Barbara Kohout

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Werke
Drei Wege - Ein Ziel - Überleben

Not

Ich war die Neue in der 2. Klasse der katholischen Volksschule. Ich war evangelisch, blass, klapper dürr, weil ich mit knapper Not dem Hungertod entronnen war.

Ich war arm, bitter arm. Mein Kleid war schon viel zu kurz und zerschlissen. Aber es war das einzige, das ich hatte. Ich hatte keine Schuhe mehr. Ich ging barfuß, denn es war Mai. In den Monaten ohne „R“ konnte man barfuß laufen. Flüchtlingen wie uns, die noch dazu evangelisch waren, begegnete man oft unfreundlich im katholischen Oberbayern.

Verführung

Eines Tages kam ein freundlicher Herr an unsere Türe und erzählte uns begeistert von einer wunderbaren Zukunft. Gott würde bald alle Ungerechtigkeit von der Erde beseitigen. Er lud uns zu einem Treffen ein. Auch dort waren die Leute freundlich, ja sogar herzlich zu uns.

Sie glaubten alle, dass sie „in der Wahrheit“ sind. Denn sie wären die Einzigen, die die Bibel richtig auslegen konnten. Sie wussten ganz sicher, dass bald Harmagedon kommt und alles Böse von der Erde beseitigt. Wer sich für die „Wahrheit“ der Zeugen Jehovas entscheidet, würde gerettet werden. 

Regelzwang

So begann mein Lebensweg innerhalb der Gemeinschaft Zeugen Jehovas mit extremen Ordensregeln, die uns so subtil vermittelt wurden, dass es mir erst nach Jahrzehnten gelungen ist, die Ungereimtheiten zu durchschauen und den Ausstieg geschafft. Das Ergebnis meiner Studien habe ich in meinen beiden Büchern niedergeschrieben.

Menschen in Ausnahmesituationen, die einen schweren Schicksalsschlag erlebt haben, stehen in der Gefahr, arglos in die Umgarnung extremer Gruppen zu geraten. Davor möchte ich warnen.