Titel

Charlotte und die Männer

Leseprobe

Urheber
Charlotte Mayou

Verlag
BoD Norderstedt
Bindung
Paperback
Seitenzahl
176
Sprache
Deutsch
Format
Din A6
ISBN
978-3-8370-6002-7
Preis
€ 12,50 (je nach Anbieter zzgl. Porto)

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Hierbei handelt es sich um einen kurzweiligen Episodenroman für Frauen im Alter zwischen 20 und 50 Jahren und natürlich für Männer, die einen tieferen Einblick in die Denkweise von Frauen erhalten möchten.

Der Roman spielt in der heutigen Zeit in Deutschland und schildert aus der Sicht einer 45-jährigen Frau die Erfahrungen, die sie im Laufe ihres Lebens mit der Männerwelt gemacht hat.

Sie trifft im Laufe ihres Lebens auf die verschiedensten Männer wie zum Beispiel Charly, der Vertreter, der nur zweimal die Woche bei ihr ist; Horst, ein Lehrer und Lügenbaron; Werner, eine 47-jährige Jungfrau; Achmed, der nette Tunesier, der sie zuerst heiratet und sich dann von Dr. Jekyll in Mister Hyde verwandelt; Ali aus Algerien, ein Traummann, aber Umstände zerstören auch dieses Glück; Andreas, der Chaot, der noch mehr Pech hat als Charlotte selbst und letztendlich Manfred, ihr derzeitiges Glück, aber auch dieses, wie erwartet, mit einem Haken, um nur die wichtigsten zu nennen. Außerdem trifft sie noch auf Jürgen, Jean, Elmar, Ricky und viele weitere namenlose Herren der Schöpfung.

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Zeitungsannoncen

Nach dieser Misere wusste ich, dass mir die tollen Männer bestimmt nicht auf der Arbeit, nachts um 2:00 Uhr in der Disco oder morgens beim Einkaufen über den Weg laufen würden. Wo waren sie nur alle? Wie sollte ich einen Mann finden, wenn ich zu unnormalen Zeiten arbeitete und nur dann frei hatte, wenn ein berufstätiger Mann arbeitet? Per Zeitungsannonce! Das war die Idee! Einen Versuch war es jedenfalls wert.

Aber die ganze Sache stellte sich als komplizierter heraus, als ich dachte. Ich antwortete z.B. auf eine Anzeige, die lautete: Junger Mann, einsachtzig groß, 75 Kilo, dunkelhaarig, sympathisch, vorzeigbar, berufstätig, sucht Frau fürs Leben!

Die Realität sah folgendermaßen aus: Junger Mann, na das stimmte. Einsachtzig groß bezweifelte ich stark, da ich einszweiundsiebzig groß bin und er etwa zehn Zentimeter kleiner war als ich. 75 Kilo, der war so dünn, der konnte sich hinter einem Laternenpfahl verstecken. Also höchstens 57 Kilo (wenn überhaupt). Dunkelhaarig, keine Ahnung, da er sich eine Glatze rasiert hatte. Sympathisch, er arbeitete unter Tage in einem Bergwerk. Also war er es wohl nicht gewohnt, sich zu unterhalten. Wer will auch schon mit Kohlen reden? Leider bin ich nicht aus Stein und so musste ich mich beherrschen, um bei dem Date nicht einzuschlafen.   Vorzeigbar. Oh je! Falls ihr das mal irgendwo lest, blättert nur schnell weiter! Vorzeigbar ist so ein weiter Begriff. Wenn ich ihn der Katze meiner Eltern vorgestellt hätte, wäre die wohl laut fauchend, mit gesträubtem Rückenfell aus dem Zimmer gestürmt. Die Frühstückseier hätte man mit dem erschrecken können.

Mann oh Mann. Wie bringt man so einem bei, dass er nicht so ganz dein Typ ist! Ich sage ihm dann, dass es an seiner Glatze liegen würde. Er sei ja ganz nett, aber ich könne mir eine Beziehung mit ihm nicht vorstellen. Sein Kommentar: Auch gut!

Die nächste Annonce lautete: Netter einundvierziger, einsfünfundachtzig groß, 95 Kilo, Raucher, würde dich gerne mit einem Dinner bei Kerzenschein verwöhnen  und dabei nett über Literatur und Zeitgeschehen plaudern!                                                                                                                       

Wir trafen uns in einem der teuersten Restaurants der Stadt. Er wollte mich einladen! Um etwas vorwegzunehmen: er war tatsächlich sehr nett, einsfünfundachtzig groß, 95 Kilo schwer und Raucher. Außerdem war er Apotheker und ich konnte mich sehr angeregt mit ihm unterhalten. Allerdings war die einundvierzig nicht sein Alter, sondern sein Geburtsjahr. Damit war er genauso alt wie meine Mutter. Also gab es auch hier kein zweites Treffen.

Danach beschloss ich, selbst eine Anzeige aufzugeben. Um ehrlich zu sein, probierte ich es gleichzeitig mit zwei verschiedenen Annoncen. Die eine lautete: Schmusekatze sucht Schmusekater zum Kuscheln und Jagen! Die andere war etwas seriöser. Hilfe! Suche einen liebevollen, netten Mann, der mit mir durch Dick und Dünn geht, der gerne lacht, mit einer Schulter zum Anlehnen. Bin einunddreißig, einszweiundsiebzig groß, 66 Kilo, dunkelhaarig und Brillenträgerin. 

Ich bekam jede Menge Post! Auf die erste Anzeige cirka dreißig Zuschriften, und auf die zweite nur sieben Briefe. Die dreißig Zuschriften auf dei erste Annonce waren allesamt obszön und unterste Schublade! Also Lesen, Schmunzeln, Abhaken, Entsorgen.

Die anderen Briefe waren schon etwas besser. Einer war allerdings auf einem fleckigen, abgerissenen Papierfetzen geschrieben mit einer Kleinkind-Schrift. Der wanderte zu den anderen in die Ablage P wie Papierkorb. Blieben sechs übrig. Der ausführlichste und netteste Brief begeisterte mich total, bis ich den Absender genauer anschaute. Die Justizvollzugsanstalt, Abteilung B, Zelle acht. Der hatte bestimmt Zeit zum Schreiben aber das mit dem Treffen würde sich wohl als eher schwierig herausstellen! Noch einer für die Ablage P. Die restlichen waren dann durchweg nett geschrieben, allerdings nicht seht ausführlich. Drei Männer hatten Fotos dazugelegt. Der eine lehnte lässig an seinem Segelboot, der andere stand neben einem nigel-nagel-neuen BMW (nicht seiner, wie sich später herausstellte) und der dritte hatte ein Gruppenbild geschickt und vergessen anzustreichen, welcher er war. Zwei Treffen hatte ich damals noch. Eins mit dem Segelboot und das andere mit dem BMW. Beides waren solche Snobs. Hochnäsig bis zum Gehtnichtmehr. Und Fremdwörter kannten die, die gibts bis heute noch nicht!

Danach hatte ich eigentlich die Nase von Männern erst einmal wieder gestrichen voll!

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