Titel

Bestatten, mein Name ist Tod!

Leseprobe

Urheber
Grete C.Roth

Verlag
BoD Norderstedt
Bindung
Paperback
Seitenzahl
92
Sprache
Deutsch
Format
Din A5
ISBN
978-3-8370-5798-0
Preis
€ 8,50 (je nach Anbieter zzgl. Porto)

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Friedhofsgeschichten aus dem Leben gerissen

Kuriose, grausige und ungeklärte Todesfälle — Bestatter wissen mehr als sie laut sagen.
Die beiden urigen Bestatter, die sich regelmäßig auf ihrem Friedhof treffen, haben selber
längst das Zeitliche gesegnet und geben freimütig die Geheimnisse “ihrer Kunden" preis.
Dabei wird offenbar, dass so manches Grab, das nach außen einen ganz normalen und netten 
Eindruck macht, ein grausiges Geheimnis hütet.

Leseprobe

Es war an einem heißen Sonntagnachmittag im Hochsommer. Durch die Hitze der vorherigen Tage war die Luft stickig und trocken. Wer immer es möglich machen konnte, war ans Wasser gefahren. Auch Jan verließ gut gelaunt das Haus, um den Nachmittag am Strand zu verbringen. Er ging pfeifend seine Auffahrt hinunter zu seinem VW-Bus, den er am Abend vorher auf der anderen Straßenseite geparkt hatte.

Natürlich konnte er nicht an der Hecke entlanggehen ohne nachzusehen, ob Julia es sich eventuell auf ihrer Liege am Pool bequem gemacht hatte. Er blieb an der Stelle stehen, an der er die Eiben gelichtet hatte, schob einige dünne Zweige zur Seite und beugte sich leicht in die Hecke hinein.

Tatsächlich kletterte Julia gerade splitternackt aus dem Schwimmbecken. Jan war begeistert. Ihr schöner Körper faszinierte ihn immer wieder. Jetzt glänzte ihre nasse braun gebrannte Haut in der Sonne und ihr langes schwarzes Haar lag wie eine Stola über ihren Schultern. Mit sanft wiegenden Hüftbewegungen, die ihre straffen Pobacken vibrieren ließen, ging Julia zur Liege, legte sich hin und reckte und streckte sich genüsslich. Hin und wieder stieß sie einen lustvollen Seufzer aus. Jan fragte sich wieder, ob Julia diese Show nicht doch nur für ihn abzog und genau wusste, dass er schmachtend hinter der Hecke stand. 
Möglicherweise genoss dieses kleine Biest es sogar sich so vor ihm darzustellen.

Das herrliche Wetter, der Anblick dieses perfekten Körpers und die lustvolle Art wie Julia sich bewegte, machten Jan richtig heiß. Er spürte, wie die Geilheit in ihm hochkroch, und dass er, verdammt noch mal, endlich diese Frau flach legen wollte. Er war drauf und dran, sein Versteck preiszugeben und Julia durch die Hecke hindurch zu einem Eiskaffee am Strand einzuladen.

Plötzlich traf ihn ein heftiger Schlag auf seinen linken Oberarm. Jan verlor das Gleichgewicht und stolperte in die Hecke. Sein Arm schmerzte höllisch. Als er verwirrt aufsah, stand breitbeinig und schnaufend Arnold vor ihm. Wutverzerrt sein Gesicht. In seiner linken Hand hielt er einen Baseballschläger. 
„Hab ich dich endlich auf frischer Tat erwischt, du Schwein!“, brüllte er außer sich, „Ich werd' dich anzeigen wegen Belästigung und sexueller Nötigung, du perverse Sau!“

Jans Arm schmerzte unerträglich, Wut stieg in ihm auf. Nur mit Mühe kam er wieder auf die Beine und hielt sich mit der rechten Hand den schmerzenden Oberarm. Fassungslos schrie er: „Spinnst du — du hättest mich am Kopf treffen können! Was soll die Scheiße?“

„Der nächste Schlag wird auch genau dort landen!“, brüllte Arnold zurück und hob erstaunlich zügig mit 
seinem linken Arm den schweren Baseballschläger erneut drohend in die Höhe. „Lass den Quatsch – du bist doch wohl krank!“, schrie Jan, duckte sich und wich erschrocken zwei Schritte zurück.

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