Titel

Das Dithmarscher Amulett

Leseprobe

Urheber
Birgit Krohn

Verlag
BoD Norderstedt
Bindung
Paperback
Seitenzahl
152
Sprache
Deutsch
Format
15 x 21 cm
ISBN
978-3-8391-2815-2
Preis
€ 9,95 (je nach Anbieter zzgl. Porto)

Internet
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Winterblues. Purzel findet eine Leiche im Wald. Wer ist dieser Mann, der auf groteske Weise tiefgefroren ist?
Auf der Suche nach dem Mörder entdecken unsere bekannten Heider Ermittler ein dunkles Geheimnis Dithmarschens
- Etwas, dass für immer unter dem Mantel des Schweigens gehüllt werden sollte.  

Der 2. Fall für Harry Grütz und Ernst Schnitzel. Nach Beförderung und durchzechter Nacht hat Harry EPOCH an der Backe und Ernst paddelt fröhlich seinem Seepferdchen-Abzeichen hinterher. Wird er es schaffen? Kann er seinen Meteorismus als Heckantrieb nutzen? Ein neuer spannend-lustiger Krimi aus Dithmarschen.

Leseprobe

„Nun meine Freunde, so haben wir uns zu dieser heiligen Stunde zusammengefunden, um eine neue Zeitrechnung einzuläuten. Möge der Herr uns beistehen und Kraft geben.“ Er nahm die Flasche mit dem selbst gebrannten Schnaps zur Hand und goss langsam die klare Flüssigkeit in den Silberkelch.

„So wollen wir uns beistehen in jeder Not“, sprach der Mann und schaute in die Augen der im Kreis stehenden elf Männer. „Schützen wir unser Heimatland und seien wir ihm im selben Zuge dienlich. Möge uns die Natur reiche Ernten bescheren, sowie unsere Tiere fruchtbar erhalten.“

Der Mann nahm den Kelch und hielt ihn über seinen Kopf. Kurz innehaltend schloss er seine Augen und legte die rechte Hand auf das vor sich liegende, gebundene Buch. Er nickte kurz und nahm einen Schluck aus dem Gefäß. Der Schnaps brannte wie Höllenfeuer in seiner Kehle, aber er ließ sich nichts anmerken. Das war der große Augenblick, auf den alle gewartet hatten und er sollte den ersten Vorsitz übernehmen. Er verspürte keine Angst, nur Respekt. Er gab den Kelch an den nächsten Mann rechts von ihm stehend weiter. Dieser wiederum nahm auch einen Schluck und schloss die Augen. Dieses Szenario wiederholte sich bei den zehn weiteren anwesenden Personen und am Ende gelang der Kelch wieder beim Vorsitzenden.

„Liebe Freunde, nun ist es endlich soweit. Wir vertrauen auf Gott und auf uns“, sprach er weise und stellte das Trinkgefäß auf den kleinen Beistelltisch.

Er drehte sich um und entnahm aus der Tasche seines Umhangs zwölf Amulette in sechseckiger Form heraus.

„Mit diesen Amuletten wollen wir unsere Mitgliedschaft in dieser Loge besiegeln. Jeder von uns bekommt eines von diesen Anhängern, welches zum Öffnen der Holzkiste von Nöten ist. Ohne diesen Schlüssel wird es niemandem gelingen, an die Geheimnisse unseres Buches zu gelangen.“

Er legte das gebundene Buch in die dafür vorgesehene dunkle Holzkiste und lies die beiden kleinen Schlösser am Rand zuschnappen. Dann nahm er ein Amulett, dass auf einer Seite Reliefen aufwies, und legte es in die Vertiefung der Holzkiste. Diese hatte die gleichen Merkmale, wie auf dem Anhänger, nur in gegensätzlicher Prägung. Er drückte das Amulett hinein und mit einem leisen Krachen sprangen die seitlichen Schlösser der Kiste auf. Die zehn unwissenden Männer staunten nicht schlecht und nickten anerkennend dem Schreinermeister zu. Er nahm das Amulett wieder aus der Vorrichtung heraus und bat mit einer Handbewegung um Stille.

„Ich, Johann Gutzeit, der erste Vorsitzende dieser Loge begrüße euch herzlich. Mögen unsere Kinder und Kindeskinder stolz auf uns sein.“

Mit diesen Worten übergab er mit dem nötigen Respekt jedem der Anwesenden ein Amulett und nickte dem Empfangenden zu. Keine Beschwörungsformeln, keine Rituale. Die Übergabe war alles, was zu tun war. Alle begutachteten das besondere Stück und empfanden Stolz und Freude.

„Und nun lasst uns feiern“, sprach Johann Gutzeit und holte eine Holzkiste mit Flaschen hervor.  

Sie schrieben das Jahr 1867 – dem Jahr, als Dithmarschen sich mit Schleswig und dem restlichen Holstein zur preußischen Provinz Schleswig-Holstein vereinigte. Der Deutsch-Dänische Krieg war endgültig vorbei.

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