Titel

Monster von nebenan - Wie gut kennen Sie Ihren Nachbarn?

Leseprobe

Urheber
Beate Handler

Verlag
Goldegg Verlag
Bindung
Hardcover mit Schutzumschlag
Seitenzahl
363
Sprache
Deutsch
Format
21,6 x 14,4 cm
ISBN
978-3-9027-2945-3
Preis
€ 22,00 (je nach Anbieter zzgl. Porto)

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Die Kriminalfälle Fritzl oder Kampusch verstören die Menschen. Niemand rechnet damit, dass die Nachbarn, die man gut zu kennen glaubt, sich als wahre Monster entpuppen.

Bei derartigen Ereignissen erwachen tiefste innere Ängste und Fragen: Kann jeder von uns zum Killer werden? Ab wann werden Fantasien und dunkle Wünsche zur realen gefährlichen Bedrohung? Lauern in uns allen Abgründe, von denen wir nichts wissen möchten?

Unsere Kindheit ist der Schlüssel zu unserem Wesen und macht uns zu dem, was wir sind. Aber lässt die mörderische Triade Bettnässen, Tierquälerei, Brandstiftung unweigerlich Psychopathen heranwachsen?

Das Buch erzählt über die scheinbar ganz Normalen , verschiedenste Abstufungen von Auffälligkeiten und vom Abstieg in schwärzeste Schluchten menschlichen Verhaltens.

Nach der Lektüre dieses Buchs werden Sie Ihre Nachbarn mit anderen Augen sehen  

Leseprobe

Auszug aus: Abgründe - Bizarre und unglaubliche Taten  

Bei der Internetrecherche das Thema „Abgründe der menschlichen Seele" betreffend, stieß ich bei „Online Focus" auf den Artikel „ Großbritanniens berüchtigtste Serienmörder". So wurde da z.B. über den von der Presse „Dr. Tod" genannten Arzt Harold Shipman, berichtet, der über 20 Jahre hinweg vermutlich insgesamt 250 Menschen, die seine PatientInnen waren, ermordet hatte. Oder über die Hausfrau Rosemary West, die zehn Frauen und Mädchen ermodert hatte. Darunter auch die eigene 16 jährige Tochter.  

Gleich daneben gab es Hinweise auf Artikel zu verwandten Themen. Diese will ich Ihnen nicht vorenthalten und füge nun dieses Infokästchen ein:  

 

ZUM THEMA  

Mordserie:

Die Opfer des Ipswich-Mörders  


England:

Ipswich-Mörder tötet im Akkord  
 

England:

„Ripper" tötete offenbar weitere Frauen  

 

ONLINE FOCUS - FRAGEN:  

Wie kann ich fremde Katzen aus meinem Garten fernhalten oder vertreiben?

Gefragt von Max Mustermann  

Sie irren, falls Sie meinen, ich habe die „Katzenfernhaltefrage" infolge meiner Unachtsamkeit angefügt. Diese Frage stand genau so dort! Solch unbedachte Kombinationen aus Grauen und Banalität sind keine Seltenheit und so auch immer wieder in zahlreichen Tageszeitungen zu finden. Handelt es sich dabei nun um bizarre Taten der Layoutverantwortlichen, oder ist es schlichtweg aus platztechnischen und somit wirtschaftlichen, also Kostengründen so geschehen? Ich nehme an, trotzdem es bizarr anmutet, ist es ein ökonomisches Unterfangen. Tun sich aber nicht gerade dadurch bereits kleine Abgründe auf? Wie fühlen sich Angehörige, die über einen ihnen lieben Menschen der bei einem schrecklichen Unfall getötet wurde, den Bericht in der Zeitung lesen und unmittelbar daneben Berichte finden, wie „28 kg weniger in 10 Tagen" oder „das Katzi von Baumeister Trugner will eine Brust-OP."? Vermutlich sind sie in ihrer Trauer und ihrem Schmerz so gefangen, dass sie es nicht wahrnehmen - bizarr, unglaublich oder geschmacklos empfinde ich es allemal.  

