Titel

Achterbahn zum ersten Milchzahn
Vater werden - mein Abenteuer mit Happyend

Leseprobe

Urheber
Thomas Scholtyssek

Verlag
Sankt-Ulrich-Verlag
Bindung
Paperback
Seitenzahl
156
Sprache
Deutsch
Format
13,5 x 21 cm
ISBN
3-8674-4114-6
Preis
€ 16,90 (je nach Anbieter zzgl. Porto)

Internet
www.twitter.com/tscholty

Kaufen
Buchhandel
Internetshops

www.sankt-ulrich-verlag.de
www.amazon.de

Vom Abenteuer, Vater zu werden. Humorvoll, aufregend, authentisch

Bis zur 32. Schwangerschaftswoche läuft alles normal – da bekommt Nicole Scholtyssek plötzlich starke Bauchschmerzen. Was wie eine gewöhnliche Magen-Darm-Infektion aussieht, entpuppt sich als eine lebensgefährliche Schwangerschaftsvergiftung (Hellp-Syndrom). Der kleine Marlon wird per Kaiserschnitt geholt. „Ob Ihre Frau durchkommt, können wir nicht sagen“, gesteht die Ärztin. Jetzt braucht der frischgebackene Vater starke Nerven... „Achterbahn zum ersten Milchzahn“ heißt das Buch von Thomas Scholtyssek, das dieser Tage im Augsburger Sankt Ulrich Verlag erscheint. 

Schwangerschaft aus Vatersicht – schon die Perspektive dieses Buches garantiert unerwartete Einblicke. Dazu kommt Scholtysseks fesselnder Stil. Frisch von der Leber weg und mit viel Humor erzählt der Autor, wie er sich dem „Abenteuer Vater werden“ gestellt hat – vom Schwangerschaftstest über die dramatische Geburt bis hin zu den ersten Milchzähnen. Hautnah und ungeschminkt lässt er den Leser an seinen Erfahrungen teilhaben. Fast schon nebenbei gibt der Autor auch wertvolle Tipps: zur Zeiteinteilung und zum Umgang mit Schlafmangel, zu Elterngeld und Partnermonaten, zum „HELLP-Syndrom“ und zur besonderen Betreuung von Frühchen. 

„Achterbahn zum ersten Milchzahn“ ist ein humorvolles Buch, hautnah und authentisch. Noch unentschlossenen Paaren macht es Mut zum Kind. Jungen Eltern gibt es Kraft, durchzuhalten, auch wenn die Nächte gerade sehr kurz sind. Und Paare, die das Gröbste schon hinter sich haben, können schmunzelnd Rückschau halten.

Leseprobe

Kapitelauszug: 

 

WIR SIND SCHWANGER

Ich würde nicht sagen, daß bei uns schon die sogenannte „biologische Uhr" laut tickte, aber zumindest surrte sie leise im Hintergrund. In unserem doch ziemlich großen Bekanntenkreis hörte man immer öfter von - zumindest für uns - überraschenden Schwangerschaften bzw. sah die Resultate dann später auf den nächsten Feierlichkeiten, die immer öfter anstatt abends bei einem schönen Cocktail am Nachmittag bei einer Tasse Kaffee stattfanden. Irgendwie kam man sich kinderlos so langsam wie der letzte Mohikaner vor. 

Ausnahmen gab bzw. gibt es natürlich bis heute. 
Da wären die Paare, die zwar unbedingt Nachwuchs haben möchten, aber bei denen es leider nicht klappt. 
Dann wären da die Karrieretypen, die für das Kinderzeugen und für Kinder angeblich einfach keine Zeit finden. 
Und letztendlich gibt es dann noch die typischen Singles in unserem Bekanntenkreis, die mit ihrem „Junggesellendasein" offiziell völlig zufrieden sind und bei denen schon eine etwas „längere" Beziehungsbindung über vier Wochen schlimme Panikattacken auslöst. 
Uns konnte man schätzungsweise irgendwo zwischen alldem einstufen, obwohl wir mittlerweile kurz vor unserem fünften Hochzeitstag standen.

Meine Oma sagt immer: „Kinder, wie die Zeit vergeht", und recht hat sie. Hätte ich damals ein Resümee über die vergangenen Jahre ziehen sollen, so hätte ich sagen können:

Wir führen ein unauffälliges, zufriedenes Leben. Beide haben wir einen sicheren Arbeitsplatz, verdienen ausreichend, um uns zumindest dreimal pro Jahr einen netten Urlaub zu gönnen, und leben in einem abbezahlten Einfamilienhaus ohne sonstige Schulden. Des weiteren haben wir einen großen, netten Freundeskreis sowie beide unsere Hobbys und immer was um die Ohren. 
Alles in allem leben wir relativ sorgenfrei vor uns hin. Wenn man aber ehrlich zu sich selbst ist, haben wir bisher lediglich von Urlaub zu Urlaub gelebt.
Das sind unbestritten unsere Lebens-Highlights, die sicherlich irgendwann aufgrund der „Macht der Gewohnheit" langweilig werden könnten.

