Titel

Der Albert

Leseprobe
Hörprobe

Urheber
Leilah Lilienruh

Verlag
Verlag Rolf Müller
Bindung
-
Spieldauer
55 Minuten
Sprache
Deutsch
Format
Hörbuch
ISBN
978-3-9408-5902-0
Preis
€ 6,99 (je nach Anbieter zzgl. Porto)

Internet
www.leilah-lilienruh.de

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Liebe Menschen!

Ich bin der Albert. Eigentlich wollte mich mein Verlag vorstellen, denn ich bin die Hauptfigur eines nigelnagelneuen Hörbuchs, aber ich dachte mir: "Schreib lieber selbst, damit sie nicht vergessen, dich tüchtig zu loben."

Wie Sie auf dem Bild sofort erkennen können, bin ich ein ziemlich gutaussehender Hund. Tja, so sind wir Bassetts eben: Wunderschön, blitzgescheit, flink, kuschelig, wohlproportioniert und vor allem unwahrscheinlich bescheiden.

Wen würde es da wundern, dass meine Menschenfamilie mich so gern hat?! Außer mir wohnen in unserem Haus noch der Papa G. Mütlich, die Mama, die neunjährige Leni und der elfjährige Frederik.

Zusammen sind wir ein unschlagbares Team. Gemeinsam mit den Kindern lasse ich mir die frechsten Streiche einfallen, und wenn mal etwas daneben geht -asch, wer kann einem wuscheligen Kerl wie mir schon lange böse sein.

Die Autorin und Komponistin Leilah Lilienruh erzählt auf ihrem neuen Hörbuch Der Albert die ersten fünf Episoden meiner lustigen und lehrreichen Abenteuer. Die Geschichten sind bestens für Kinder ab ca. sechs Jahren geeignet, das heißt, für die Größeren im Kindergarten, aber zum Beispiel auch noch für Fünftklässler. Selbst erwachsene Hundefreunde haben noch Spaß an meinen Geschichten!

In den Episoden, die von Horatio Heisenberg und der Autorin gelesen werden, geht es in leichtverständlicher, fröhlicher Weise um Themen wie gegenseitige Achtung, Verantwortung übernehmen, Angst überwinden und vieles mehr.

Auch für dieses Hörbuch hat Leilah Lilienruh wieder schöne Melodien geschrieben.

Leseprobe

 Kommissar Albert

Albert hatte Fernsehverbot. Dabei hatte er ja überhaupt nichts angestellt, jedenfalls hatte er nichts anstellen wollen na ja, auf jeden Fall lag es nicht an ihm, falls er doch etwas angestellt haben sollte und auch nicht am Fernsehen. Aber Mama und Papa glaubten das. Das liegt alles nur an diesen dummen Sendungen, die der Albert sich ständig anschaut, haben sie zu Marlene und Frederik gesagt.

Jetzt lag er auf seinem Lieblingssessel, den Papa mein Fernsehsessel nennt, weil man von dort aus so schön in die Glotze gucken kann, schaute auf den schwarzen Bildschirm und war beleidigt. Ist mir langweilig!, dachte er. Bei dem Wetter schickt man keinen Hund vor die Tür, hatte die Briefträgerin, Frau Sendemir, morgens noch bemerkt. Draußen regnete es Bindfäden, und Albert hielt sogar sein großes Geschäft ein, damit er nicht raus musste.

Die Kinder waren noch in der Schule. Wie sollte er da bloß ohne Fernseher die Zeit rum kriegen? Du wirst dich doch wohl auch anders beschäftigen können, meinte Mama verständnislos. Ja, aber wie denn? Sollte er sich vielleicht Schere und Kleber schnappen und ein bisschen Fensterdekoration für Halloween basteln, oder sollte er Mama beim Kochen helfen. Eventuell könnte er ja auch ein paar nette Briefe an die Verwandtschaft schreiben.

Albert musste sich bei dem Gedanken das Lachen verkneifen, denn das würde mit Sicherheit sehr witzig aussehen.

Angefangen hatte zwar alles mit diesem Film, aber Schuld an allem war weder das Fernsehen, noch der Albert, sondern der Nachbar fand Albert, wenn er sich die ganze Geschichte noch einmal so durch den Kopf gehen ließ:

Albert hat nicht nur einen Lieblingssessel, den vom Papa, und ein Lieblingsessen, Mettwurst, sondern auch einen Lieblingsschauspieler: Tex, den Hundekommissar. Drei Tage zuvor lief wieder eine spannende Folge, in der der hündische Hauptdarsteller gemeinsam mit seinem menschlichen Mitarbeiter einen Verbrecher überführt, verfolgt und schließlich fängt. Also, der machte ja mal wieder eine glänzende Figur, fand Albert, so sportlich, clever und charmant: Der Hund natürlich, nicht der Mensch.

Vorm Einschlafen stellte Albert sich an jenem Abend wie so oft vor, er wäre der berühmte Tex, Retter aller bedrohten Menschen und Tiere, Freund berühmter Persönlichkeiten, umjubelter Star. Ach, das war ein schöner Gedanke, mit dem man wunderbar in die Welt der Träume hinüber gleiten konnte. Er war schon fast eingeschlafen, da schreckte er plötzlich auf: Was war das für ein merkwürdiges Geräusch? Und wo kam es her? Irgendetwas knirschte und quietschte da.

Normalerweise hätte Albert jetzt sein rechtes Ohr wie gewöhnlich wieder über die Augen geklappt und weiter geschlafen, aber eine innere Stimme sagte ihm: Albert, was würde Tex jetzt an deiner Stelle tun? Träge herumliegen? Sich feige verkriechen? Nein, er würde aufstehen, nachschauen und für die Sicherheit seiner Menschen sorgen.

Albert reckte sich also und schlich vorsichtig in Richtung Terrassentür. Von dort Draußen irgendwo kamen die Töne. Er drückte die Nase an die Scheibe, um besser gucken zu können. He, was war denn da los?! Obwohl es ziemlich finster war, konnte er auf dem Kiesweg am Haus vom Nachbarn Suppengrün eine Gestalt erkennen, die sich dort an der Hintertür angestrengt zu schaffen machte und offenbar einbrechen wollte. Alberts Herz schlug wie wild. Das war ja wie im Krimi. Pack ihn dir, raunte der mutige Tex ihm förmlich ins Ohr. Au weia, hab ich eine Angst, dachte der vorsichtige Albert. Einige Sekunden lang tippelte er unschlüssig von einer Pfote auf die andere. Dann beschloss er, es seinem großen Vorbild gleich zu tun. Morgen werde ich die Titelseiten aller Zeitungen schmücken, dachte er noch als er die Glastür mit der Nase aufschob, sich hindurch zwängte und auf den Bösewicht an Suppengrüns Hintertür zuströmte. Unterwegs fiel ihm gerade noch rechtzeitig ein, dass er bedrohlich bellen und zu einem eleganten bogenförmigen Sprung ansetzen musste. Dass das Bellen eher ein wenig grunzend klang und der Sprung aufgrund seines Gewichtes und der kurzen Beine mehr wie ein kleiner, plumper Hopser aussah, merkte ja keiner.

Albert packte auf jeden Fall kräftig mit den Zähnen am Hosenboden zu und erwischte die Cordhose des Einbrechers, aus der er ein großes Stück herausriss. Man vernahm einen gellenden Schrei. Zu dumm, dass Albert nicht gleichzeitig mutig sein, zuschnappen und schnuppern kann, denn dann wäre ihm augenblicklich klar gewesen, was ihm da passiert war...

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