Titel

Battys Reise von Bielefeld nach Amsterdam

Leseprobe

Urheber
Cornelia Aistermann

Verlag
BoD Norderstedt
Bindung
Paperback
Seitenzahl
136
Sprache
Deutsch
Format
Din A5
ISBN
978-3-8370-1629-1
Preis
€ 11,90 (je nach Anbieter zzgl. Porto)

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www.battys-reise.de

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Batty, eine kleine Zwergfledermaus aus Bielefeld, hat die Reiselust gepackt. Sie reist nach Amsterdam und erkundet mit der holländischen Maus Kaas die Stadt. 
Einige Sehenswürdigkeiten wie der Hauptbahnhof, der Königliche Palast, eine Geheimkirche, das Anne-Frank-Haus und viele mehr werden vorgestellt. 

Die teilweise heiteren und merkwürdigen, teilweise ernsten Geschichten dahinter und wissenswerte Dinge dazu werden erzählt. 
Eine Grachtenrundfahrt darf natürlich nicht fehlen. Mit der Ratte Ratz wird diese zu einem lustigen Erlebnis. 

Fotos zeigen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Neben Amsterdam lernt man auch noch Bielefeld etwas kennen. 
Und immer wieder zeigt sich: Bielefeld und seine Umgebung sind gar nicht soweit entfernt von Amsterdam. 

Der Untertitel des Buches lautet: Ein Reiseführer nicht nur für kleine Fledermäuse. 
Als Grundlage für die Reisegeschichte von Batty dienten unter anderem Informationen aus Reiseführern, den Büchern von und über Anne Frank und die eigenen Erfahrungen bei der Stadterkundung. 

Besonders fasziniert haben mich schon immer die teilweise heiteren, merkwürdigen und geheimnisvollen, teilweise ernsten und bewegenden Geschichten zu den Sehenswürdigkeiten, die in der Informationsflut der Reiseführer oft untergehen. 
Die Tiere in dem Buch können sich mit Skulpturen und Figuren unterhalten, da in diesen immer ein kleines Stückchen Seele von demjenigen steckt, den sie darstellen. 
So ist es ihnen möglich viele interessante Dinge zu erfahren, die beim bloßen Betrachten verborgen bleiben. 

Es ist auch ein Buch über Freundschaft und Verständigung über Ländergrenzen hinweg. Das Buch wendet sich an kleine und große Reiselustige und eignet sich zum Lesen und Vorlesen. 
Der Reiseführer kann als Informationsquelle für eine Reise nach Amsterdam dienen, da man die beschriebenen Sehenswürdigkeiten abgehen und besichtigen kann. 
Er kann aber auch genutzt werden, um Amsterdam vom Sofa aus zu erkunden bzw. frühere Reiseerlebnisse aufzufrischen, die Hauptstadt der Niederlande einfach mal näher kennen zu lernen oder um etwas aus der europäischen Geschichte, Mythologie, Kunst usw. zu erfahren.

Leseprobe

Batty in Bielefeld Diese Geschichte hat ihren Anfang in Bielefeld. Für alle, die Bielefeld nicht kennen, wird diese freundliche Stadt am Teutoburger Wald erst einmal kurz vorgestellt. Ja, „Bielefeld, die freundliche Stadt am Teutoburger Wald“, so lautet der Wahlspruch der Stadt. Manche sprechen etwas boshaft von der „freundlichen Baustelle am Teutoburger Wald“, weil sie bei ihrer Fahrt dorthin oder innerhalb der Stadt von kleineren oder größeren Baustellen behindert werden. 
Es gibt Leute, die sagen, Bielefeld sei eine Großstadt. Immerhin ist sie die größte Stadt in Ostwestfalen. Andere belächeln Bielefeld als Provinz, meinen gar, die Stadt sei zu ländlich oder sogar rückständig.
Viele mögen Bielefeld oder zumindest die leckeren Puddings, Kuchen oder Pizzen mit dem Doktortitel, die man überall im Land kaufen kann und die von hier stammen. Bielefeld bzw. ein Stück davon ist somit in aller Munde oder zumindest im wahrsten Sinne in sehr vielen Mündern gewesen.

In Bielefeld leben zur Zeit nicht ganz 330 000 Menschen, genauer gesagt 328 000 plus / minus ein paar mehr oder weniger, etwa 11 000 Hunde, jedenfalls sind so viele offiziell gemeldet, unzählige Katzen, noch viel mehr Vögel und einige Fledermäuse. Von denen haben sich zwölf verschiedene Arten einen ganz besonderen Wohnort ausgesucht, nämlich die Sparrenburg, das Wahrzeichen der Stadt. 

