Titel

Gehorsam sein - Vergib mir meinen Ungehorsam

Leseprobe

Urheber
Monika Karb

Verlag
BoD Norderstedt
Bindung
Paperback
Seitenzahl
92
Sprache
Deutsch
Format
Din A5
ISBN
978-3-8423-3065-8
Preis
€ 7,80 (je nach Anbieter zzgl. Porto)

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Christliche Anthologie: Gehorsam sein

Die Autoren berichten aus ihrem Leben, welche Auswirkungen und Konsequenzen geschahen, als sie Gott gehorsam oder ungehorsam waren. Ob es die schwerwiegende Konsequenz der Verweigerung der Jugendweihe 1957 war; die Überwindung, bei der Trauerfeier für die eigene Mutter eine Rede zu halten; gegen den inneren Bewegungsmuffel anzukämpfen oder Gottes Auftrag anzunehmen, für eine Kranke um Heilung zu beten; diese und weitere wahre Geschichten sind zur Ermutigung für andere geschrieben - es ist eine motivierende Sammlung, aber auch eine Ermahnung, für und mit Gott neue Gehorsamsschritte zu wagen. Intime Dialoge mit Gott sind genauso aufgeschrieben worden, wie wertvolle Erkenntnisse, hilfreiche Ratschläge oder eindringliche Warnungen. Es sind lebendige Zeugnisse vom Wirken Gottes, von seiner Kraft und Güte. Zeugnisse, wie er heute noch Wunder wirkt und Menschen verändert. Gott wird auch heute mitten in unserem Alltag für jeden erfahrbar, der sich ihm naht.


Leseprobe

Gott erzieht uns

 

(Hebräer 12,5-8; GN) Habt ihr die ermutigenden Worte vergessen, die Gott an euch, seine Kinder, gerichtet hat? "Nimm es an, mein Sohn, wenn der Herr dich hart anfasst! Verliere nicht den Mut, wenn er dich schlägt! Denn wen der Herr liebt, den erzieht er mit Strenge; und wen er als seinen Sohn annimmt, dem gibt er auch Schläge. "Ertragt also die Schläge. Gott behandelt euch als seine Kinder! Gibt es einen Sohn, der nicht von seinem Vater mit Strenge erzogen wird? Alle seine Kinder hat Gott so erzogen. Wenn es euch anders ginge, dann wärt ihr ja nicht seine rechtmäßigen Kinder.

 

Wer möchte schon gerne erzogen werden?

 

Wenn ich unsere eigenen Kinder oder die von anderen Eltern so beobachte, dann wundere ich mich, dass sich die einen einfach und andere wieder schwerer erziehen lassen. Ganz egal, ob das nun Jungs oder Mädels sind. Aus meiner Kindheit kann ich mich gut erinnern, dass es mir gar nicht gefallen hatte, erzogen zu werden. Wobei ich nicht gerade behaupten kann, dass ich mit Strenge erzogen wurde, wohl eher das Gegenteil. Ich hatte viele Freiheiten, aber auch manche Begrenzungen, die mir nicht so gepasst hatten. Heimliche Grenzüberschreitungen, die zum Glück meistens nicht aufgefallen waren (dachte ich jedenfalls); trotzige oder rebellische Reaktionen; Heul- und Wutanfälle, wenn es etwas zu tun galt, was ich absolut nicht mochte, … ja, das kommt mir doch dann sehr bekannt vor, wenn ich heute die lieben Kleinen in meiner Umgebung betrachte. Mir tut es weh, wenn ich im Supermarkt strenge Eltern ihre Kinder maßregeln sehe. Das kann ich schlecht mit ansehen. Wir haben drei Kinder; unser Großer  ist siebzehn, und die Zwillingsmädchen sind elf Jahre jung. Ich kenne also beide Seiten: Ermahnt, schlimmstenfalls sogar bestraft zu werden und Ermahnender, beziehungsweise Bestrafender sein zu müssen. Nun gut, ich finde beide Positionen nicht angenehm. Schon gar nicht, wenn auf die Zurechtweisungen von mir nicht reagiert wird, und entsprechende Konsequenzen n o t wendig werden. Ich bekenne, dass ich eine starke Tendenz habe, vor solchen Momenten zu flüchten …

 

(Epheser 6,1-4; GN) Ihr Kinder, gehorcht euren Eltern und bezeugt dadurch eure Unterordnung unter den Herrn. So ist es recht und billig. 'Ehre Vater und Mutter' ist das erste Gebot, dem eine Zusage folgt: Dann wird es dir gut gehen, und du wirst lange leben auf dieser Erde."

Ihr Eltern, behandelt eure Kinder nicht so, dass sie widerspenstig werden! Erzieht sie mit Wort und Tat nach den Maßstäben, die der Herr gesetzt hat.

