Titel

100 MIESE DATES und die Suche nach der Liebe

Leseprobe

Urheber
Nadine Kretz

Printbook / Ebook

Verlag
BoD / KDP
Bindung
Paperback
Seitenzahl / Dateigröße
284 / 808 KB
Sprache 
Deutsch
Format
12,1 x 19,3 cm / Mobi Kindle Edition
ISBN / ASIN
978-3-7448-2029-5 / B073XM9B8Y
Preis
€ 14,99 (je nach Anbieter zzgl. Porto) / € 11,99

Internet
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Warum bin ich Single?
Weshalb klappt es mit der Partnersuche nicht? Bin ich beziehungsunfähig oder treffe ich immer nur die Falschen?
Habe ich Pech, liegt es an mir oder gibt es einfach nur noch durchgeknallte Reste?
Oft stellen wir uns diese Fragen, wenn wir Probleme haben, die Liebe des Lebens zu finden.
Wir sind ratlos, können aufgeben, uns dem Schicksal ergeben oder wieder Mut und Hoffnung schöpfen!
Die Autorin ließ nichts unversucht, um endlich Antworten zu bekommen, weshalb es heutzutage so schwierig ist, einen Partner zu finden.
Auf dem Weg zur Selbsterkenntnis stürzte sie sich in Abenteuer, Dating-Katastrophen und mitten ins Herz, um die nächste Liebesgeschichte neu zu schreiben.
Reale Geschichten aus dem Leben einer Single-Frau, und welche Veränderungen sie dadurch erfuhr!

