenslust und Selbstliebe.

Verschiedene Elemente aus östlichen und westlichen Entspannungstechniken werden zu einem besonderen tantrischen Ritual im ansprechenden privaten Rahmen bei Musik, Duft und angenehmer Wärme verknüpft. Der ganze Mensch wird einschließlich des besonders empfindlichen und empfänglichen Intimbereichs berührt. Der ganze Körper wird dabei mit warmen Ölen verwöhnt, die Aktivierung der Chakren (Energiezentren) spielt eine wesentliche Rolle, um Blockaden zu lösen und ganz anwesend zu sein. Der vertiefte Atem und die zarten Berührungen helfen diese erotischen Kräfte in den ganzen Körper zu verteilen. Sinnlichkeit und Lust dürfen sich von den Zehenspitzen bis in die Haarspitzen ausbreiten.  

Männer, Frauen und Paare werden sehr liebevoll auf eine sinnliche Reise durch ihren Körper geschickt und bekommen einen neuen Zugang zu ihrer Lebenslust und Selbstliebe! Dabei sind Geschlecht, Gewicht, Figur, Alter, Aussehen, Behinderung, Neigung oder sexuelle Ausrichtung völlig unwichtig - ich arbeite mit Menschen!  

Die tantrische Arbeit und die damit verbundene Selbsterfahrung helfen besonders bei der Lösung oder Linderung von sexuellen Störungen und Blockaden bei Mann und Frau! Hier geht es um den mystischen G-Punkt, erektile Dysfunktion, Prostata-Operation, Impotenz und die Klärung der Ursachen, die oft nicht körperlich, sondern auch seelisch sein können.  

Zunehmend arbeitete ich besonders mit Suchterkrankten und Adipositas-Betroffenen, denn hier konnte ich aus meinem persönlichen Erfahrungsschatz schöpfen und Wege zeigen zu sich selbst und einem lebenswerten Leben.

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