Titel

Geheime Fracht

Leseprobe

Urheber
Niko Bernter

Printbook / Ebook

Verlag
Epubli /---
Bindung
Paperback
Seitenzahl / Dateigröße
276 / ---
Sprache 
Deutsch
Format
12,5 x 19 cm / ---
ISBN / ASIN
978-3-8442-5693-2 / ---
Preis
€ 17,95 (je nach Anbieter zzgl. Porto) / ---

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Die Welt hat einen nächsten Abgrund überwunden. Ein Krieg in Vorderasien wurde beendet, die Großmächte wollen den Frieden nun endgültig sichern. Einige Herrscher arbeiten im Hintergrund aber bereits an ihren eigenen Plänen zur Erschaffung einer neuen Macht.
Sören Larson ein Computerfreak aus Schweden entdeckt durch Zufall ein verschlüsseltes E-Mail. Mit einem von ihm entwickelten Programm gelingt es ihm, den Inhalt zu entschlüsseln. Er erhält so Kenntnis von einem Plan, eine geheime Fracht in sein Land zu schmuggeln.
Diese Verschwörung wird die Welt verändern. Aufgrund seiner Kenntnisse und Erfahrungen in der Datenverarbeitung, versucht er von den mit dem Plan verbundenen finanziellen Transaktionen selbst zu profitieren, den Schmuggel aber zu verhindern. Sören verschleiert seine Aktionen geschickt und glaubt, dass seine Unternehmungen unentdeckt bleiben.
Leider fühlt er sich da etwas zu sicher, denn seine Aktivitäten bleiben nicht unbemerkt. Er gerät so in den Fokus verschiedener Geheimdienste.


Leseprobe

Wladiwostok, 20. 3. 2006


Die beiden Männer schlüpften in ihre Neoprenanzüge. Als ehemalige Kampftaucher der Sowjetmarine kannten sie sich mit allen Widrigkeiten der Unterwasserwelt gut aus. Mit verschiedenen Arbeiten hielten sie sich und ihre Familie über Wasser. Die ehemalige Sowjetarmee sorgte leider sehr schlecht für die Soldaten, für die es bei der Marine keinen Bedarf mehr gab. Daher war es wie ein Lotteriegewinn für beide, diesen exzellent bezahlten Auftrag erhalten zu haben. Mit den versprochenen dreißigtausend Dollar für jeden von ihnen würden sie für ihre Familien eine der Neubauwohnungen am Stadtrand direkt am Meer in einem bewachten Viertel kaufen können. Vielleicht konnten sie auch noch einen Folgeauftrag bekommen, wenn sie die Ware pünktlich übergeben würden. Aber das sollte ja kein Problem sein. Sie kannten sich gut in den im Hafen versenkten Atom U-Booten aus.
Die Boote schlummerten in ihrem nassen Grab und niemand kümmerte sich mehr um sie. Anfangs waren noch die Waffen und die Atomreaktoren von den Schiffen entfernt worden, später jedoch, als immer mehr Schiffe verschrottet wurden, versenkte man sie einfach komplett im Hafenbecken. Die Männer wussten sehr genau, an welcher Stelle die Zylinder im Boot steckten. Der Ausbau würde nicht länger als eine halbe Stunde dauern. Sie hielten das Ganze für ungefährlich, da sie die Strahlung, der sie ausgesetzt sein würden, nicht kannten und auch nicht spürten.
Für den Transport hatten sie diesen amerikanischen Pick Up erhalten, ausgerüstet mit einem Container auf der Ladefläche für den Transport der Zylinder. Der Zugang zu diesem eigentlich abgesperrten Hafen-viertel war keine Schwierigkeit, für die Bewachung fühlte sich schon lange niemand mehr zuständig. So glitten sie lautlos ins Wasser und machten sich ans Werk.

