Titel

Einmal im Leben mutig sein

Leseprobe

Urheber
Daniela Konefke

Printbook / Ebook

Verlag
Verlag Kern / Verlag Kern
Bindung
Paperback
Seitenzahl / Dateigröße
312 / keine Angabe
Sprache 
Deutsch
Format
13,5 x 20 cm / keine Angabe
ISBN / ASIN
978-3-9394-7815-7 / 978-3-9394-7853-9
Preis
€ 18,90 (je nach Anbieter zzgl. Porto) / € 14,18

Internet
www.einmalimlebenmutigsein.blogspot.com

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Daniela Konefke, Juristin und Weltreisende, gibt wertvolle Tipps für Backpacker und solche, die es werden wollen. Eigentlich wollte Daniela Konefke ihr ländliches Mecklenburg-Vorpommern nie verlassen. Der Ort fürs Jura-Studium war schnell gefunden, nur nicht zu weit weg von zuhause, nämlich die Uni Greifswald, und das auch noch zusammen mit der besten Freundin. Als diese irgendwann über Nacht den Entschluss fasste, das Studium abzubrechen, war Daniela plötzlich auf sich allein gestellt. Vom Ehrgeiz gepackt, zog sie das Studium durch und legte wenig später als eine der Besten das Staatsexsamen ab.

Zufällig las die Studentin in einer Zeitschrift einen Artikel über einMasterstudium in Südafrika. Entnabelt von Freunden und Familie wagte sie das Abenteuer. Während des Aufenthaltes dort blieb genügend Zeit, das südliche Afrika zu erkunden und so war sie schon bald vom Reisefieber befallen. Kurz entschlossen ging Daniela im Anschluss für ein Jahr "Working Holiday" nach Australien, was neben dem Kennenlernen des Kontinentes auch viel Arbeit bedeutete.Der Einsatz zahlte sich aus: Mit einem finanziellen Polster konnte sie ein neues Abenteuer beginnen, eine Weltreise durch Südamerika, Osteuropa und Asien.

In ihrem Buch beschreibt Daniela Konefke Erfahrungen, die sie auf sechs Kontinenten und in über 60 Ländern gesammelt hat. Gespickt mit wertvollen Tipps, Tricks und wichtigen Adressen, die es in dieser kompakten Form bisher nicht gab, ist es der Autorin gelungen, ein für jeden Rucksacktouristen unentbehrliches Reiseutensil zu schaffen. Dieses Buch bietet dem Leser unterhaltsame Spannung, die ein Gefühl der grenzenlosen Freiheit hinterlässt.

