Titel

rettet der Deutsch!

Leseprobe

Urheber
Jens Petersen

Verlag
tredition
Bindung
Paperback
Seitenzahl
100
Sprache
Deutsch
Format
Din A5
ISBN
978-3-8685-0219-0
Preis
€ 11,90 (je nach Anbieter zzgl. Porto)

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Dieses Buch hat sich  übrigens genauso wie sein Vorgänger  praktisch von alleine geschrieben. Kaum war mein erstes Buch Die Sprachpanscher im Februar 2008 erschienen, da ging es auch schon lustig weiter. Verquaste Formulierungen, peinliche Pannen, grausame Grammatik-Gurken, riesige Rechtschreibmängel, unfreiwilliger Ulk  es ist etwas faul im deutschen Mediendschungel!

Auf meinen Erstling Die Sprachpanscher habe ich  für mich etwas überraschend  ausschließlich positive Resonanz erhalten. Das ist deswegen erstaunlich, weil ich ja doch dem einen oder anderen Autoren mächtig auf die Füße getreten bin. Aber seien wir doch mal ehrlich: Wenn jemand jahrelang, sei es auch als Ungelernter, als freier Mitarbeiter, für eine Zeitung, Zeitschrift oder ein Wochenblatt Texte schreibt, und niemand unter den Blattmachern bemerkt dermaßen kapitale Fehlleistungen, wie ich sie im Vorgänger und auch in diesem Buch aufliste, dann sehe ich es geradezu als meine Verpflichtung an, den Finger in die Wunde zu legen!

Mich interessieren nicht die kleinen Rechtschreibfehler, Flüchtigkeiten, die schließlich auch mir ab und an unterlaufen. Aber sehr wohl sinnentstellende Äußerungen, grammatikalischer Blödsinn, Sätze, die keinen Sinn ergeben und das von Leuten, die das als Handwerk, als Broterwerb betreiben!

Es geht mir nicht darum, jemanden bloßzustellen, auch wenn hier zeitweise immer wieder die gleichen Namen auftauchen. Es geht hier darum, dass ein Pfusch solchen Ausmaßes, für den jeder Handwerker teuer in Regress genommen würde, ganz offensichtlich auf leichte Weise verhindert werden könnte. Einfach, indem man mal Korrektur lesen würde. Das sollte auch bei Wochenblättern möglich sein. Denn seriöse Inserenten dürften sich doch in einer so zusammengepfuschten Umgebung eigentlich nicht wohlfühlen meine ich zumindest!

Alle aufgeführten Zitate habe ich übrigens so belassen, wie ich sie vorgefunden habe, auch wenns manchmal schon ein bisschen wehtat.

Leseprobe

Dennoch hatte Berti durchaus auch Fans unter den Journalisten. Jürgen Emig etwa, dem wir das göttliche "Heftiglich drücken wir Berti die Daumen" verdanken.

Oder Heribert "Nabendallerseits" Faßbender, der sich allerdings auch mit anderen Kickern beschäftigte.

Jörg Heinrich ist der einzige beidfüßige Fußballer im deutschen Team.

Hierzu sei angemerkt, dass er nicht über die Paralympics sprach, sondern über ein reguläres WM-Spiel gegen den Iran.

Natürlich darf bei solcherlei Sprachmeierei auch der kometenhaft aufgestiegene Gerhard Delling nicht fehlen, dessen Dialoge mit Günter Netzer ja bekanntlich inzwischen sogar preisgekrönt sind (Das hat der Günter Netzer jetzt aber nicht ernst gemeint, oder?). Eingedenk der Tatsache, dass das Elfmeter-Schusspech die Engländer speziell gegen Deutschland nun schon Jahrzehnte

begleitet, analysierte er einen Fehlschuss des Fußballers Batty mit dem knallharten:Schon beim Anlauf sieht man, dass das nicht so die nachgedachte Variante wird.

Seien wir nachsichtig, er war jung und brauchte das Geld.

Sein Partner hingegen ist nun schon über Jahre sichtlich bemüht, dem Vorurteil entgegenzuwirken, Fußballer seien nicht besonders intelligent. Seine durch zahlreiche "hs" gewürzten Äußerungen winden sich geradezu verzweifelt auf der Suche nach dem besonders gewählten Ausdruck durch die Sätze. Meistens gelingt ihm das ganz gut, und seine Analysen des jeweiligen Fußballspiels gelten in Fachkreisen ja auch als durchaus treffend. Knapp und präzise spricht er dem Fußball-Fan aus dem Herzen.

