Titel

In glasgrüner Stille

Leseprobe

Urheber
Leilah Lilienruh

Verlag
Wortquelle Verlag Ralf Möller
Bindung
Paperback
Seitenzahl
420
Sprache
Deutsch
Format
13 x 19 cm
ISBN
978-3-9408-5903-7
Preis
€ 12,95 (je nach Anbieter zzgl. Porto)

Internet
www.leilah-lilienruh.de

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»Mit „In glasgrüner Stille" liefert die Schriftstellerin Leilah Lilienruh einen intelligent konstruierten, atmosphärisch dicht inszenierten Thriller ab. Den Leser erwartet eine clevere, ergreifende Story mit Gänsehautfaktor, die sich in drei zeitversetzten Handlungssträngen gekonnt zu einer Tragödie menschlicher Verkommenheit vereinigt. Ein neuer Mystery-Thriller aus deutscher Feder, der dem Genre alle Ehre macht und sich keineswegs hinter der namhaften Konkurrenz aus dem Ausland verstecken muss.«, lobte das Fachmagazin "Kultur-Szene" kürzlich das aktuelle Werk der Autorin.

Neben Nervenkitzel, brillanten Charakterstudien und verblüffenden Wendungen bis zur letzten Zeile erwartet den anspruchsvollen Leser in diesem Thriller im wahrsten Sinne des Wortes eine Geschichte mit Tiefgang.

 

Mit Blick für historischen Kontext entwickelt Lilienruh ein ausgeklügeltes Werk für aufmerksame Leser, die auf Details achten und Spannung bis zum Schluss wünschen.

 

Inhalt:

 

Die Einwohner eines verschlafenen Provinzkaffs am Stausee entwickeln sich im Laufe vieler Jahre - gefangen in Schuldgefühlen, Obrigkeitshörigkeit und Gruppendynamik – zu einem Haufen krimineller Marionetten ohne Einsichtsfähigkeit.

 

Auf Touristen mit Kindern haben sie es abgesehen und zwar immer bei Niedrigwasser. Eine über hundert Jahre alte, entsetzliche Schuld schweißt sie zu einer Notgemeinschaft zusammen, die keiner von ihnen zu verlassen wagt. Als Familie Anderson mit ihren Sprösslingen im Dorfhotel eintrifft, wird sie in das grausame, ausgeklügelte Komplott hineingezogen. Ihre Zimmerwirtin Anouk beschließt, endlich den Bann aus Angst, Repression und Wahn zu brechen. Ganz allmählich wird deutlich, dass das düstere Geheimnis um die Zahl 8, das sich hinter all den gemeinsamen Taten verbirgt, noch viel furchtbarer ist als geahnt…

 

Die Autorin greift in diesem Roman - in weiser Voraussicht? - auch brisante Themen des klerikalen Bereichs auf.

 

„In glasgrüner Stille“ (Untertitel 8)

 

kommt, was Titel und Cover betrifft, in relativ harmloser Verkleidung daher, hat es aber mächtig in sich. Welches grauenhafte Geheimnis sich hinter der Zahl 8 des Untertitels verbirgt, offenbart sich dem Leser im Verlauf einer magisch verwobenen Story um Schuld, Verantwortung, Angst und Täuschung.

 

Und hinter jeder Erkenntnis versteckt sich eine noch schrecklichere Wahrheit. Eine Parabel auf die Schwäche und Verführbarkeit des Individuums, das ursprünglich nichts Böses im Schilde führt, aber als "Mitläufer" zum schlimmsten Albtraum argloser Zeitgenossen wird. In Anlehnung an den Titel könnte man es auch so formulieren: Nimm dich in 8 vor denen, die du liebst!



Leseprobe

...Am Grunde meines Sees liegt eine Geschichte, die niemals erzählt werden sollte. Wir alle hatten gehofft, dass die Wahrheit irgendwann für immer unter einer dicken Schicht aus Schweigen und Sediment verschwinden würde. Unser Gewissen konnten wir nie zum Schweigen bringen. Wie sollten wir auch, wo wir den abgrundtiefen Selbsthass doch immer wieder mit neuen Schandtaten fütterten. Es hat all die Jahre über gnadenlos an uns genagt und rabenschwarze, tiefe Löcher hinterlassen, wo Selbstachtung hingehört. 

Es scheint, als würde der Rand dieser Gruben nun bröckeln und ließe uns in unsere eigenen Abgründe hineinstürzen. Unterdessen haben wir keine Muße gefunden, die eiternden Wunden zu lecken, sondern sind emsig unserer Arbeit nachgegangen, haben neue Häuser gebaut, Hochzeiten gefeiert, Alte beerdigt und Kinder aufgezogen. 

Ja, wir haben sehnsüchtig gehofft, uns mit Fleiß und Eifer von der eigenen Verkommenheit abzulenken. Manchmal ist es uns sogar gelungen.

Und doch war sie immer präsent und hat wie eine dunkle Wolke über der Bucht geschwebt – unsere unverzeihliche Schuld. Insgeheim haben wir uns vermutlich gewünscht, einer von uns würde es irgendwann nicht mehr ertragen und es laut hinausschreien.

Nur wollte keiner derjenige sein – auch ich nicht.

Ich wünschte, ich könnte die letzten Wochen aus meinem Gedächtnis löschen und ohne Skrupel in mein belangloses Leben zurücksinken. Ich würde weiter Gasthaustische decken und Betten beziehen, einmal im Jahr in einen Billigurlaub entfliehen, den Ort verfluchen und immer wieder heimkehren, denn hier gehöre ich ja her.  

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