So gesehen, ist unser Alltag voll von Abgründen und bizarren, wie unglaublichen Taten oder Sachverhalten über die es jedoch keine mediale Berichterstattung gibt. Nicht, dass ich damit den Schrecken und das Leid welches SerienkillerInnen, AmokläuferInnen oder andere GewalttäterInnen verursachen bagatellisieren will, sondern ich will nur darauf hinweisen, dass sich leider tagtäglich unspektakuläre Abgründe der menschlichen Seele auftun, in die viel zu viele Menschen hineinstürzen. Viele von ihnen können sich aus diesem Abgrund nie wieder retten. Sie erfahren auch höchst selten Anteilnahme der medialen Öffentlichkeit an ihrem Leid.  

Zwar ist der Begriff „Mobbing" in aller Munde und somit natürlich auch in den Medien, aber das Geschehen selbst wird in unserer Gesellschaft häufig bagatellisiert. Ich erfahre leider viel zu oft Berichte von Menschen die von KollegInnen oder Vorgesetzten psychisch misshandelt werden, ohne je das Wort Mobbing oder Bossing zu verwenden. Sie leiden einfach still unter oft unglaublichen Verhaltensweisen und Taten von KollegInnen. So erschütterte mich kürzlich der Bericht einer jungen engagierten Frau, ihren Vorgesetzten betreffend in dessen Abteilung sie schon ein Jahrzehnt arbeitet:  

Die Eltern der Frau betreiben eine kleine Landwirtschaft. Mitten in der Heuernte wurde die Mutter der Frau durch einen Autounfall außer Gefecht gesetzt und wurde im Spital mit der Diagnose schwere Gehirnerschütterung zur Beobachtung aufgenommen. Da eine Heuernte auch an Schönwetter gebunden ist, muss sie rasch und zügig erfolgen und jede Arbeitskraft ist unabdingbar. Die junge Frau erklärte ihrem Vorgesetzten den Sachverhalt und erbat sich drei Tage Urlaub, um als Hilfe im elterlichen Betrieb einzuspringen. Dabei bot sie dem Chef sogar noch an, ihren in drei Wochen geplanten Urlaub, um eben diese drei Tage zu verkürzen. Und nun tat sich ein Abgrund auf, den ich als sehr, sehr tief erachte: Diese Führungskraft nutzte den Leidensdruck seiner Mitarbeiterin schamlos aus, um seine Macht zu demonstrieren, indem er sie vor die Wahl stellte: Sie könne diese drei Tage frei haben, jedoch nur dann, wenn sie den in drei Wochen geplanten Urlaub storniere oder sie tritt diesen Urlaub wie geplant an, dann jedoch, sei dann leider nichts mit dem drei Tage"Kurzurlaub"!  

Um dieser Tat noch zu etwas mehr Unglaublichkeit zu verhelfen, füge ich an, dass in dieser Institution Vorgesetzte die Option haben, ihre MitarbeiterInnen für unvorhergesehe Ereignisse mit akutem Handlungsbedarf drei Tage arbeitsfrei zu stellen.  

Dieser Mann ist kein Serienkiller, kein Massenmörder, ja nicht mal straffällig ist er in seinem ganzen „nullachtfünfzehn" Leben geworden! Er ist ein unauffälliger Angestellter des mittleren Managements, mit übergeordneten Personen, die, wie das Sinnbild der „drei Affen" dem Motto „nichts (Böses) sehen, nichts (Böses) hören, nichts (Böses) sagen" nachgehen. Die ursprüngliche Bedeutung der drei Affen im asiatischen Raum war „über Schlechtes weise hinwegsehen". Im europäischen Kulturraum hingegen werden sie als „alles Schlechte nicht wahrhaben wollen" interpretiert. Wo ist die Grenze? Wann werden aus harmlosen, bizarren, schrulligen Taten über die es weise ist hinwegzusehen, grausame bizarre Taten?  

Wo Macht zu Hause ist, macht das Wesen Mensch von ihr Gebrauch. Dort wo Gebrauch möglich ist, ist auch Missbrauch möglich. Ich kann eine Rasierklinge zweckgebunden verwenden, ich kann sie aber auch missbrauchen um eine Verletzung zu zufügen. Ich kann mit einem Bleistift zeichnen, ich kann mit einem Bleistift jemand stechen. Ich kann mir mit Zahnseide penibel und hygienisch die Zähne säubern, ich kann mit einer Zahnseide aber auch jemanden erdrosseln.  

Macht birgt immer zwei Seiten in sich. Denken Sie nur an den Filmklassiker Star Wars, hier existiert die helle und die dunkle Seite der Macht. Macht, definiert als „das alles durchdringende Energiefeld, das die Galaxis zusammenhält". Die helle Seite der Macht hat ihren Focus im Verteidigung und Unterstützen, hingegen ist das Ziel der dunklen Seite Zerstörung und persönlicher Machtgewinn.  