 

Claudia Roth

Die Grünen sind ja so eine Partei für sich. Gute zwanzig Jahre zähes Ringen um Frauenquoten, Umwelt- und Naturschutz, Friedensbewegung und Bundeswehreinsätze haben aus dieser Partei letztendlich so etwas wie eine (inzwischen eher dunkel-) grün angestrichene kleine Schwester der sonstigen Parteien im Lande gemacht.

Längst passé sind die Zeiten von Turnschuhministern und strickenden Quotenfrauen in den Parlamenten. Da präsentieren sich inzwischen auch durchaus menschelnde Spitzenkräfte der Grünen dem staunenden Volk. Zu ihnen gehört beispielsweise Claudia Roth. Die blonde Vorzeigegrüne gibt sich scheint’s alle Mühe, Volksnähe zu demonstrieren. Leider schießt sie dabei übers Ziel hinaus. So geschehen – und gesehen - Ende März 2008 in der Fernsehsendung „Zimmer frei“ im WDR-Regionalprogramm.

Inhalt der Sendung ist es, dass jeweils ein (oft eher Halb-)Prominenter sich bei den Gastgebern Christine Westermann und Götz Alsmann vorstellt, um ein Zimmer in der virtuellen Fernseh-WG zu bekommen. Unter Zuhilfenahme von musikalischen Darbietungen, möglichst schlagfertigen Gesprächsrunden und Spielen, die sich teils auf Kindergeburtstagsniveau befinden, soll das Saalpublikum letztendlich mittels grüner oder roter Karten die Entscheidung treffen, ob der/die Kandidat/in einziehen darf. Claudia Roth durfte. Bei einer Gegenstimme.

Ich frage mich wirklich, ob Menschen, die über Auslandseinsätze der Bundeswehr mitentscheiden oder auch andere Beschlüsse von weltpolitischer Tragweite treffen, sich derart kindisch-albern präsentieren dürfen. Zumal Frau Roth ja auch erst kurz zuvor dabei war, als die Bundestagsabgeordneten sich eine „unbedingt notwendige“ Inflationsanpassung (Diätenerhöhung klingt ja schließlich viel zu negativ) um 9,4 Prozent genehmigten. Aber der Wähler hat ja ein notorisches Kurzzeitgedächtnis, beziehungsweise überhaupt kein Langzeitgedächtnis…

Vielleicht sollte man derlei TV-Sendungen mit Bundespolitikern in Zukunft direkt vor Ort in Kandahar, Masar al Sharif oder Kundus vor Livepublikum produzieren. Anschließend könnten die weltpolitischen Entscheidungen der Berliner Parlamentarier möglicherweise kompetenter ausfallen. Wenn sie denn dann noch welche treffen können.

Nur kurz nach ihrem Auftritt Marke „Fettnäpfchen“ war dann wieder die Weltpolitik dran. Frau Roth wurde pflichteifrig von Journalisten zum Thema Olympiaboykott in China befragt. Sie sagte dazu: „Ich würde ihn zum jetzigen Zeitpunkt nicht befürworten.“ (Also hält sie sich zunächst alle Türen offen, ein typischer Politikerreflex. Bloß keine klare Meinung äußern.) Aber dann darf der aufmerksame Zeitungsleser sie einmal mehr bei Deutsch auf Kindergeburtstagsniveau erwischen: „Aber ausschließen finde ich falsch, weil das rechtfertigt ja das weitere Vorgehen.“ Mal ganz davon abgesehen, dass dies eine Äußerung mit Null-Inhalt ist (Wen oder was will sie ausschließen? Was für ein weiteres Vorgehen würde dieses Irgendwas/Irgendwen rechtfertigen?), sollte man Frau Roth ein bisschen Nachhilfeunterricht in deutschem Satzbau erteilen. Aber all dies bringt mich auch auf eine kühne Idee: Diese Frau hat in letzter Zeit ein großes Talent unter Beweis gestellt! Hohle Phrasen, albernes Gehampel im Fernsehen, Holperdeutsch - mit

Claudia Roth wäre doch wohl endlich die Nachfolge für Thomas Gottschalk bei „Wetten dass?“ geregelt – oder etwa nicht? Nur die Haare müsste sie noch etwas wachsen lassen.

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