Nach eineinhalb Stunden waren zwei der Zylinder verladen. Sie zogen die Taucheranzüge aus, verstauten die gesamte Taucherausrüstung unter einer Plane auf dem Fahrzeug und machten sich auf den Weg. Zu ihrer Orientierung verfügten sie über ein GPS-Gerät, in das sie die Koordinaten ihres Ziels eingaben. Sie fuhren etwa sechzig Kilometer nordöstlich auf der Hauptstraße M60, bis sie an eine Einmündung kamen, die sie weiter östlich auf einer unbefestigten Straße in die bergige Region südlich von Artem führte. Nach weiteren zehn Minuten erreichten sie das Ende der Straße. Sie befanden sich in einem von drei Seiten umschlossenen Tal und fuhren auf einen Truck zu, neben dem ein Lada Niva stand. Vor dem Truck warteten ihre beiden Auftraggeber, beide sahen wie Männer aus dem Mittleren Osten aus. Sie stellten ihren Pick Up neben den LKW und verließen die Fahrerkabine. Ihre Auftraggeber begrüßten sie freundlich mit Handschlag und erkundigten sich, ob alles glatt gelaufen war. Währenddessen
 beobachteten die beiden Männer in dem Lada die Straße mit einem Fernglas, ob jemand dem Pick Up gefolgt war. Die Männer unterhielten sich in einer Sprache, die sie beide nicht verstanden, und begannen den Container mit einem Gabelstapler vom Pick Up auf den Truck in eine spezielle Haltevorrichtung zu laden. Nachdem sie alles verstaut und den Gabelstapler aufgeladen hatten, verschlossen sie den Container auf dem Truck und die beiden Männer im Lada fuhren langsam ein paar Hundert Meter vor.
Einer ihrer Auftraggeber holte eine Aktentasche aus dem LKW und forderte beide auf sich ihren Lohn abzuholen. Als sie sich dem Truck näherten, zog er seine Glock, die er mit 9mm Dum Dum Geschossen geladen hatte. Bevor einer der beiden Russen auch nur reagieren konnte, schlug die erste Kugel über der rechten Augenbraue eines der Männer ein, durchschlug quer das Gehirn und riss beim Austritt die halbe hintere Schädeldecke weg. Bevor der Mann zu Boden fiel, surrte auch schon die zweite Kugel durch die Luft. Sie fand ihr Ziel im Schädel des zweiten Russen. Dort richtete sie denselben verheerenden Schaden an wie die Erste.
Der Schütze beugte sich über die beiden toten Körper und überzeugte sich, ob noch eine weitere Kugel nötig sei. Die benötigte er nicht mehr, beide Kugeln hatten furchtbare Wunden hinterlassen. Der zweite Mann kam hinzu und beide schleppten die toten Körper auf die Ladefläche des Pick Up. Aus dem Truck entluden sie zwei Kanister mit Benzin und platzierten sie in der Fahrerkabine des Pick Up. Eine Sprengladung mit einem Zeitzünder wurde auf der Ladefläche befestigt. Der Zünder sollte in fünfzehn Minuten auslösen. Sie setzten sich in ihren Truck und fuhren hinter dem Lada auf eine kleine Anhöhe in sicherer Entfernung. Als sie oben ankamen, gab es zunächst eine Explosion, die in einem riesigen Feuerball aufging und von dem Pick Up nichts mehr übrig ließ. Niemandem blieb die Chance etwas rekonstruieren zu können.
Die Detonation verursachte einen ungeheuren Lärm, der sicher bis in die nächste Ortschaft gehört wurde. Sie gaben Gas um möglichst rasch Abstand zu gewinnen und waren bereits eine halbe Stunde die Hauptstraße Richtung Westen gefahren, als die ersten Sicherheitskräfte am Explosionsort eintrafen. Sie fuhren hinter dem Lada her und machten sich auf den zehntausendfünfhundert Kilometer langen Weg. Für die Fahrt hatten sie vier Wochen geplant und alle Etappen genau festgelegt. Die Papiere für die Ladung sowie ihre Ausweise würden allen Kontrollen standhalten. Jeder von Ihnen sprach fließend Russisch. Einer alltäglichen Reise sollte also nicht im Wege stehen und für den Notfall hatten sie ihre Waffen bei sich.

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