 

Leider zähle ich zu der Sorte von Müttern, die sich mit der Kindererziehung sehr schwer tut. Oft bin ich in mehr oder weniger heftigen Konfliktsituationen hilflos und überfordert und suche die Zuflucht, Hilfe und Kraft bei Gott. Ich bewundere die Mütter und Väter, die beim Streit der Kinder entspannt und gelassen sein können und auf eine besonders einfühlsame Art und Weise eingreifen. Gott sei Dank gibt es die auch in meinem Bekanntenkreis; und ich muss sagen, dass sie mir sehr gut tun.

 Ich kann von diesen positiven Vorbildern lernen, bekomme neuen Mut, es genauso zu versuchen und bestimmter aufzutreten, anstatt davonzulaufen.

 

Die irdischen Helfer

 

Der Büchermarkt bietet eine große Fülle von Erziehungsratgebern an, auch im christlichen Bereich. Es gibt viele Familienzeitschriften mit wertvollen Ratschlägen und Erfahrungsberichten. Gott kennt die Not in vielen Familien. Sowohl die Eltern, als auch die Kinder finden sich in Phasen der Über- oder sogar der Unterforderung wieder. Ich beobachte Jugendliche, die sich beklagen, dass sie von Langeweile gequält sind. Andere wiederum haben einen enormen Leistungsdruck in der Schule. Ich bin unendlich dankbar, dass es außer den schriftlichen Ratgebern auch fähige Familienhilfswerke, wie zum Beispiel Team F, das Diakonische Werk, Erziehungsberatungsstellen, Therapeuten und Seelsorger gibt, die in diesem Bereich berufen und begabt sind, weiterzuführen und zu helfen.

 Doch letztendlich ist der beste Spezialist und Meister in Erziehungs- und Gehorsamsfragen unser Herr Jesus. Er bringt die Hilfesuchenden und die Helfer zusammen, wie es am besten passt. Wenn ich mal wieder gar nicht klar komme, wende ich mich mit meiner Unfähigkeit an ihn, dann zeigt er mir jemanden, der mir weiterhilft. Ich erlebe ihn in meinem Alltag mit meinen oder mit anderen Kindern und Jugendlichen als absolut zuverlässigen Ratgeber, Ermutiger und Tröster. Jesus hilft mir, in unmöglichen Situationen entspannt und ruhig zu bleiben.

 

 

 Er hilft mir - wenn ich doch mal ausraste vor Zorn - den Kindern zu vergeben. Aber was oft noch viel schwerer fällt: die Kinder für mein Fehlverhalten und mein Unbeherrschtsein um Vergebung zu bitten.

 

Was tun, wenn niemand auf mich hört?

 

Mir geht es alles andere als gut, wenn ich wichtige Anweisungen gebe, aber sie von keinem befolgt werden …

 Dabei spielt es keine Rolle, ob das bei uns zu Hause, in der Gemeinde oder bei Freunden geschieht. Am schlimmsten ist es für mich, wenn ich mir sicher bin, dass meine Forderungen ganz im Willen Gottes sind. Es ist mir schon oft so gegangen, dass ich verzweifelt vor den Herrn kam und klagte:

 

 "Großer Gott, was soll ich nur tun? Keiner reagiert auf meine Anweisungen! Ich weiß nicht weiter! Wie muss es dir nur ergehen, wenn du mit deinen Augen mit ansehen musst, wenn deine Leute, die dich ja lieben, sich dennoch weigern, deinen Willen zu tun? Es ist einfach schrecklich, dieses Gefühl der Ohnmacht, dieses Gefühl, nicht ernst genommen zu werden. Ich weiß nicht, was ich nun als nächstes unternehmen soll. Hab Erbarmen und handle, wie es nötig ist, wenn es sein muss, auch durch mich. Amen."

 

 Fast automatisch tauchen nach einem solchem Gebet in meiner Erinnerung Situationen auf, in denen ich Gott auch nicht ernst genommen hatte. Das macht mich de-mütig und gnädiger mit den Ungehorsamen. Und trotz-dem tut es weh! Es ist ein Schmerz in mir, als wäre es Gottes Schmerz.

 Doch ich kenne genauso den umgekehrten Fall, dass eine gewaltige Freude in mir entsteht, wenn meine Worte angenommen und befolgt werden. Auch das ist, als hätte ich Gottes Freude in mir.

 

Nur Erzieher?

 

Ich erlebte einmal eine konfliktreiche Vater-Sohn-Begegnung, die sich mir tief einprägte. Ich war hinterher ziemlich erschüttert. Der Vater hielt seinem erwachsenen Sohn dessen ganzes Versagen vor, nachdem dieser ihm eröffnete, dass er sein Studium abgebrochen hatte. Er vergaß auch nicht, ihm aufzuzählen, was er als Vater alles unternommen hatte, damit aus seinem Nachkommen einmal etwas wird. Es war eine lautstarke, lieblose Auseinandersetzung der beiden. Solange bis der Sohn dem Vater den Satz entgegen schleuderte:

 "Nie warst du wirklich mein Vater! Du warst immer nur mein Erzieher!" Dann herrschte betroffene Stille, und der Sohn wandte sich ab.

