Titel

Das Klo an Terminal 3

Leseprobe

Urheber
Ulrike Parthen

Verlag
BoD Norderstedt
Bindung
Paperback
Seitenzahl
144
Sprache
Deutsch
Format
Din A5
ISBN
978-3-8370-2213-1
Preis
€ 13,90 (je nach Anbieter zzgl. Porto)

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Es gibt Menschen, die verbringen den Heiligen Abend gemütlich zu Hause mit Geschenken und geschmücktem Tannenbaum. Oder eben solche, die in einem Tierheim auf Mallorca im Matsch stehen und Hunde streicheln. Diese eigentümliche Gattung von Mensch nennt man auch Tierschützer. Ulrike ist einer davon. Auf humorvolle Art beschreibt sie ihre spannenden, lustigen wie auch sehr berührenden Erlebnisse mit ihren „Tierschutz-Kindern.“ Da wäre beispielsweise die kuriose Autofahrt mit der riesigen Elli, die sich partout die Mittelkonsole zum Transport gewählt hat. Oder der Ausnahmezustand am Stuttgarter Flughafen, als fünf kleine Welpen bei ihrer Ankunft nebst ihren überaus nervösen Familien für Schweißperlen auf der Stirn sorgen. Nicht zu vergessen sind die eigenen Vierbeiner, die das chaotische Leben von Ulrike komplettieren: Teddy stibitzt Hasenfutter, Fischfutter und Ohrenstöpsel und beschwert sich auf diese Weise über seinen ewig knurrenden Magen. Emma hilft bei der Hausarbeit, indem sie mit dem Besen kämpft und Frauchens Palme eigenständig um einige Palmwedel kürzt. Oder Everybodys Darling Fussel, die bei keiner Vorkontrolle fehlen darf und sich dabei klammheimlich gern auch schon mal mit fremden Hunden in fremden Ehebetten vergnügt. 

Ein Buch mit zahlreichen Fotos, das dem Leser fortwährend ein Schmunzeln ins Gesicht zaubert, gleichermaßen jedoch auch tief die Herzen berührt.

Leseprobe

... Terminal 3 hat aber trotzdem sein Gutes: Gleich daneben ist das Klo. Und da ist meist wenig los, auch die paar Meter ums Klo herum. Eine klasse Ecke, um ein Hundi aus seiner Box zu lassen. Und noch viel toller ist, dass man gleich rausmarschieren kann und direkt gegenüber UNSERE Hunde-Pinkel- und -Füße-vertret-Wiese ist. Keine langen Wege für Vierbeiner, um ihr dringendes Geschäft loszuwerden, sich kurz die Beine zu vertreten und deutschen Boden zu beschnuppern. Ich schwöre, das ist UNSERE Wiese, ich muss beim Flughafen Stuttgart mal dringend Besitzrechte geltend machen ...

Der Parkplatz direkt daneben ist übrigens auch UNSERER! Leute, das müsst ihr schon einsehen. Ich habe einen Gepäckkarren. Auf dem stehen ein bis drei Boxen oder Flugtaschen. Ich habe ein bis drei Hunde an der Leine, die superaufgeregt sind, weil Deutschland so klasse ist. Zusätzlich ist Fussel dabei. Denn Fussel ist IMMER dabei, ohne Fussel geht mal gar nichts. Ferner gehört zu meiner Ausstattung mein Täschchen mit wichtigen Utensilien wie Wasser, Wassernapf, Küchentücher (als Hundebesitzer braucht man ständig und überall Küchentücher!), außerdem den Fotoapparat, eine Ersatzleine (man weiß ja nie) und ein paar Leckerchen. Um mir das Leben als Flughafen-Einsatzkommando etwas leichter zu machen, ist es sehr vorteilhaft, den Karren mit all dem Zeug einfach direkt neben dem Auto abstellen zu können und ein paar Schritte weiter schon auf der Wiese zu sein. Die Hunde haben es doch eilig, schon vergessen? Ich muss meinen Karren aber beim Wiesenausflug im Auge behalten können, sonst klaut noch einer unsere alten, kaputten Flugboxen! Erst wenn die Hunde fertig sind mit all dem, was man an der Flughafenwiese eben so macht, kann ich mal daran denken, meine Sachen ins Auto zu packen. Am einfachsten ist es hierbei, entweder ZUERST die Hunde ins Auto zu lassen, um dann beide Hände frei zu haben. Oder man nimmt sich einen Gehilfen mit. Ich habe meistens meinen Mann dabei ... 

Leseprobe 2:

... Noa durfte als Handgepäck mit in den Fluggastraum und lief daher mit uns die fünf Kilometer durch Palmas Flughafengelände zum entscheidenden Terminal. Unser Weg wurde unterbrochen durch zwei Zwischenfälle. Beim ersten versank ich vor Scham beinahe im Erdboden. Nein, ich gehöre hier nicht dazu. Das ist SEIN Hund. SEIN Hund kackt da eben mitten auf das Flughafengelände! Ui, sogar zweimal kurz hintereinander. Ich packe unser Küchentücher-Notfallpack aus (wie gut, dass ich daran wirklich immer denke!) und reiche es hämisch grinsend meinem Mann. Seinen unverschämten Versuch, diese Arbeit an mich abzuwälzen, schmettere ich eiskalt ab. Wer unbedingt Liebling mitnehmen will, der muss auch Lieblings Reste entfernen, basta! Dem hatte er nichts entgegenzusetzen und tat, was getan werden musste. Nicht ohne sich aus Versehen ein Teil der Reste um die Finger zu schmieren. Männer! Absolut unbeholfen, wenn es um Hausarbeit oder ähnliche Dinge geht. Er besaß die Unverfrorenheit, mich weinerlich anjammern zu wollen. Ich solle ihm helfen! Aber gerne doch Olaf: Ich halte Noa kurz, dann hast du zwei Hände frei, kannst besser Kacka putzen und übrigens ist da vorne das Klo. Da kannst du das Zeug loswerden und auch gleich Hände waschen. Täuschte ich mich oder wurde sein Kopf ganz rot vor Wut ...

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