Titel

Die Rettung Mysatasiens - Reise in das verbotene Land

Leseprobe

Urheber
Barbara Jukl

Printbook / Ebook

Verlag
Fantasy Verlag / ---
Bindung
Paperback
Seitenzahl / Dateigröße
88 / ---
Sprache 
Deutsch
Format
19,8 x 12,6 cm / ---
ISBN / ASIN
978-0-6158-4487-9 / ---
Preis
€ 12,99 (je nach Anbieter zzgl. Porto) / ---

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Stefanie, Raphael, Lukas, Michael und Benjamin gelangen unbeabsichtigt in die magische Welt Mystasien, die von Einhörnern, Drachen, Goblins und noch anderen Wesen bewohnt wird. Schnell entwickelt sich eine Freundschaft zwischen den Bewohnern und den Kindern und bald findet jeder der Fünf unter den Fabelwesen seinen persönlichen Mentor. Doch die unbeschwerte Zeit in Mystasien währt nicht lange. Schon bald zeigen dunkle Wolken am Horizont an, dass der vor hunderten von Jahren verbannte schwarze Magier Axaxar wieder an Macht gewinnt und sich aufmacht, um Mystasien zu erobern und seine Bewohner zu unterjochen.
Da der Ort der Verbannung von keinem magischen Wesen betreten werden darf, sind die fünf Freunde die einzige Hoffnung, um das Land vor dem Untergang zu bewahren. Ausgestattet mit den von ihren Mentoren erlernten Fähigkeiten und ganz besonderen Geschenken machen sie sich auf, um den Magier zu besiegen. Am Verbannungsort erwarten sie nicht nur eine unwirtliche Umgebung, sondern auch zahlreiche Abenteuer. Werden sie diese bestehen und Mystasien retten können?


