Titel

Die Rückkehr der Phoenix

Leseprobe

Urheber
Marcel René Klapschus

Verlag
BoD Norderstedt
Bindung
Paperback
Seitenzahl
128
Sprache
Deutsch
Format
12 x 19 cm
ISBN
978-3-8370-4410-2
Preis
€ 8,95 (je nach Anbieter zzgl. Porto)

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Die Ignoranz liegt in unserer menschlichen Natur: Jeden Tag treffen wir Entscheidungen, ohne unser Tun zu hinterfragen. Die Folgen können variieren: Mal verletzen wir durch ein falsches Wort die Gefühle unserer Mitmenschen, mal ist es ein verblendeter Politiker, der in seinem Wahn das Volk in einen furchtbaren Krieg stürzt.
Es ist diese Welt voller Gier und Ignoranz, die die Menschen vor vielen Hundert Jahren dazu trieb, bei den Phoenix Zuflucht zu suchen. Anfangs glaubten die Phoenix, dass es ihnen gelungen sei, die Menschen in ihrer Gesellschaft zu integrieren. Doch es waren gerade diese Menschen, die aus Neid und Machtgier das Reich der Phoenix kurze Zeit später vernichten sollten.
Die Jahre vergingen, und die einst so stolze Zivilisation der Phoenix war bei den Menschen in Vergessenheit geraten. Fast fünfhundert Jahre später passiert schließlich etwas Unerwartetes: Wissenschaftlern gelingt es, fünf junge Phoenix lebend aus dem Eifelboden zu bergen. Es sind die letzten ihrer Art. Noch ahnen die Kinder allerdings nicht, dass sie in dieser neuen Welt alles andere als willkommen sind, und ihre Vergangenheit sie schon bald wieder einzuholen droht ...


Leseprobe

Eine längere Leseprobe der ersten 5 Kapitel finden sie hier: battlefox.de/phoenix_Leseprobe.pdf
 
(Kapitel 5: Zwischenfall):

Professor Sakuro stand im Kontrollraum von Raum zwölf und nahm ein paar extragroße Schlucke von
seinem schwarzen Kaffee.
Er erzielte nicht die gewünschte Wirkung. Sakuro hatte sich für diesen Tag einfach zuviel vorge-
nommen: Der Stromtest stand zwar ganz unten auf der Liste, aber er wollte ihn einfach nicht auf
morgen verschieben.
Eigentlich war dieser Test, völlig überflüssig, dachte er. Seit siebzehn Jahren schon war es fast
jede Woche immer wieder ein und dieselbe Prozedur. Und jedes Mal war nichts wirklich Sinnvolles 
dabei herausgekommen. Doch Sakuro wollte nichts dem Zufall überlassen. Zuviel hing an diesem
Projekt. Leider waren nicht alle waren so verbissen darauf wie er: An dem missmutigen Blick seiner
Assistentin, Dr. Sandra Lomah konnte er ablesen, was sie von seiner außerplanmäßigen Nachtschicht
hielt. Es war Zeit endlich anzufangen.

Sakuro stellte den Kaffee ab und drehte den Regler des Schaltpultes fast bis zum Anschlag nach
rechts. Dann blickten beide gespannt durch das große verspiegelte Spezialglas über den Kontroll-
pult, das den Kontrollraum vom Versuchsraum trennte.

In dem gekachelten Versuchszimmer saß eine junge Frau mit langen blonden Haaren, die Füße und 
Hände mit Metallbändern an einen Stuhl fixiert. Die Strom führenden Kabel waren mit einem silbern
glänzenden Armreif verbunden, der wie eine Spirale um den linken Oberarm des Mädchens gewunden war.
Der erste Stromschlag ließ das Mädchen wild auf dem Stuhl hin und her zucken. Obwohl der Raum 
absolut schallisoliert war, konnte Sakuro deutlich die schrillen Schreie des Mädchens hören.
Er wusste was passieren würde, wenn er jetzt noch weiter aufdrehen würde, aber er wollte auf Nummer
sicher gehen.

Sakuro drehte sich zu Dr. Lomah, in der Erwartung, ein zustimmendes Nicken zu erhalten, doch sie 
gab nur einen Seufzer von sich und blickte betreten zu Boden. »Wollen mal sehen was du so aushältst«,
murmelte Sakuro in sich hinein. Einen weiteren großen Schluck aus seinem Kaffeebecher später, hatte
er die Finger wieder am Regler.

Doch Sakuro sollte nicht mehr dazu kommen ihn zu bewegen: Ein lauter Knall ließ die Scheibe des
Kontrollraums erzittern.
Es verging keine Sekunde, da zersprang das Spezialglas in Tausend Stücke und ein glühend heißer
Feuerball schoss in den kleinen Kontrollraum hinein. Nur im letzten Moment konnte sich Sakuro mit 
Dr. Lomah auf den Boden werfen, um von der herannahenden Feuerwalze verschont zu bleiben.

Völlig geschockt und nach Luft ringend, robbten Sakuro und Lomah zur verschmorten Tür des Kontroll-
raums. Im Flur hatte sich bereits dichter Qualm gebildet, die Explosion musste offenbar die 
komplette Tür des Versuchsraumes durchschlagen haben, dachte Sakuro. Hastig suchte er den Flur nach
einer geeigneten Fluchtrichtung ab. Rechts schien der Rauch nicht so dicht zu sein. Links lag der
Eingang zum Versuchsraum zwölf. Sakuro konnte deutlich sehen, dass die Tür durch die Wucht der
Explosion komplett herausgerissen worden war, und das Feuer den Flur bereits lichterloh in Flammen 
gesetzt hatte.

»Wir gehen rechts, bloß raus hier!«, schrie Dr. Lomah ihn hustend an.

Doch Sakuro war wie erstarrt: Mitten in dem von Flammen vollständig verschlungenen linken Flurende
war der flackernde Umriss einer Person zu erkennen.

»O Gott..«, krächzte er heiser, dann bekam Sakuro durch den vielen Rauch einen heftigen Hustenanfall.
Es wurde langsam gefährlich für die beiden. Dr. Lomah packte ihn an der Schulter, um ihn endlich 
vom Gehen zu überzeugen.
Als sie den langen Weg durch den Flur hinunterhasteten, drehte Sakuro sich noch ein letztes Mal um.
Nichts! Sie war weg.
Hatte er sich die Gestalt dort am Flurende vielleicht nur eingebildet?

»Gut, dass so etwas in der Spätschicht passiert ist«, stellte Sakuro erleichtert fest, während er
zusammen mit Doktor Lomah bei strömenden Regen vor dem Eingang des Gebäudes saß und auf das Ein-
treffen der Feuerwehr wartete.
Die Forschungsstation beschäftigte zu Hauptzeiten gut achtzig Mitarbeiter. Doch so spät war in der
Regel nur noch Versuchsraum zwölf besetzt, und dies konnten aufgrund der strengen Vertraulichkeit
dieses Projektes nur zwei Personen sein, nämlich Professor Sakuro und Dr. Lomah. Um die Zerstörung
der Einrichtung machte Sakuro sich wenig Sorgen. 
Die Organisation würde für alles aufkommen. Da war er sich sicher. Aber was war mit dem Mädchen? 

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