 

 Wenn ich uns als Eltern prüfe, in welchem Maß wir Erzieher und in welchem Maß wir liebevolle Eltern sind, dann fällt diese Selbstprüfung nicht immer besonders zufriedenstellend für uns aus. Ist es ein Mangel an Gnade-Gottes-Bewusstsein, wenn wir unseren Sprösslingen mit allen Mitteln beibringen möchten, was uns wichtig erscheint? – Oder ist es die Angst, sie könnten uns durch einen ungewöhnlichen Lebenswandel in megapeinliche Situationen bringen? Überfordern wir unsere Kinder vielleicht mit unseren altertümlichen Erwartungen?

 Können wir es aushalten, zu sehen, wie unsere Kinder durch eigene Fehler lernen müssen? Dazu fällt mir das Gleichnis vom verlorenen Sohn ein.

 

(Lukas 15, 11-13) Der Jüngere sagte: 'Vater, gib mir den Teil der Erbschaft, der mir zusteht!' Da teilte der Vater seinen Besitz unter die beiden auf. Nach ein paar Tagen machte der jüngere Sohn seinen ganzen Anteil zu Geld und zog weit weg in die Fremde. Dort lebte er in Saus und Braus und verjubelte alles.

 

 Es ist alles andere als leicht, ertragen zu müssen, wie der eigene Nachwuchs ungute Schritte geht. Wenn die Folgen mit schweren Verlusten verbunden sind und das Vertrauen immer schwerer fällt, dass Gott alles unter Kontrolle hat, sogar dann, wenn ich nichts mehr unter Kontrolle habe. Der Lern- und Reifeprozess betrifft beide Seiten. Die Eltern genauso wie die Kinder! Einiges, was wir schon an Zukunftspläne für die Jungen geschmiedet haben, dürfen (dieses Wort wähle ich hier ganz bewusst) wir streichen, löschen, vergessen … und wenn wir in Gottes Gunst stehen, dann lässt er tatsächlich einen Teil unserer Vorstellungen in Erfüllung gehen. Loslassen lernen! Wahrscheinlich ist das für die meisten von uns Eltern eine äußerst schmerzhafte Lektion. Geben wir unsere Kinder frei, wenn die Zeit dafür reif ist! Gehorchen wir!

 Unser Junior ist gerade siebzehn Jahre alt, doch er redet schon seit ungefähr zwei Jahren davon, dass er mit siebzehn ausziehen wird. Er bereitet uns gedanklich schon früh auf diesen Moment des Loslassens vor. In dieser pubertären Phase haben wir alle ein lehrreiches Übungsfeld, was Gehorsam und den Umgang mit Unge-horsam betrifft. Wenn wir das ganze spannungsgeladene Spektakel auch noch unter dem Mantel der Liebe Gottes geregelt bekommen, werden alle Beteiligten davon profitieren.

 Ich erlebe unsere Kinder in dieser Entwicklungsphase zunehmend als Gnadenerzeuger, die mich herausfordern, auf ihre altersbedingten Verfehlungen wie zum Beispiel Zickenalarm; Schule nicht wichtig nehmen; Unordnung; mangelnde Mitarbeit im Haushalt; verletzender Umgang miteinander und vieles andere, gnädig zu reagieren. Ich meine damit, dass sie in mir das Wachstum der Gnade fördern.

 Ich hatte in meinen 44 Jahren auf Erden schon viel Mist gebaut, wahrscheinlich mehr, als viele andere in meinem Umfeld. Menschen, die ich geliebt hatte, hatte ich schwer enttäuscht. Etliche Gebote Gottes hatte ich nicht ernst genommen und war in massive Schwierigkeiten gekommen. Inmitten meiner scheinbar ausweglosen Talfahrten begegnete mir der Herr in seiner ganzen Liebe, Güte und Gnade, damit ich als sündiger Mensch sein vergebendes Herz kennenlernen konnte. Ein bekanntes Sprichwort sagt: "In der Not lernst du beten." Das waren für mich so tiefgreifende Erfahrungen, die mir geholfen haben, mit den Schandtaten anderer Menschen, mit denen ich zu tun hatte, gnädiger umzugehen, auch wenn sie wenig Bereitschaft zur Einsicht und Umkehr erkennen ließen.

 

(Römer 11,32; GN)

Gott hat alle ohne Ausnahme dem Ungehorsam

ausgeliefert, weil er alle begnadigen will.

 

Ich möchte dazu ergänzen, dass auf meine Fehltritte auch heftige Konsequenzen durch den Herrn folgen mussten, damit in mir Reue und Buße wirksam werden konnten und mich zur Umkehr führten. Ungehorsam lohnt sich nicht! Das habe ich begriffen. Es schadet mir und anderen und hat eine zerstörerische Macht. Mir ist von Jesus vieles vergeben worden, umso größer ist nun meine Liebe zu ihm.

 

Monika Karb


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