Hier wohnt auch Batty. Batty ist die Hauptperson der folgenden Geschichte, sozusagen die kleine Heldin.
Sie ist nicht so groß wie der berühmte Batman, hat aber schon viel erlebt und weiß viel zu berichten.
Außerdem ist sie keine Comicfigur, sondern eine kleine Zwergfledermaus. 

Wie bereits erwähnt, lebt Batty mit ihrer Zwergfledermausfamilie auf der Sparrenburg. Von der Sparrenburg aus hat man einen wunderschönen Blick über die Bielefelder Innenstadt. Bei schönem Wetter ist auf der Burg tagsüber eine Menge los. Besonders an einem Wochenende im Juli, wenn das Sparrenburgfest stattfindet.

Dann ist dort richtig Trubel. Der Große Kurfürst, dessen Skulptur im Innenhof der Burg steht, hat Batty erzählt, dass er diese Tage besonders mag, da dann eine Menge wie früher sei, in der guten alten Zeit.
Batty ist auch schon mal aufgestanden bzw. hat sich von ihrem Schlafbalken aufgerichtet und nachgeschaut, was so los ist bei dem Fest. Ihre Fledermauseltern durften dies nicht wissen, sonst hätten sie sich Sorgen gemacht. Zum Glück trugen sie an diesen lauten Tagen Ohrstöpsel, um überhaupt etwas ruhen zu können.
Deswegen hatten sie Batty nicht bemerkt. Diese sah, dass einige der versammelten Menschen in merkwürdigen Kleidern herumliefen und auch ganz ungewohnt sprachen. 

Der Große Kurfürst hat ihr später in der Nacht erklärt, dass gerade dies für ihn das Schönste sei. Es sei eben wie früher, als er noch nicht als Skulptur im Innenhof fest stand, sondern als Mensch aus Fleisch und Blut auf der Sparrenburg wandelte. 
Dabei wird beim Sparrenburgfest gar nicht die Zeit des Kurfürsten begangen. Es ist nämlich ein Mittelaltermarkt, der Kurfürst hat aber erst später, und zwar von 1792 bis 1850 gelebt. 

Nun sollte zuerst erklärt werden, warum Batty mit dem Denkmal des Kurfürsten sprechen kann. An dieser Stelle wird darum ein großes Geheimnis gelüftet. Fledermäuse und auch
andere Tiere haben nämlich sehr feine Sinne. Sie können sich mit steinernen, hölzernen oder sonst wie gefertigten Figuren unterhalten, da in diesen immer ein kleines Stückchen Seele von demjenigen steckt, den sie darstellen. Der siebte Sinn der Tiere ist also viel mehr ausgeprägt, als die Menschen sich dies vorstellen können. 

Der Mensch hat diese Fähigkeit leider verloren. Er nutzt sie schon so lange nicht mehr, dass sie ihm abhanden gekommen ist. Na ja, es fehlt wohl auch der Glaube daran, dass auch unbelebte Dinge beseelt sein können. Dies gilt übrigens auch für Stofftiere und Puppen. Kleine Kinder haben diese Fähigkeiten, sie spielen und sprechen mit ihren lieben Spielzeugen.

Batty mag es, sich mit den Figuren und Skulpturen zu unterhalten. Sie haben nämlich immer viel erlebt und wissen einiges aus früheren Zeiten zu berichten. Besonders gerne spricht Batty mit dem Großen Kurfürsten, aber auch mit dem Leineweber in der Altstadt. Der Denker vor der Kunsthalle hat ebenso viel zu erzählen, er grübelt aber oft nur vor sich hin.

Tierische Geschichten hingegen wissen der Elch im Bürgerpark und das Schwein in Brackwede, einem Stadtteil von Bielefeld, zu erzählen. Diese Geschichten sind, wie so viele Tiergeschichten in der Welt, mal lustig, mal auch sehr traurig. Batty hat auf einem ihrer Rundflüge gesehen, dass ein Mann einen kleinen Hund an einer Leine hinter sich her zerrte und dann auch schlug. 
Die Frau, die bei ihm war, sagte, dass der Mann damit aufhören soll, da der Kleine doch auch Gefühle hat. Daraufhin lachte der Mann abschätzig und meinte, dass ein Tier nicht denken kann, keinen Geist und keine Seele hätte. 

