Titel

HundKatzeGraus - Geschichten aus der Tierarztpraxis

Leseprobe

Urheber
Bettina Peters

Printbook / Ebook

Verlag
BoD / ---
Bindung
Paperback
Seitenzahl / Dateigröße
154 / ---
Sprache 
Deutsch
Format
12,7 x 20,3 cm / ---
ISBN / ASIN
978-3-8423-8037-0 / ---
Preis
€ 12,95 (je nach Anbieter zzgl. Porto) / ---

Internet
www.hundkatzegraus.de

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Annika liebt Tiere - und macht als Tierarzthelferin ihr Hobby zum Beruf. Schnell merkt sie, worauf sie sich da eingelassen hat. Denn dieser Job ist anders als erwartet. Verrückter. Außergewöhnlicher. Und lustiger.
Bizarre Begegnungen und kuriose Fälle fordern das Praxisteam zu menschlichen und fachlichen Höchstleistungen heraus. Ob bergsteigende Kaninchen, verschlagene Degus, fliegende Hamster oder Killer-Katzen im Mülleimer: HundKatzeGraus ist die Chronik eines Alltags, der so gar nicht alltäglich ist. Und allem voran ist es die Spezies Mensch mit ihren skurrilen Eigenarten, die den Traumjob Tierarzthelferin zu einem echten Abenteuer macht.
Mit trockenem Humor, bissiger Ironie und einem liebenswerten Augenzwinkern erzählt Bettina Peters heitere Episoden aus der Tierarztpraxis - inspiriert von ihren Erlebnissen aus zwölf Jahren Praxisalltag.
Gnadenlos komisch und erfrischend anders: ein Buch für alle Tierfreunde, ohne die diese Geschichten nie entstanden wären.


Leseprobe

Gefährliche Reflexe
oder: Wie ein Hamster fliegen lernte

[...] Nach einer Katze mit entzündeten Augen und einem Hund mit einer harmlosen Bissverletzung war ein Hamster an der Reihe, der sich aus unerklärlichen Gründen kratzte. Die ganze Familie war erschienen, um Hamster Fred zur Seite zu stehen. Die beiden kleinen Töchter trugen stolz die Transportbox und stellten sie vorsichtig auf dem Behandlungstisch ab.
"Na, dann wollen wir uns Fred mal genauer ansehen!", verkündete mein Chef fröhlich in Richtung der besorgten Kinder und öffnete die Hamsterbox.
Fred dachte nicht daran, sich so einfach seinem Schicksal zu ergeben und flüchtete in die äußerste Ecke seiner Behausung.
"Ganz ruhig, ich tu dir doch nichts!", säuselte der Tierarzt beruhigend.
Endlich hatte er Fred in die Ecke gedrängt. Behutsam griff er nach dem kleinen Tierchen. Schließlich hatte er ja versprochen, ihm nicht wehzutun. Umgekehrt gab es da natürlich keine konkreten Absprachen. Weshalb der Hamster ihm auch gleich mal ordentlich in den Finger biss. Reflexartig riss mein Chef seine Hand aus dem Käfig und den gesamten Arm im hohen Bogen in die Luft. Fred jedoch war nicht ganz so schnell gewesen wie der leidgeprüfte Tierarzt. Noch immer steckte er mit seinen winzigen Zähnchen in dessen Finger. Wohl oder übel hatte er also die unerwartete Reflexbewegung mitgemacht und sich tapfer geschlagen. Dann jedoch siegte die Fliehkraft. Hoch in der Luft verlor der Hamster den Halt - und sauste mit ordentlichem Schwung durch den Behandlungsraum. Schließlich bremste die Wand seinen unfreiwilligen Flug. Wie im Comic schien er kurz auf halber Höhe an der Wand zu verharren, das Gesicht zu einer ungläubigen Fratze verzogen. Endlich rutschte er mit weit von sich gestreckten
 Pfötchen langsam in die Tiefe.
Die ganze Zeit über hatte niemand ein Wort gesagt. Jetzt kam Leben in die Zuschauer. Erschrocken schnappten wir nach Luft und stürzten alle gleichzeitig auf den Hamster zu, der reglos auf dem Fußboden lag.
"Ist Fred tot?", fragte eines der Mädchen mit Tränen in den Augen.
"Nein, der ist nicht tot, der ruht sich nur etwas aus!", beruhigte ich sie und betete, dass das stimmte.
Vorsichtig hob mein Chef den Hamster auf. Und tatsächlich: Fred lebte! Langsam kam wieder Bewegung in den kleinen Körper, der auf den ersten Blick keine Verletzungen erkennen ließ. Konnte er diesen Stunt wirklich unbeschadet überstanden haben? Unter den kritischen Blicken der schockierten Besitzer checkten wir ihn von oben bis unten durch. Es ging ihm gut! Schweren Herzens erlaubte die Familie uns, ihn zur Beobachtung über Nacht in der Praxis zu behalten. Und wir hatten Glück: Am nächsten Tag konnten die beiden Mädchen ihren fliegenden Hamster gesund und munter nach Hause holen.
Nur mein armer Chef sollte noch lange von dem aufregenden Vorfall zehren. Dafür sorgte sein Praxisteam, das sich nach dem anfänglichen Schrecken köstlich über "Flying Fred" amüsierte. Kurzerhand erteilten wir ihm ein Kleintierverbot: Ab sofort sollte er nur noch Tiere behandeln, die er unmöglich mit einer Hand heben konnte. Sicher ist sicher. Wenn der auch immer die Patienten an die Wand wirft.!

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