Wir waren gerade wieder im Urlaub, diesmal in Griechenland auf der schönen Insel Rhodos, als meine Frau Nicole zu mir am Strand sagte: „Irgendwie gleicht ein Urlaub dem anderen, findest du nicht? Egal, wohin wir fahren. 
Eigentlich könnte sich doch etwas in unserem Leben ändern."

Sie sprach mir damit aus der Seele. Wie recht sie doch hatte. Auch mich überkam in letzter Zeit immer öfter das Gefühl, daß es neben meinen beruflichen Verpflichtungen meine einzige Aufgabe war, den übernächsten Urlaub zu planen, zumeist bevor der nächste Urlaub vor der Tür stand. 

Das begann damit, daß wir beide im Dezember bei unserem Arbeitgeber schon einmal vorab den Jahresurlaub für das kommende Jahr benennen sollten. Äußerst mühsam, wenn man sich im Dezember, inklusive der damit verbundenen weihnachtlichen Gefühle, mit seinen Sommerurlauben, zumeist für die Monate Juni und September, beschäftigen soll.

„Ja, stimmt, sehe ich genauso", antwortete ich. Irgendwie komisch, da arbeitet man Monat für Monat, um sich wieder einen dieser regelmäßigen - nicht ganz günstigen - Urlaube leisten zu können, und nun liegt man hier am schönen Sandstrand von Rhodos, hat ein super Hotel mit Meerblick, Sonne satt, „all inclusive", und ist trotzdem - nennen wir es - leicht unzufrieden.

Bisher war es immer so, daß ich Pärchen mit Kindern im Urlaub wirklich bemitleidet habe. Augenscheinlich waren sie ständig leicht angespannt und damit beschäftigt, ihre Kinder bei Laune zu halten, damit sie nicht quengelig wurden oder irgend etwas anfaßten, was sie nicht anfassen sollten.

Toller Urlaub. Jetzt ertappte ich mich plötzlich dabei, wie ich aufmerksam einen Vater beobachtete, der mit seinem kleinen Sohn eine Sandburg baute und dabei völlig begeistert aussah.

„Komisch, du wirst alt", dachte ich, „und das mit deinen ‚noch jugendlichen‘ 38 Jahren."

Gut, heutzutage werden Paare immer später Eltern, aber bisher kamen wir uns, ehrlich gesagt, immer noch „zu jung" für das Projekt „Eltern" vor. Biologisch gesehen war meine Frau 34 und ich 38, aber wir fühlten uns natürlich wie höchstens Anfang 20. Klar, es gab immer wieder Situationen, in denen man sich wunderte, daß zum Beispiel ein Jugendlicher einen auf einmal „siezte", aber irgendwie verdrängte man solche Vorkommnisse umgehend erfolgreich.

„Vielleicht sollten wir es einfach mit einem Baby versuchen", sagte meine Frau. Vor noch gut ein paar Jahren, hätte mich so ein Satz, überspitzt gesprochen, bestimmt in die Sahara getrieben. 
Nun aber war ich ziemlich entspannt, was mich selbst verblüffte. Die Vorstellung, vielleicht doch irgendwann mit einem Kind, am besten noch dem eigenen, ebenfalls am Strand zu sitzen und Sandburgen zu bauen, gefiel mir ganz gut. 
„Klar, laß es uns versuchen, man weiß ja auch nicht, ob es kurzfristig klappt oder ob wir das überhaupt hinbekommen, ich bin gespannt", antwortete ich, ohne meine plötzlich sehr positive Grundeinstellung völlig zu offenbaren.

In der gleichen Woche lernten wir im Hotel zwei miteinander verwandte Ehepaare kennen, alle vier Anfang 50, somit älter als wir und natürlich glückliche Eltern erwachsener Kinder.

Da sich bei „all inclusive" im Laufe eines Urlaubs, spätestens nach dem zweiten Cocktail, das eine oder andere persönlichere Gespräch ergibt, kamen wir zu später Stunde an der Bar sitzend auch auf die sogenannte „K-Frage" zu sprechen.

„Wollt ihr gar keine Kinder haben? Sie sind so süß, wenn sie klein sind", fragte Magda forsch, ganz passend zu ihrer direkten Art, während ihr Mann die Augen verdrehte, was eindeutig nicht am Alkohol lag. „Das Alter dafür hättet ihr ja. Wir warten übrigens gerade darauf, Großeltern zu werden", und ihr Mann verdrehte wieder seine Augen, diesmal in die andere Richtung. 

Ich glaube, wir machten in dem Moment sicherlich einen ziemlich erstaunten Gesichtsausdruck, hatten wir uns bei dem sensiblen Thema doch gerade erst auf eine Zielrichtung geeinigt. 

„Ja, generell sind wir nicht abgeneigt, werden wir demnächst in Angriff nehmen", antwortete ich relativ cool.

zurück