Titel

Abiball
Die Liebe meiner Generation

Leseprobe

Urheber
Wolfgang Schnellbächer

Verlag
Südwestbuch
Bindung
Paperback
Seitenzahl
180
Sprache
Deutsch
Format
Taschenbuch
ISBN
3-9426-6103-9
Preis
€ 9,90 (je nach Anbieter zzgl. Porto)

Internet
www.abiballbuch.de

Kaufen
Buchhandel
Internetshops

www.suedwestbuch.de
www.amazon.de

Das Buch „Abiball“ bietet einen unverstellten Blick in die Liebe der aufwachsenden Generation. Dort gleicht das soziale Leben einem Biotop, in dem sich verschiedenste Spezies auf engstem Raum tummeln. Da gibt es Fußballercliquen, deren Freundinnen immer mindestens drei Jahre jünger sind, EMOs, die sich nur schwarz kleiden und Schulstunden damit verbringen, traurige Gedichte in ihre Blöcke zu kritzeln, oder HipHoper, die sich in ihren behüteten Jugendzimmern wie Gangster fühlen und jungfräulich Lieder über Gangbang konsumieren. Es gibt auch normale, die durch nichts groß auffallen, außer dadurch, dass sie häufig am uncoolsten sind. Es ist eine Jugend, die in Schüchterne und Player zweigeteilt scheint und sich immer wieder in einem Wechsel aus gefühlter Unzulänglichkeit und Unfehlbarkeit verliert.

 

Auf süffisante Weise erzählt Abiball wie und mit welchem Erfolg die Platzhirsche der einzelnen Gruppierungen um die Aufmerksamkeit beim anderen Geschlecht buhlen. Dabei ist die Geschichte wechselseitig aus zwei Perspektiven erzählt. Von Noelle der unangefochtenen Stufenschönheit, die von dem Balztum um sie herum reichlich gelangweilt ist und Arne, dessen Geschichte damit beginnt, dass er von seiner drei Jahre jüngeren Freundin verlassen wird. Der Roman beschreibt nun im flotten Schreibstil die Wochen um das Abitur, den schriftlichen Prüfungen folgen die mündlichen, der Abigag, die Abifeier und schließlich der Abiball. Gleichzeitig versucht Arne entgegen aller sozialhierarchischen Konventionen eines Landschulhofs in immer neuen Angriffschüben die Aufmerksamkeit der schönen Noelle zu erobern. Dabei scheint er umso erfolgreicher zu sein, je ungewöhnlicher die Methoden ausfallen, die er wählt.

Leseprobe

Der Countdown läuft. Es ist Januar, Donnerstag, halb zwei und in anderthalb Wochen werde ich meine erste Abiturarbeit schreiben.
Es gibt Momente, da wühlt mich dieser Gedanke ungeheuer auf, in anderen macht mich die Situation plötzlich sehr nachdenklich.
Häufig sitze ich im Unterricht, starre den Lehrer an und verliere mich in Erinnerungen. Dann bin ich immer wieder erstaunt, wie wenig sich geändert hat. Mit vierzehn konnte ich mir nicht vorstellen, dass Achtzehnjährige irgendwelche Probleme haben.

Ich sah sie in sonnigen Grüppchen auf dem Schulhof sitzen, wusste, dass sie Abende, ja Nächte in der Großstadt verbringen und ganz nebenbei waren sie bald fertig mit der Schule.
Bei allem strahlten sie eine ungeheure Gelassenheit aus und selbst, wenn sie deprimiert waren, wirkten sie irgendwie cool.
Aber je älter ich wurde, umso klarer wurde es, bis es irgendwann zu einer beiläufigen Gewissheit verkam: Alles wird bleiben wie es ist, zumindest in emotionaler Hinsicht. Der eigene Aktionsradius ist reichlich begrenzt, wenn es um die eigenen Gefühle geht und das deprimiert.

Vieles in meinem Leben ist gut. Ich feiere viel und ausgelassen, bin schulisch eine der Besten, begehrt, geliebt, eigentlich keine
Einsamkeit und doch schaffe ich es einfach nicht, wirklich zufrieden mit mir und meinem Leben zu sein.
So bin ich an diesem Donnerstag im Januar, in dieser entscheidenden Zeit vor dem Abitur, vieles, aber nicht wirklich glücklich.

Man redet sich ein, dass es danach lockerer wird, aber die Stimme, die das behauptet, wird mit jedem Tag schwächer.

zurück