Leseprobe

Gott schuf den ersten Hartz-IV-Empfänger
Schon wieder ein Date? Wirklich? Was soll's! Ich hatte ohnehin nichts Besseres vor.
Zwar könnte ich mich auch um meinen seit zwei Jahren verschlossenen Umzugskarton kümmern, aber der konnte weiterhin warten.
Vierundzwanzig Monate hatte es ihm nichts ausgemacht, in der Abstellkammer vernachlässigt zu werden.
Der Karton war bereits an die Isolation gewöhnt und es gab einen Funken Hoffnung, dass er eines Tages ungeöffnet in die
gemeinsame Wohnung meines Zukünftigen wandern würde. Vielleicht traf ich schon heute den Mann meiner Träume?
Gutaussehend, intelligent, humorvoll, charmant, zuverlässig und aufmerksam. Da konnte ich mich doch nicht um mein geordnetes Chaos kümmern?
Außerdem brauchte ich einen neuen Bekanntenkreis. Ich arbeitete einfach zu viel und meine Kollegen waren alle verheiratet.
An welcher Ecke fand ich neue Freunde? Neue Single Freunde? Das war wichtiger, als einen alten Karton auszumisten.
Und ein bisschen mehr Sport konnte mir nicht schaden. Aber bevor ich weiter dar?ber nachdachte, mich mit körperlicher Aktivit?t zu quälen,
entschied ich mich für das Date an der frischen Luft und meiner potenziellen neuen Liebe.
Es war ein herrlicher Herbsttag, um meine Online Bekanntschaft Waldemar bei einem Spaziergang zu treffen. Erstaunlich nur, dass wir schon Dezember hatten.
Warme vierzehn Grad im Winter? Die Sonne strahlte durch die Blätter, es roch herbstlich und die frische Brise auf meiner Haut war durch die Bewegung
sogar für eine Frostbeule wie mich gut zu ertragen.
Unter zwanzig Grad zitterte ich wie Espenlaub und manchmal lief es mir auch bei dem einen oder anderen Mann eiskalt den Rücken runter.
Bist du aus Düsseldorf, was machst du so?? Waldemar eröffnete die typischen Einstiegsfragen.
Und da er in den ersten drei Sekunden für den Wunsch nach einem Wiedersehen bereits durchgefallen war, hatte ich keinen Drang ihn zu beeindrucken.
Ich bin hergezogen wegen des Jobs. Ich arbeite als Eventmanagerin und komme eigentlich aus einem kleinen Weinort an der Mosel.
Nein, ich war noch keine Weinkönigin?, grinste ich ihn an. Nicht verheiratet, keine Kinder, deswegen keine Schwangerschaftsstreifen, aber trotzdem Cellulite am Arsch. Und du so??
Ich nahm selten ein Blatt vor den Mund und das konnte einen Mann schon mal abschrecken.
Auch bei meinem Wald-Date bevorzugte ich weiterhin die ehrliche, direkte Variante: "Du siehst auf den Bildern ganz anders aus!", platzte es aus mir heraus.
"Hast ganz schön abgenommen." Leider war es in diesem Fall nicht so positiv gemeint wie es sich anhörte.
Mein knochiges Spaziergangs-Date hatte ein eingefallenes Gesicht und seine Körpergröße von über ein Meter neunzig schmeichelte seinem Alter
mit Mitte vierzig in keiner Weise. Er hatte in einem Jahr etwa zwanzig Kilo abgenommen und das aus voller Überzeugung.
Hoffentlich war er nicht magersüchtig und kämpfte täglich mit seinem Essen und sich.
Der hagere Mann hatte optisch nichts mehr mit der Person von den Bildern zu tun.
Ich wies ihn beim Kennenlern-Telefonat darauf hin, dass ich mir meine langen Haare ein Stück abgeschnitten hatte, damit er wegen der leicht veränderten
Optik nicht irritiert sein würde. An meiner schlanken Figur und dem Erscheinungsbild hatte sich nichts verändert.
Dass ich meine Naturlocken oft mit einem Glätteisen malträtierte, konnte er in meinem Profil lesen.
Er vergaß im Gegenzug dazu zu erwähnen, dass er sich runter gehungert hatte und mein Spaziergang zum "Walking Dead" wurde. Normalerweise überraschten mich die Jungs mit deutlich mehr Gewicht oder kleinerer Körpergröße als sie angegeben hatten.
Drastisch dünner war mir neu und offenbar nicht immer von Vorteil. Egal wie viele Dates man schon hatte, man erlebte immer wieder außergewöhnliches.
Irgendwann festigte sich mein Glaube, dass mich nichts mehr überraschen konnte. Ein Irrtum! Die Jungs ließen sich immer neue Absonderlichkeiten einfallen.
Wie eine Pannenshow, nur mit weniger Wiederholungen. Was erwartete mich noch mit "Walking Dead"? Wohl kaum die Liebe meines Lebens.
Hätte ich mich doch um den Karton kümmern sollen? Ich konzentrierte mich lieber auf den Waldboden, statt ihn anzuschauen.
Ich würde dich gerne wiedersehen?, sagte er. Ich war mir nicht sicher, ob ich es als Kompliment oder Drohung sehen sollte und ließ es unkommentiert.
Anschließend überhäufte er mich mit Nettigkeiten, bis er aufgebracht über Politik und Religion philosophierte.
Er metamorphosierte vom "Walking Dead" zum "Talking Dead".
Seine Ansicht, dass Jesus samt Aposteln aus drogenabhängigen Hartz-IV-Empf?ngern bestand, konnte ich nicht teilen:
