Titel

Es ist so schön, dass es dich gibt!

Leseprobe

Urheber
Sybell Härzing

Verlag
BoD Norderstedt
Bindung
Paperback
Seitenzahl
148
Sprache
Deutsch
Format
14,8 x 21 cm
ISBN
978-3-8423-6554-4
Preis
€ 9,90 (je nach Anbieter zzgl. Porto)

Internet
www.sybellhaerzing.jimdo.com

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Mit 21 Jahren Mutter einer kleinen Tochter. Mit 22 alleinerziehend und mit 23, nachdem sich der Kindsvater (fast) vollständig aus unserem Leben verabschiedet hatte, plötzlich völlig auf mich allein gestellt, versuchte ich stets meine Aufgaben als alleinerziehende junge Mutter bestmöglich zu meistern, und einen guten Weg für mich und meine Tochter zu finden, während ich immer wieder an meine Grenzen stieß und über mich hinauszuwachsen lernte.

Dies ist unsere Geschichte.

Die spannende Geschichte, schönen Erinnerungen und lustigen Anekdoten aus dem Leben und Alltag einer Alleinerziehenden und einer Allein-erzogenen.


Leseprobe

Es geht endlich los

Vier Tage nach dem vom Frauenarzt errechneten Geburtstermin hatten wir wieder einen Termin beim Arzt; wie fast täglich, seitdem meine Tochter entschieden hatte ihren »Auszug« ein bisschen nach hinten zu verschieben.

Sie schien es absolut nicht eilig zu haben und so waren auch bei dieser Untersuchung noch immer keinerlei Wehen zu sehen. Nichts, was auch nur irgendwie nach Geburt aussah.

Da Freitag war und das Wochenende vor uns lag, schlug der Arzt uns vor, wenn am morgigen Samstag noch immer keine Wehen zu sehen wären, dann dürften wir den Sonntag zu Hause bleiben und am Montag würde dann die Geburt eingeleitet werden.

Das war ein Deal, den wir gerne annahmen und uns auf einen ruhigen Sonntag freuten.

Dazu kam es dann allerdings nicht mehr.

Als hätte meine Tochter nur auf dieses Kommando gewartet, beschloss sie sich noch in derselben Nacht bemerkbar zu machen. Erst ganz harmlos. Ich konnte einfach nicht schlafen, fühlte mich irgendwie unwohl und kam gar nicht zur Ruhe. Immer wieder versuchte ich den neben mir schnarchenden Vater meiner Tochter zu wecken, aber so schnell, wie er aufwachte, schlief er auch wieder ein. Als es dann irgendwann wirklich wehzutun begann, ging ich erst einmal duschen. Ich hatte irgendwo gelesen, dass Vorwehen vom Duschen oder Baden verschwinden würden, echte Wehen aber blieben.

Das wollte ich ausprobieren und für den Ernstfall wenigstens schon mal sauber sein. Die Schmerzen blieben und verstärkten sich. Bald konnte ich weder sitzen noch stehen; einzig hin und her laufen versprach ein bisschen Linderung. Also weckte ich meinen Freund und erklärte ihm, er müsse die Hebamme anrufen, ich vermutete es würde bald losgehen.

Ich weiß nicht mehr, mit welchen Abständen wir anfingen, aber offensichtlich waren sie der Hebamme noch nicht kurz genug. Sie riet uns lediglich, es weiter zu beobachten.

Leichter gesagt als getan. Aber vermutlich rechnete sie einfach noch nicht so schnell mit dem Kind. Immerhin hatte man uns ja auch davor gewarnt, dass die erste Geburt oft die längste wäre und da bei mir bislang noch nicht einmal klitzekleine Wehen zu erkennen gewesen waren, war es vermutlich sehr unwahrscheinlich, dass es dann so plötzlich losgehen sollte.

Aber sie sollten sich alle irren.

Mein Kind bewies ihnen, dass es auch anders ging.

Die Abstände wurden sehr schnell kürzer, und als er die Hebamme ein zweites Mal anrief, schickte sie uns dann auch sofort in die Klinik, erklärte aber, man wolle einfach erstmal schauen und vermutlich würde noch gar nichts passieren.

Das sah der aufgeregte Taxifahrer, der mich förmlich anflehte das Kind ja nicht in seinem Auto zu bekommen, vermutlich etwas anders. Ich muss ein sehr erschreckendes Bild abgegeben haben oder mein Freund hatte einfach viel zu viel geredet, ihn mit viel zu vielen Details geschockt. Ich weiß es nicht mehr und ich erinnere mich auch nicht mehr wirklich daran. Ich weiß nur noch, er fuhr so schnell in Richtung Klinik, wie es Dunkelheit und Verkehrsverhältnisse zuließen, während er sich unentwegt nach meinem Befinden erkundigte und mich immerzu darauf hinwies, dass sein Taxi sich nicht für eine Geburt eignen würde.

Als hätte ich es darauf angelegt, mein Kind in einem engen Auto zu bekommen! Witzbold!

Zum Glück war der Weg ins Krankenhaus keine Viertelstunde lang und das Gebäude somit auch schon sehr bald zu sehen. Glücklich, einer »Taxigeburt« entkommen zu sein, wünschte er uns schließlich alles Gute und verschwand in die Dunkelheit [...] 


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