Wenn der wüsste! Wenn Tiere wirklich keine Seele hätten, dann wären die Tierdenkmäler und -figuren nicht beseelt. Aber Batty konnte sich mit ihnen unterhalten.
Daher stand eindeutig fest, dass jedes Tier eine Seele hat. Dass sie als Tier denken kann, wusste Batty nun wirklich selbst ganz genau. Batty verstand nicht, warum viele Menschen dies anzweifelten. 
Die Menschen selbst sind doch auch nur eine Art „Säugetier“. Das hatte Batty von den ausgestopften Tieren im Naturkundemuseum erfahren, die sich gut mit der Biologie auskannten. Schließlich hatten diese schon viele biologische und naturkundliche Ausstellungen und Vorträge begleitet. Nicht nur mit den eigentlich toten Tieren unterhielt sich Batty
gerne, sondern auch mit den vielen lebendigen Tieren in der Stadt. Nur nicht mit den lebendigen Menschen, vor denen hatte sie Angst. Man konnte schließlich nie wissen, ob sie nach einem schlugen, wie der Mann seinen Hund.

Sicher ist sicher, lieber Abstand halten! Aber aus sicherer Entfernung belauschte Batty gerne die Menschen, wenn sie sich unterhielten. Besonders viele Geschichten wissen auch die Tiere im Tierpark Olderdissen oder, wie es für eine Bielefelder Fledermaus auch heißt, in „Ollerdissen“. Batty hörte nicht nur gerne Geschichten von früher, sondern auch aus fernen Ländern. So hatte sie sich vorgenommen selbst auf Reisen zu gehen bzw. zu fliegen, um die Welt kennen zulernen. Sie hatte schon erfahren, dass man vom Bielefelder Hauptbahnhof so manches Ziel erreichen konnte. 

Oft genug hatte sie Menschen zugehört, dass sie von Köln/ Bonn, Düsseldorf, Hannover, Dortmund oder Paderborn in die weiter entfernten Orte und fremde Länder verreisten. Man kann auch direkt mit der Eisenbahn in fremde Länder fahren. Außerdem gibt es auf dem Bahnhofsvorplatz verschiedene Busse, die ins Ausland fahren, zum Beispiel nach Polen. Ja, die kleine Fledermaus Batty hatte Fernweh, und eines Tages oder eigentlich eines Abends, als sie gerade aufgewacht war, stand für sie fest:  Nun würde sie fremde Städte erkunden. 

Der Entschluss war gefasst und niemand konnte mehr daran rütteln.
Batty war schließlich schon alt genug. Jetzt musste nur noch ein Ziel ausgesucht werden. Es war gar nicht so einfach. Dann wurde Batty die Entscheidung an einem frühen Abend vor Einbruch der Dämmerung abgenommen, da sich eine recht komfortable Mitreisemöglichkeit für sie ergab. 
Auf dem Burgparkplatz stand ein Autogespann, die Menschen nannten es „Auto mit Wohnwagen“. 
So viel wusste Batty bereits.
Es hatte gelbe Nummernschilder und die Menschen, die etwas abseits davor standen, verabschiedeten sich voneinander. Das eine Paar sprach etwas merkwürdig. Sie sprachen Deutsch, aber eben etwas anders. 
Sie unterhielten sich über ihr Zuhause, über Amsterdam, die Hauptstadt der Niederlande. Sie sprachen von den schönen Grachten, den kleinen gemütlichen Häusern und luden das andere Paar ein, sie dort doch einmal zu besuchen. Es sei auch gar nicht weit, nicht einmal 300 Kilometer, und mit dem Auto sei Amsterdam schnell zu erreichen. 

Dann stimmten alle lachend ein Lied über Tulpen an, das sehr fröhlich klang. Was Batty so hörte, gefiel ihr gut, daher nahm die Fledermaus die Einladung direkt an. 
Schnell flog sie zu ihren Eltern und nannte ihnen ihr Reiseziel. Dann hängte sie sich an eine Verstrebung unter dem Wohnwagen, der nun für ihre Fahrt ein perfekter „Schlafwagen“ war, da sie sich bequem hinhängen und sogar schlafen konnte. 
Nur wenn der Wagen Schlaglöcher erwischte, wurde sie unsanft geweckt. Die meiste Zeit ging es aber in sehr gleichmäßiger Fahrt über eine lange, breite Straße. Als der Wagen einmal hielt, schlüpfte Batty hervor und sah an der breiten Straße ein großes blaues Schild, das anzeigte, dass sie wirklich Richtung Amsterdam unterwegs war.

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