"Jesus saß gelangweilt im Sand und war zu faul, um sich in die Gesellschaft zu integrieren. Als er aufhörte zu kiffen, schritt er durch die Wüste.
Es folgten ihm nicht nur eine lange Dürre, sondern auch seine unterbelichteten Analphabeten. Eine Randgruppe, die nichts Besseres in ihrem jämmerlichen Leben
zu tun hatte! Heute würden sie uns unsere Steuergelder aus der Tasche ziehen!"
Der Sohn Gottes war also ein minderbemittelter Sozialhilfeempfänger? Warum regte ihn das überhaupt auf?
War er der reinkarnierte Pontius Pilatus? Meine Wiedergeburts-Theorie fand ich wesentlich interessanter als "Walking Deads" Worte zum Sonntag.
Über was man sich alles bei einem Date Gedanken machen sollte. Ich hatte zukünftig nicht vor, das Thema zu vertiefen.
Meine Begeisterung über seine darauf folgenden Ansätze der sexistischen Darstellung und Wertlosigkeit der femininen Gesellschaft hielten sich
mit einem nüchternen "Aha" in Grenzen. Keine Ahnung, welcher Dämon in ihn gefahren war.
Sollte ich zu seinem Exorzisten werden? Er beruhigte sich und fragte: "Gehst du gerne ins Kino"?
"Schon", entgegnete ich und fügte in Gedanken ein "aber nicht mit dir" hinzu.
Offensichtlich spürte er meine negativen Schwingungen zu seiner Person. Nach diesem angeregten Date hatte ich nie mehr von ihm gehört.
Ich war vermutlich auch nicht grade sein schönstes Date. So oder so ähnlich verliefen meine Verabredungen für gewöhnlich.
Gab es keine "normalen" Männer mehr? Was bedeutete überhaupt "normal"? Oder angelte ich immer wieder im falschen Teich?
Ein Anlass, der Sache auf den Grund zu gehen. Es war schwer, einen adäquaten Mann kennen zu lernen.
Nett, ehrlich, zuverlässig, treu, clever, attraktiv, guter Job, humorvoll mit ähnlichen Interessen und Zielen, der dazu noch in meiner Nähe wohnte?
Zu hoch gestapelt? Warum? Das bekam er doch auch geboten! Ich hatte schon versucht, Abstriche zu machen!
Mit Männern, die mich schon vor dem ersten Date belogen, ohne jeglichen Humor oder langweilig waren.
Ehrlichkeit und gute Kommunikation waren nicht mehr verhandelbar, also kürzte ich bei Attraktivit?t und Wohnort. Eine Fernbeziehung?
Da hing ich stundenlang am Telefon und die Wochenenden gehörten der überfüllten Verkehrslage auf Deutschlands Straßen.
Die Freizeitplanung drehte sich ausschließlich um den entfernten Partner. Kein Platz mehr für Freunde und Hobbys.
Obwohl beides in meinem Leben rar war, kam eine Fernbeziehung für mich nicht mehr in Frage.
Dann blieb nur noch die Attraktivität als Eingrenzungskriterium.
Ich musste ihn nur lange genug treffen, bis ich mich in seinen Charakter verliebte und das Aussehen keinerlei Rolle mehr spielte.
Ich könnte im Bett ein Kissen auf sein Gesicht legen und in der Dunkelheit waren doch alle Katzen grau.
Oder er ließ sich einen modischen Yeti-Bart stehen, dann sah man nichts mehr von ihm außer Haare. Dieser Trend war mir unbegreiflich.
Ich mochte kein Fell und keine langen Haare. Ich war nicht der Typ, der gerne bei anderen Leuten in den Haaren rum kraulte oder wuselte.
Die ersten drei Dates konnte ich mir das vielleicht selbst noch weismachen, aber dann wurde auch mir klar, dass er mir wenigstens ein bisschen gefallen musste.
Jeder der behauptet, dass Aussehen keine Rolle spielt, spielt meiner Meinung nach selbst eine Rolle. Attraktivit?t liegt im Auge des Betrachters.
Und bevor ich Quasimodo heiratete, blieb ich lieber Single. Alleinsein war für mich kein Problem.
Schließlich wusste ich, auch ohne den Glöckner von Notre Dame zu ehelichen, wie es ging, sich zu beschäftigen.
Kein Grund, sich vor Einsamkeit vom Kirchturm zu stürzen. Ich war wahrhaftig gerne allein und hatte keine Angst davor.
Ich verdiente mein eigenes Geld, konnte tun und lassen was ich wollte, musste nie Rechenschaft ablegen oder Kompromisse eingehen.
Das Wort Langeweile existierte in meinem Sprachgebrauch nicht.
Ich reiste, machte gelegentlich Sport, traf meine Freunde, telefonierte und war Herrin über mein Fernsehprogramm.
Genau aus diesen Gründen war allein sein besser als zweisam einsam.
Eine Wahl, die unzählige Menschen für sich nicht getroffen hatten und mit Mitte dreißig die erste Scheidung in Angriff nahmen.
War es nicht toll, dass ich diese Phase mit meiner persönlichen Freiheit galant übersprungen hatte?
Mit jedem Geburtstag und Singlejahr wuchs meine Wahrscheinlichkeit auf ein "Bis dass der Tod euch scheidet".
Ich blieb optimistisch: Mein Glas war halbvoll, nur den Inhalt und meine Männerwahl sollte ich überdenken.
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