Leseprobe

Der verbotene Rosengarten
Sie waren Freunde - Freunde für das ganze Leben. So hatten es Raphael, Lukas, Michael, Benjamin und Stefanie vor vielen Jahren einmal beschlossen. Sie wohnten in der Reitlingstraße und kannten sich beinahe schon seit ihrer Geburt. Die Reitlingstraße war eine hübsche und sehr ruhige Straße. Einfamilienhäuser mit gepflegten Vorgärten reihten sich aneinander und zu jedem Wohnhaus gehörten auch eine Garage und ein Garten hinter dem Haus. Friedlich und idyllisch schien die Gegend zu sein, und jeder, der sie kannte, hätte diesem äußeren Eindruck aus vollstem Herzen zugestimmt.
Doch gleich hinter dem kleinen Bach, der zu den Lieblingsplätzen der fünf Freunde zählte und direkt hinter den Häusern verlief, verbarg sich ein großes Geheimnis. Durch einen Zufall kamen Raphael und Stefanie eines Tages diesem Geheimnis auf die Spur und teilten es mit ihren Freunden. Seit diesem Tag verbrachten sie ihre gesamte Freizeit nur noch an diesem magischen Ort. Kein Spiel und kein Spielplatz auf der ganzen Welt waren phantastischer als die Abenteuer, die sie im Rosengarten erleben konnten.
Von außen betrachtet war der Rosengarten gar kein Garten, sondern ein Stück verwilderter Erde. Jahrzehnte waren vergangen, seit der letzte Besitzer den einst so schön angelegten Blumengarten betreut hatte. Übrig geblieben waren eben nur die Rosen, ein verrosteter alter Zaun, der das Grundstück umschloss und die üppige wilde Vegetation, die sich in den vormals gepflegten Beeten breit gemacht hatte und bis auf die Königin der Blumen alle anderen edlen Pflanzen vertrieben hatte.
Die Rosen jedoch waren zu einem dichten Gestrüpp verwachsen klammerten sich Dorn für Dorn ineinander und bildeten so eine undurchdringliche Mauer für das Unkraut, das in der Nähe der Rosen nur sehr spärlich wuchs. Die Kinder mieden den Ort, denn seltsame Geschichten rankten sich um das Grundstück. Man erzählte sich, dass die letzte Besitzerin des Gartens während der Gartenarbeit einfach spurlos verschwunden wäre und, dass man noch heute, nachts, von Zeit zu Zeit unheimliche Stimmen von hier vernehmen könnte.
Schon als Kleinkindern brachte man ihnen bei, dass das kein geeigneter Platz zum Spielen wäre. Doch während der letzten Sommerferien, an einem Tag, an dem nur Raphael und Stefanie am Bach waren, um zu spielen und Blüten für ein gemeinsames Sommerferienerinnerungsalbum zu sammeln, sahen die beiden eine rotleuchtende Blume in dem alten Garten. Eine solch intensive Farbe hatten sie noch nie gesehen. Trotz des Verbots, diesen Ort jemals zu betreten, folgten sie wie hypnotisiert der Verlockung, die von dieser Blüte ausging. Forsch bahnten sich die Kinder einen Weg durch die Kletten, Brennnesseln und das dicht verwachsene Gestrüpp.
Die Blume, die sie vom Bach aus gesehen hatten, wuchs direkt unter den ineinander verketteten Rosenranken. Raphael kniete sich hin, um tastend mit seiner Hand den Stiel der Blume zu finden. Doch als er die Hand vorsichtig unter den Ranken hindurch geschoben hatte, griff er ins Nichts. Kein Blatt, kein Grashalm, nicht einmal Dornen waren zu fühlen. Schnell zog er seinen Arm hervor. Ungläubig starrte er auf seine Hand. Wie konnte das sein?
 "Stefanie", rief er lauter, als er es beabsichtigt hatte. "Stefanie, da dahinter ist nichts!" Stefanie blickte ihn ratlos an und warf ihr langes blondes Haar in den Nacken zurück.
"Was soll das heißen - nichts?"
"Na, nichts eben", antwortete Raphael, "da ist einfach gar nichts, Leere, Vakuum, ich weiß nicht, wie ich es sonst nennen soll." Er bemerkte, wie sich die feinen Härchen in seinem Nacken langsam zu sträuben begannen. Irgendwie war das vorhin, als er in das Nichts gegriffen hatte, ein ganz und gar unheimliches Gefühl gewesen. Stefanie schüttelte ihren Kopf. "Spinner", war ihr einziger Kommentar. Sie kniete sich neben Raphael, und immer darauf bedacht, nicht mit ihrer Bluse oder dem langen Haar in der Hecke hängen zu bleiben, schob sie behutsam ihre Hand vor zu der Stelle, an der sie den Stiel der wundersamen Blume vermutete.
Umsichtig tastete sie den Boden entlang, doch was ihre Finger zu spüren bekamen, war keine Erde, sondern einfach nichts. Sie warf Raphael einen vielsagenden Blick zu. Wie auf Kommando riss sie ihre Hand unter der Hecke hervor. Gleichzeitig sprangen beide auf und rannten, ohne auf Brennnessel oder Dornen achtend, wie von Furien gehetzt davon. Erst als sie den Bach wieder erreicht und mit einem Satz überquert hatten, hielten sie an. Was war das? Was hatten sie da entdeckt?
Verbarg sich hinter der Hecke etwas Unheimliches? Vielleicht sogar so etwas Unglaubliches wie das Grab der letzten Besitzerin? War sie das Opfer eines Mörders geworden und weil die frevelhafte Tat nie ans Tageslicht gekommen war, weigerte sich die Natur, dort zu wachsen und zu blühen?
Sie standen beieinander und zitterten vor Anstrengung nach dem wilden Lauf und vor Grauen. Der kalte Schweiß rann dem Jungen über das Gesicht und sein kurzes blondes Haar, das er seit Monaten immer so sorgfältig ausbürstete, kräuselte sich angesichts des Schweißes zu den Naturlocken, die sie von Geburt an eigentlich waren. Doch sein Aussehen scherte ihn im Moment wenig.

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