Ich kann einen Menschen oder ein Tier lieben, ich kann jedoch auch ein zuviel an Liebe geben und andere dadurch „erdrücken".  

KatzenfreundInnen kennen sicher die sogenannten Liebesbisse dieser Tierart?! Ich habe die Erfahrung gemacht, dass solche Bisse schnell schmerzhaft werden können, ohne dass das Katzentier es beabsichtigt. Hier unterscheiden wir uns nur wenig vom Tierreich, oder besser gesagt menschliches Verhalten ist bizarrer. Tiere kann man von diesem Verhalten recht leicht abbringen - Menschen zeigen da wesentlich weniger Einsicht und mehr Widerstand.  

Kennen Sie die Abgründe der Liebe? Wozu Menschen infolge dieser Emotion fähig sind, ist unglaublich! So hört man immer wieder von bizarren, aber leider auch oft fürchterlichen Taten, als deren ursprünglicher Kern Liebe angegeben wird. So soll, nach Berichten der chinesischen Tageszeitung China Daily, ein Pärchen einen Mann, der der Frau Avancen gemacht hatte, ermordet, zerstückelt und die Leichenteile an ihnen unbekannte Menschen per Post verschickt haben. Als Absender habe "Song Deyuan" draufgestanden, was übersetzt "weit weg geschickt" bedeutet.  

Die tödliche Kraft die von Liebe, Eifersucht, Hass und Rache ausgeht ist viel zu oft in den Schlagzeilen. Menschen die von ihrem sozialen Umfeld als unauffällig beschrieben werden, wechseln plötzlich zur „dunklen Seite der Macht". Aus Liebe kann, auch ohne vorhandene Eifersucht, Hass werden, wenn tiefe Kränkungen stattfinden. Eifersucht kann zu Hass mutieren. Ja und Rache? Rache gibt's seit es die Menschheit gibt und es gibt sie in unterschiedlich großen Portionen. Die kleinen Portionen, die der Großteil der Menschen unter „Schadenfreude" kennt und die Großen, die tsunamigleich Menschen hinwegfegen, wie z.B. die Blutrache, Ehrenmorde oder Kriege.  

Aus Rache, weil sie seine Ehre verletzt hatte, soll ein junger Mann auf seine Ehefrau mit einem Messer eingestochen, eingeprügelt haben und danach soll er mit dem Auto mehrmals über die schwerverletzte Frau gefahren sein. Dann habe er sie auf dem Feldweg liegen lassen, wo sie verblutet ist.  

Unglaublich, dass hier einmal Liebe im Spiel gewesen sein könnte. War sie es tatsächlich? Wenn ja, was muss geschehen, dass aus Liebe Hass wird, dass sich derartige Abgründe auftun können? Man hört sehr oft von sogenannten Rosenkriegen nach Trennungen, die zwar selten so enden wie im gleichnamigen Film „Der Rosenkrieg" aus dem Jahr 1989 von Danny DeVito. Oft aber sind diese „Kriege der Liebe" mit sehr bizarren Handlungen des vormals sich liebenden Paars gespickt.  

Ich weiß von einem Mann, der den Ehering seiner Exfrau, mit einer Zange zerstückelte, sämtliche Fotos von ihr zerriss und damit ein fein säuberlich aufgeschichtetes Häufchen formte und es auf dem ehemals gemeinsamen  

 

Auszug aus: „Mörderische Triade" - Bettnässen, Tierquälerei, Brandstiftung.  

 

„Die Verbindung zwischen Tiermissbrauch und noch gewalttätigerem Verhalten ist klar erkennbar. Die zerstückelten Überreste von Hunden und Katzen könnten morgen schon die Überreste von Kindern sein."  

Der Bezirksstaatsanwalt des Humbolt County, USA, Terry Farmer  

In den Biografien zahlreicher Gewaltverbrecher und Serienkiller ist das Zusammentreffen dieser Faktoren sehr häufig zu finden. Das FBI fasst mit dieser sogenannten „Mörderischen Triade" die drei wichtigsten Warnsignale, als Prognose für spätere psychische Verhaltensauffälligkeiten zusammen. Als kritisch gilt, wenn Kinder bereits im Alter von fünf Jahren beginnen Brände zu legen, noch über ihr zwölftes Lebensjahr hinaus Bettnässen und eben auch Tiere quälen. Auch wenn nicht alle Menschen auf die diese Triade zutrifft zu Serienmördern werden, so gilt es zumindest als sehr wahrscheinlich, dass sie in ihrem weiteren Leben ein von der Norm abweichendes Verhalten zeigen werden.  