Leseprobe

I. Vom Kleinstadtmenschen zum Weltenbummler
Safari im Krügerpark, Camping im australischen Outback,
Dschungeltour durch Südamerika und Sonnenbaden an
den weißen Stränden von Thailand: Reisen und etwas
von der großen weiten Welt sehen - wer wünscht sich das
nicht? Auch ich träumte jahrelang davon, mir unbekannte
Orte anzuschauen, konnte mich jedoch lange nicht dazu
aufraffen.
Bis zu meinem 18. Lebensjahr lebte ich mit meinen Eltern,
meiner vier Jahre jüngeren Schwester Jenny und dem
Familienhund wohlbehütet in einer Kleinstadt im ländlichen
Mecklenburg Vorpommern. Als ich mich im letzten
Schuljahr entscheiden musste, an welcher Universität ich
künftig studieren wollte, schwankte ich lange Zeit zwischen
Greifswald und Rostock. Mit meinem Abitur hätte man
mich zwar fast überall in Deutschland zum Studium der
Rechtswissenschaften zugelassen, für mich kamen jedoch
nur diese beiden Städte in Frage. Und zwar aus dem
einfachen Grund, weil ich nicht so weit von zu Hause weg
wollte. Meine Entscheidung fi el letztlich auf Greifswald,
denn das war noch ein bisschen dichter an meinem Heimatort
und meine langjährige Freundin Stefanie hatte ebenfalls
vor, dort mit dem Jura-Studium zu beginnen. Spontan
entschieden wir, gemeinsam eine Wohnung zu beziehen
und das Zusammenleben funktionierte super. Zudem fuhr
Stefanie wie ich jedes Wochenende nach Hause, so dass
wir uns mit dem Fahren abwechseln konnten und damit
Benzinkosten sparten. Stefanie und ich machten die Woche
über fast alles gemeinsam: morgens frühstücken, dann
ab zur Uni, mittags in die Mensa, Bibliothek und Fitness-
Studio am Nachmittag und wenn wir abends weggingen,
dann ebenfalls im Doppelpack. Nur die Wochenenden
verbrachten wir getrennt. Allerdings nicht, weil wir
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wirklich eine Pause voneinander brauchten, sondern weil
ich Freitag- und Samstagnacht in einer Diskothek arbeitete
und tagsüber schlief. Fünf Semester lang waren Stefanie und
ich unzertrennlich, doch dann beschloss meine Freundin
plötzlich, das Studium abzubrechen. Das Ganze kam für
mich völlig überraschend. Klar waren Stefanies Klausuren-
Ergebnisse nicht die besten, aber das waren meine auch
nicht. Doch deswegen gleich abbrechen? Das konnte sie
mir doch nicht wirklich antun. Ich war zutiefst geschockt.
Am liebsten hätte ich auch alles hingeschmissen und wäre
Stefanie einfach nach Hamburg gefolgt, um dort auch eine
Ausbildung anzufangen. Als ich in Gegenwart meiner Mutter
dahingehende Andeutungen machte, zeigte diese mir jedoch
einen Vogel. Nach zweieinhalb Jahren des Studierens alles
hinschmeißen? Nein, so etwas kam gar nicht in Frage! Nun
ist es so, dass ich die Einzige in unserem Familienkreis bin,
die überhaupt je eine Uni besucht hat. Der Großteil meiner
Familie konnte sich deshalb nicht wirklich vorstellen, was für
ein Stress ein Studium bedeutete. Nichtsdestotrotz musste
ich mir eingestehen, dass meine Mutter schon irgendwie
Recht hatte. Nun hatte ich es bereits soweit gebracht, dann
sollte ich es auch bis zum Ende durchziehen. Eigentlich bin
ich ja doch recht ehrgeizig und einfach so aufgeben, das
war nicht wirklich ich. Ich besuchte also auch weiterhin
fl eißig die Vorlesungen und stellte zu meinem Erstaunen
fest, dass es an meiner Uni viele weitere Studenten gab,
mit denen ich mich richtig gut verstand. Als ich noch mit
Stefanie zusammen studierte, hatten wir zwar auch ein paar
Bekanntschaften geschlossen, über den üblichen Small-Talk
gingen diese jedoch kaum hinaus. Warum hätten wir auch
neue Freundschaften schließen sollen? Wir hatten doch
schließlich uns!
Ich setzte das Studium also fort. Jetzt, da ich weniger
Ablenkung durch eine Mitbewohnerin hatte, fand ich
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plötzlich auch mehr Zeit zum Lernen. Meinen Bar-Job
am Wochenende kündigte ich ebenfalls, um mich noch
intensiver auf das Examen vorbereiten zu können und siehe
da, nach dem neunten Semester hatte ich das sechstbeste
Examen meiner Uni in der Tasche.
Während der Prüfungsvorbereitungen warf ich auch öfter
mal einen Blick in die Stellenanzeigen für Juristen. Neben
hervorragenden Examensnoten wurde fast überall auch
Auslandserfahrung gefordert. An dieser fehlte es mir
bisher jedoch vollkommen. Klar, ich hatte immer noch die
Möglichkeit, meine Wahlstation während des Referendariats
in ein anderes Land zu verlegen. Allerdings bot diese Station
auch die Chance, Kontakte mit zukünftigen Arbeitgebern
zu knüpfen, so dass es vielleicht geschickter war, sie doch
in Deutschland zu absolvieren. Zufällig las ich dann in
einer Zeitschrift einen Artikel über ein Masterstudium in
Südafrika. Ein Jahr im Ausland, neue Leute kennen lernen,
eine völlig neue Kultur erfahren - das hörte sich toll an.
Zudem würde ich innerhalb eines Jahres auch noch einen
juristischen Titel erwerben und bei der derzeitigen Lage
auf dem juristischen Arbeitsmarkt konnte dies in keinem
Fall schaden. Studiengebühren und Lebenshaltungskosten
hielten sich in Südafrika ebenfalls in Grenzen. Ich rechnete
mal durch und stellte fest, dass meine Ersparnisse für den
Auslandsaufenthalt ausreichen würden. Ich hatte jahrelang
