Titel

Azalea - 17 Sekunden Leben

Leseprobe

Urheber
Kevin Winterberg

Verlag
BoD Norderstedt
Bindung
Paperback
Seitenzahl
164
Sprache
Deutsch
Format
12 x 19 cm
ISBN
978-3-8370-6364-6
Preis
€ 9,99 (je nach Anbieter zzgl. Porto)

Internet
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„Mein Name ist Melissa. Ich bin tot.“

Erst im Tod bekommt die junge Melissa die Chance, über ihr völlig aus den Fugen geratenes Leben nachzudenken und endlich zu begreifen, was „Leben“ wirklich bedeutet.

Bloß wie ist sie gestorben, was erwartet sie im Leben nach dem Tod und wie kann sie mit sich selbst Frieden schließen?

In der Welt nach dem Tod will Melissa gänzlich neu beginnen und vertraut sich Fremden an, die bald zu Freunden werden.

Doch auch dieses Leben gleitet ihr, ohne dass Melissa es realisiert, zunehmend aus der Hand und droht abermals ein tragisches Ende zu erleiden ...

Leseprobe

»Ihre Tochter ist tot.«

Als wenn dies nicht schon die absolut schlimmsten vier Wörter für ein junges Elternpaar wären. Worte, die sich gnadenlos ins Hirn brennen, auf Lebzeiten stetig Schmerzschübe ins Herz pumpen und jegliches temporäre Glück zu zerstören vermögen. 
Nein, sie sind noch unerträglicher, wenn sie von einem betagten, schon längst emotional abgestumpften Polizeichef locker und trocken, lauwarm einem direkt ins Gesicht genuschelt werden. 

Ohne Frage, jeder noch so einfühlsame und sympathische Mensch würde, wenn er oder sie dazu auserkoren, eine dermaßen schreckliche Nachricht zu überbringen, in den Augen der Empfänger das größte Arschloch auf Lebzeiten sein und diesen Titel als Brandzeichen direkt auf der Stirn tragen, aber dieser besagte Polizist ließ nun wirklich nichts anbrennen und versuchte nicht einmal, leichtes Mitgefühl zu heucheln.

»Sie wurde in einem Straßengraben nahe der B9 gefunden. Zu diesem Zeitpunkt war sie bereits tot. Unsere Gerichtsmediziner haben die Vermutung, dass Ihre Tochter hoch alkoholisiert Auto gefahren ist und so den Unfall geradezu provoziert hat.« 

Bevor der Polizeichef seinen Monolog fortführte, machte er eine kleine, dramatische Pause, die von der Zeit her locker einen Schluck aus einer imaginären Kaffeetasse hätte bedeuten können.

»Meine Kollegen werden sich um Sie kümmern, eine psychologische Begleitperson ist auch auf dem Weg. Ich muss leider weg. Weitere Pflichten rufen.« 

Die verdutzten Blicke von Herr und Frau Mozart verdeutlichten, dass sie der Situation bisher keinen Glauben geschenkt hatten, als wären sie in einem schlechten Traum gefangen.

Einem verdammt schlechten Traum.

»Ach ja, mein Beileid«, fügte der nette Polizist im Vorbeigehen noch hinzu und verschwand in der Dunkelheit.

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