Titel

Der Fall Karin Riemenschneider
Überarbeitete Neuauflage

Leseprobe

Urheber
Helga Schittek

Verlag
BoD
Bindung
Paperback
Seitenzahl
192
Sprache
Deutsch
Format
Din A5
ISBN
978-3-8482-0276-8
Preis
€ 12,90 (je nach Anbieter zzgl. Porto)

Internet
www.helga-schittek.weebly.com

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Im Haus von Kriminalhauptkommissar a. D. Heiner Riemenschneider begießt man die Ankunft des gemeinsamen Schulfreundes und ehemaligen Berliner Chefkochs Klaus Sommer, der nach dem Unfalltod seines Bruders, die elterliche Pension übernehmen will. 

Und eine zweite Person kehrt zurück: Riemenschneiders Ehefrau Karin, seit dem Zeitpunkt ihrer Entführung vor zehn Jahren verschwunden, mit gebrochenem Genick im Kofferraum eines weißen Mercedes und einem Personalausweis, in dem der Name ihrer vor elf Jahren verstorbenen Zwillingsschwester steht. Spuren einer versuchten Vergewaltigung, eine Bisswunde an der Schulter sowie fragwürdige Medikamente und 15.000 DM in kleinen Scheinen, die man beim Aussortieren der Kleidung findet, passen nicht ins Bild von einer Floristin, die in den letzten Wochen ihres Lebens ohne Arbeit dastand.

Leseprobe

Die Beamten der Schutzpolizei verabschiedeten sich und stiegen in ihr Fahrzeug.

Franz kniete neben dem Leichnam, den man aus dem Kofferraum geholt und auf den Boden gelegt hatte.

Kriminaloberkommissar Wilfried Nickel drückte dem ehemaligen Kollegen die Hand. Seit dem ersten Tag, nachdem er die Polizeischule absolviert hatte, benutzte der gertenschlanke Beamte mit den braunen Knopfaugen und der leicht gebogenen Nase das gleiche Aftershave. Diesem Duft vermochten weder sein verschlissener Lieblingsparka noch ein nicht enden wollender Einsatz, den Garaus zu machen.

„Danke, dass du gekommen bist!“ Wilfried trat einen Schritt zur Seite. „Den Kollegen Mogosky kennst du sicherlich schon?“

Riemenschneider schüttelte den Kopf. Seine Augen irrten umher. Er atmete einige Male tief durch. Dann betrachtete er die tote Frau zu seinen Füßen.

Sie hatte immer noch diese mädchenhaften Gesichtszüge und trug die gleiche Kurzhaarfrisur. Nur ihre blonden Haare waren grau geworden. Ihre gebrochenen graublauen Augen starrten himmelwärts. Die schmalen Lippen waren geöffnet. Noch einmal betrachtete er ihre Augen. Dann schlug er die Hände vors Gesicht und schüttelte den Kopf. Seine Knie wurden weich, während er seine Blicke über ihre Kleidung wandern ließ.

„Das … Ich fass es nicht!“ Der Ton weigerte sich, seine Kehle zu verlassen.

Schweigend ging er ein weiteres Mal um den leblosen Körper herum. Mit zusammengezogen Brauen betrachtete er die Kleidung der Ermordeten: die helle Wildlederjacke mit Pelzkragen, den altrosafarbenen Angora-Pulli, die anthrazitfarbene Stoffhose und die schwarzen Stiefeletten mit Ledersohle.

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