Nachhilfe gegeben und Getränke ausgeschenkt und musste
mir so zumindest um das Finanzielle keine Sorgen machen.
Als ich meine Pläne in Gegenwart meiner Mutter zur Sprache
brachte, war diese sofort begeistert. Sie plante bereits ihren
Urlaub bei mir und erzählte eifrig in unserem gesamten
Bekanntenkreis von meinem (ja noch theoretischen)
Vorhaben. Ich selbst war mir mittlerweile nämlich gar nicht
mehr so sicher, ob ich wirklich ins Ausland gehen wollte.
Ein Jahr war schließlich eine lange Zeit und Südafrika lag
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auch nicht gleich um die nächste Ecke, sondern einen 12-
Stunden-Flug von Deutschland entfernt. Einfach mal auf
einen Besuch zu Hause vorbeischauen, war da nicht drin.
Wenn es darum ging, irgendwelche Probleme aus der Welt
zu schaffen, wäre ich vollkommen auf mich gestellt. Zudem
würde ich allein in einem fremden Land ankommen, ohne
auch nur eine einzige Person zu kennen. War das wirklich
das, was ich wollte? Scheinbar ja, denn schon bald schienen
alle außer mir zu wissen, dass ich ins große Abenteuer
starten würde. Hatte ich da noch eine andere Wahl? Wollte
ich wirklich Familie und Freunden, vor allem aber mir selbst,
eingestehen, dass ich zu viel Angst hatte? Und eigentlich
wollte ich doch auch gehen, oder?
Zum Teil von meinem Umfeld unter Druck gesetzt,
hauptsächlich jedoch aus eigenem Willen, reichte ich
schließlich die Bewerbungsunterlagen ein, buchte meinen
Flug, setzte mich mit anderen Studenten in Verbindung, die
bereits vor mir an dem Programm teilgenommen hatten und
zog mein Vorhaben am Ende durch. Eine Entscheidung, die
ich nie bereut habe.
Südafrika war einfach fantastisch. Ich schloss viele neue
Freundschaften, die Vorlesungen waren interessant und
neben der Uni blieb genug Zeit zu reisen und das Land
zu erkunden. Mein erster Gedanke, wenn ich morgens
aufwachte: "Ich habe das tollste Leben der Welt und ich
liebe jede einzelne Sekunde davon!"
Leider verging das Jahr wie im Flug. Es war etwa drei
Monate vor meiner Heimreise, als mir bewusst wurde, dass
dies noch nicht alles gewesen sein konnte. Zurück nach
Deutschland, Referendariat machen und mit dem Arbeiten
anfangen? 60 Stunden pro Woche in einer Anwaltskanzlei,
wahrscheinlich für den Rest meines Lebens? Ich war
gerade mal 24 und da draußen gab es noch so viel zu sehen.
Ich erinnerte mich an die Geschichten, die mir meine
Einmal im Leben mutig sein 5
Kommilitonin Miriam erzählt hatte: ein Roadtrip quer
durch Kanada, Mandarin-Studium in China, Tauchen auf
Borneo (was und wo ist Borneo überhaupt?). Zugegeben,
manchmal konnte Miriam uns Anderen mit ihrer Art schon
ziemlich auf die Nerven gehen. Keines unserer Erlebnisse
in Südafrika schien mit ihren Abenteuern mithalten zu
können. Ständig durften wir uns Kommentare anhören wie
"Was? Das fi ndet ihr aufregend? Na da hättet ihr mal damals
in ... dabei sein sollen, als ..." Nichtsdestotrotz! Miriam war
in der Welt herumgekommen. Sie hatte Orte besucht, die
unsereins allenfalls aus dem Fernsehen kannte. Sie hatte
Geschichten zu erzählen, denen wir Anderen fasziniert, ja
manchmal sogar ungläubig, zuhörten. Und ich? Gut, ich war
in London, Paris, Rom und auf Malle gewesen und Europa
war ja irgendwie auch schön. Aber Kanada, China und
Borneo waren da schon etwas anderes!
Eines Nachmittags hörten meine Freundin Petra und ich
dann auch noch den alten Udo Jürgens Song, in welchem er
bereut, noch niemals in New York, San Francisco oder auf
Hawaii gewesen zu sein. Meine fünf Jahre ältere Freundin
meinte plötzlich, dass dieses Lied sie immer wieder über ihr
eigenes Leben nachdenken lässt. Könnte sie die Zeit noch
mal um ein paar Jährchen zurück drehen, würde sie vieles
anders machen. Keine Sekunde würde sie zögern und die
Welt bereisen. Karriere, Beziehung und Familie? All das
könne doch auch noch einige Jahre warten. Aber in die
große weite Welt hinaus ziehen, um etwas zu erleben? Das
müsse man machen, so lange man jung sei.
Okay, Botschaft angekommen! Ich würde die Dinge anders
machen! Ich würde die Welt, in der wir leben, kennen lernen,
bevor ich mich entschied, irgendwo sesshaft zu werden!
In meinem Kopf fi ng es also an zu arbeiten. Wie konnte ich
reisen, obwohl meine Ersparnisse nach dem Jahr in Südafrika
nahezu erschöpft waren? Es dauerte nicht lange und mir kam
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eine Idee. Durch Zufall traf ich in Kapstadt zwei Deutsche,
die als Flugbegleiterinnen tätig waren. Sie erzählten mir, wie
toll der Job war: Flugziele über den gesamten Globus verteilt
- mit mehrtägigen Zwischenstopps in den Metropolen
unserer Welt. Genug Zeit also, um die Orte kennen zu lernen.
Zudem Ermäßigungen von bis zu 80% auf private Flüge. Die
schönsten Flecken auf Erden erkunden und dafür auch noch
bezahlt werden? Es schien, als hätte ich meinen Traumjob
gefunden! Es bedurfte auch keiner jahrelangen Ausbildung:
Ein sechswöchiges Training und man konnte durchstarten.
Nach eingehender Internet-Recherche stand für mich fest:
Ich würde mich bei Lufthansa, British Airways und anderen
Fluggesellschaften, deren Streckennetz sich mit meinen
Reiseplänen deckte, bewerben.

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