Da nächtliches Einnässen, im Fachjargon als Enuresis betitelt, bei Kindern sehr häufig auftritt und 10% aller Siebenjährigen davon betroffen sind, darf man nun keinesfalls davon ausgehen, dass diese Kinder nun gefährdet sind, Verbrecher zu werden. Schon überhaupt nicht, wenn es als einzelnes Symptom auftritt. Man spricht auch erst von Bettnässen, wenn Kinder noch im Alter von fünf Jahren oder älter regelmäßig einnässen. Meist handelt es sich hier auch um primäres Bettnässen, was bedeutet, dass Kinder seit jeher in der Nacht in die Windel oder eben dann ins Bett pinkelten. Der Verursacher davon ist in den meisten Fällen das Hormon Vasopressin, das den Wasserhaushalt und die Blasenfüllung steuert, aber sicher nicht verbrecherischem Verhalten. So wie es auch kein Mörderchromosom gibt oder eine gemeinsame biologische Grundausstattung von Mördern.  

Von sekundärer Enuresis spricht man, wenn Kinder schon über einen geraumen Zeitabschnitt trocken waren und plötzlich wieder zum Einnässen beginnen. Hierbei stehen fast immer psychisch belastende Faktoren im Vordergrund. Wenn Kinder auch tagsüber einnässen gibt das ebenfalls Hinweis auf belastende Situationen im kindlichen Alltag.  

Etwas, das eine FBI Studie an Serienmördern ergab ist, dass diese alle aus zerrütteten Familienverhältnissen kommen, in denen Ungerechtigkeit, Feindseligkeit und emotionale Kälte den Erziehungsstil prägten. Das Verhältnis der Täter zu deren Eltern wurde als kühl, distanziert, lieblos, vernachlässigend, ohne Warmherzigkeit und ohne liebevollen Körperkontakt beschrieben.  

Wenn ein Kind in solchen Familienverhältnissen groß werden muss, ist es alles andere verwunderlich, wenn es psychisch belastet ist und einen riesigen Rucksack mit tonnenschweren Problemen mit sich schleppt. Eines davon ist sicher auch Angst. Angst kennen natürlich auch Kinder aus behüteten Familien, zumal gewisse Ängste natürliche Begleiter in der Kindheit sind. Aber wie sieht es aus, wenn ein Kind Nächtens aufs Klo muss, eine Höllenangst vor allen möglichen imaginierten Monstern hat, die auf dem Weg dorthin auftauchen könnten und es nicht nach einem Schutz bietenden Elternteil rufen kann oder darf? Oder, wenn das Monster, kein imaginiertes ist, sondern die Gestalt eines trunksüchtigen, brutalen Vaters oder einer gewalttätigen Mutter hat. An diesem Vater oder der Mutter müsste man dann vorbei und könnte Prügel bekommen. Oder es wird die Mutter in der Küche vergewaltigt, das will dieses Kind sicher auch nicht sehen. Oder auf dem Weg zum Klo muss man an der kinderschändenden Verwandtschaft vorbei, die jede günstige Gelegenheit nutzt, um dem Kind sexuelle Gewalt anzutun. Kein vernünftiges Wesen würde unter diesen Umständen auf Klo gehen. Das fatale daran ist, dass es ebenso zu Angst führen kann, ins Bett zu machen, denn dann gibt es die Hiebe am Morgen, wenn das Malheur entdeckt wird. Kinder deren Seele gebrochen wurde, haben keinen Halt mehr und können so oft auch Tagsüber vor lauter Anspannung ihren Harn nicht zurückhalten.  

Völlig egal aus welchem Grund Kinder einnässen, so kann dieser „Makel" Grund für Spott, Häme, Demütigungen, Zurechtweisungen durch Erwachsene oder durch andere Kinder geben. Betroffene Kinder schämen und kränken sich, fühlen sich minderwertig oder haben Angst vor Bestrafung. Alles in allem, Gefühle die der Selbstachtung und dem Selbstwert in keiner Weise zuträglich sind.  

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